X SHared Spaces Kammerspiele
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Parallelwelten auf kleinstem Raum: Die „X Shared Spaces“ der Kammerspiele

Wie prägt unser Alltag den Raum, in dem wir leben? Und wie spiegelt sich der Raum in unserem Leben wider? Die Kammerspiele München verlassen für ihr neues Projekt „X Shared Spaces“ die üblichen Räumlichkeiten und wagen sich in die Stadt vor – genauer gesagt in 21 Wohnungen und andere Orte, verteilt auf drei Routen.

Bei Spaziergängen können Besucher in Zweiergruppen diese Spaziergänge mitmachen und den urbanen Raum mit Hilfe von Performance, Installation und Theater erkunden. Ziel ist es laut Intendant Matthias Lilienthal, in einer zentrumsfokussierten Stadt wie München die äußeren Bezirke wahrzunehmen und zum Touristen in der eigenen Stadt zu werden.

X Shared Spaces: Aufeinandertreffen und Zusammenleben

Wir haben bereits vorab den zweiten der drei Spaziergänge mitgemacht und uns die Stationen in Nordschwabing angeschaut. Während sich der Rest Schwabings durch schönen Altbau auszeichnet, findet man im Norden neben den Neubauten des Domagk-Parks vor allem Orte, an die Menschen zum Arbeiten kommen. Ein modernes Hochhaus reiht sich an das nächste.

Mit Hilfe eines Plans finden wir den Weg vom Startpunkt zur ersten Station. Auf dem Weg passieren wir eine große Baustelle und ein Wohnheim für Geflüchtete, bis wir im Gebäudekomplex Wagnis ankommen, einer Genossenschaftswohnung im Domagkpark.

Dort wird geklingelt und wir betreten nach kurzer Wartezeit eine kleine Wohnung.

Neben dieser Wohnung führt uns die Tour noch weiter in den Keller des Gebäudes, in dem die Genossenschaft einen gemeinsamen Wellnessbereich hat. Vom gemeinschaftlich bewohnten Haus geht es weiter durch das Industriegebiet zu einer anderen Art der Unterbringung für eine große Menge an Menschen: im sogenannten „SMARTment“ können geschäftlich Reisende kleine Wohnungen für einen kürzeren Zeitraum mieten und dort leben, während sich Servicepersonal um sie kümmert.

Der weitere Weg führt uns in den 31. Stock des Highlight-Towers, während an dessen Fuß das Zentrum für Politische Schönheit die bayerische CDU ausruft. Einen krassen Kontrast zum sterilen Business-Hochhaus bildet da die nächste Station: Neben einer Brachfläche steht ein Wohnwagen, bespielt vom vierköpfigen Performance-Kollektiv „Henrike Iglesias“.

Unterschiedliche Leben auf engstem Raum

Im Anschluss führt unsere Route uns in die Parkstadt Schwabing zu Jovana Reisinger und Ludwig Abrahams Station in einer Wohnung. Völliger Dunkelheit ausgesetzt, nehmen wir den Raum wieder auf eine ganz andere Art wahr. Der letzte Stopp auf der Tour befindet sich nach circa drei Stunden in einem anliegenden Schrebergarten, wo das Ensemble-Mitglied Damian Rebgetz uns mit seiner Performance und frischer Erdbeerbowle in Empfang nimmt.

Während des Spaziergangs bekommt man unweigerlich Einblicke in den Alltag der Menschen, die dort leben und arbeiten. Die Kontraste werden durch die Aktionen der KünstlerInnen noch verstärkt dargestellt und lassen die Räume teils überzogen kalt und fremd oder vertraut wirken. Die unterschiedlichen Lebensweisen und -entwürfe auf kleinstem Raum, von genossenschaftlichen Wohngemeinschaften bis hin zum Office hoch über der Stadt, können so in den Räumlichkeiten nachempfunden werden, die ansonsten normal genutzt werden.

Wer an einem oder mehreren der Spaziergänge teilnehmen möchte, sollte sich beeilen: Sie finden nur bis zum 22. Juli statt. Täglich können Zweiergruppen im Zehnminuten-Takt starten. Ein genaues Verzeichnis der Routen, der auftretenden KünstlerInnen und weitere Informationen findest du auf der Website der „X Shared Spaces“.

In aller Kürze:

Was? X Shared Spaces

Wann? 20.-22.7. je 15.00-20.30, Start alle 10 Minuten, 19.7. ausverkauft, eventuell noch Tickets vor Ort

Wo? Route I Neuaubing, Route II Parkstadt Schwabing, Route III Ludwigsvorstadt

Tickets 


Fotos © Jonas Haesner

Sophia Hösi

Obligatorische Redaktionsschwäbin (wir sind überall)
Wahlmünchnerin seit 2013, zu finden irgendwo zwischen Ostbahnhof und Sendlinger Tor, wahrscheinlich an der Isar.
Sophia Hösi
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