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Per Mausklick zum Impftermin – ­Wie eine Idee aus München einen Beitrag zur Verbesserung der Impfkampagne leisten will

Die Idee kam Johannes Gerster nachdem eine Freundin eines Abends im April einen Anruf ihrer Hausärztin bekam und gefragt wurde, ob sie sich spontan impfen lassen wolle. Ansonsten würde die Haltbarkeit der Impfdosis entfallen und sie müsste weggeschmissen werden. „Wahrscheinlich kein Einzelfall!“, dachte er sich und schon war die Idee zu sofort-impfen.de geboren. 

Plattform, die Impftermine vermittelt

Sie ist denkbar einfach: Impfinteressierte und Hausärzt*innen können sich auf der Plattform registrieren. Nutzer*innen bekommen eine Nachricht, wenn ein*e registrierte*r Hausärzt*in in der Nähe Impfdosen übrig hat. Die Benachrichtigung läuft über das Prinzip des Geomatching. Sollte also ein Impfstoff im Gebiet mit der selben Postleitzahl erhältlich sein, bekommen alle Impfinteressierten in dem Gebiet eine Benachrichtigung. Zudem erhält man auch die Information, welcher Impfstoff übrig gebliebenen ist.

Sollte man hier Zeit haben und sich mit dem übrig gebliebenen Impfstoff impfen lassen, kann man sich hier mit nur einem Klick den Termin bestätigen und zack schon steht einer Impfung gegen COVID-19 nichts mehr im Wege. Das Ganze ist datenschutzkonform, denn die gespeicherten Daten werden nach 24 Stunden wieder gelöscht.

Großer Ansturm 

Der Ansturm war riesig. So hatte die Plattform, nachdem sie erst Ende April an den Start ging, innerhalb eines Monats knapp zwei Millionen Registrierte. Es kam wirklich sehr plötzlich und so hätten am Anfang auch die Server damit zu kämpfen gehabt, meint Johannes. Er rechnet aber sogar mit noch mehr Nutzer*innen, wenn die Impfpriorisierung aufgehoben wird und die Hausärzt*innen, dann freier impfen können. Hier sieht er aber auch einen Vorteil der Plattform, denn genau dann könnte das Ziel, eine effektivere Terminvergabe und Impfstoffverteilung zu gewährleisten, die Impfkampagne wesentlich unterstützen.

Spendenfinanziert

Johannes und seinem diversen Team aus ITlern, einer Anwältin und Medienschaffenden ist es wichtig zu betonen, dass sie das Ganze ohne jegliche Gewinnerzielungsabsicht machen. Also ehrenamtlich neben ihren eigentlichen Berufen. Den Begriff „Start-up“ mag er deshalb gar nicht.

Umso abhängiger sind sie von Spenden. Vor allem um dem technischen Aufwand, durch den großen Ansturm an Nutzer*innen, gerecht zu werden und die Plattform am Laufen zu lassen. Aktuell arbeiten sie noch genau an diesen technischen Anpassungen, bevor nächste Woche das deutschlandweite Matching starten soll.

Mehr Infos?

Schaut mal hier!


Beitragsbild: © Braňo/Unsplash

1Comment
  • Hans K
    Posted at 09:53h, 23 Juni

    Aus der Idee wurde nur ein lauter Pups. Andere Portale bieten Termine an und diese Seite testen noch bis Ende der Pandemie

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