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Warum tust du das? Mit den Tinyhouse-Machern von Vagabundo

Vor eineinhalb Jahren beschlossen Michi, Luca und Andi sich voll und ganz dem Thema Tiny Houses zu widmen und gründeten ihre Firma vagabundo. Was es damit auf sich hat und was an ihren kleinen Häuschen ganz speziell ist, erzählen sie uns hier im Interview:

Was ist vagabundo?

Wir haben vagabundo im Dezember 2020 mit dem Ziel gegründet, flexible und langlebige Wohnlösungen zu schaffen. Aktuell fertigen wir in Nordhessen unser erstes Tiny House und rühren die Marketing-Trommel.

Woher kommt der Name?

Ein vagabundo oder Vagabund führt ein selbstbestimmtes Leben ohne örtliche Bindung. Für uns ist vagabundo eine Lebenseinstellung, die für Freiheit, Flexibilität und Unabhängigkeit steht. Sie soll mit unseren Häusern an jedem Ort umsetzbar sein, ohne dabei auf ein gemütliches Zuhause verzichten zu müssen.

Warum tut ihr das?

Wir gehen gemeinsam einen neuen Weg und wollen damit unserer Arbeit eine Sinnhaftigkeit zukommen lassen. Im bisherigen Werdegang haben wir das in unseren beruflichen Stationen teilweise vermisst. Ein eigenes Unternehmen aufzubauen ist nicht nur eine große Herausforderung, sondern auch eine große Bereicherung und Chance für uns. Wenn diese Arbeit dann auch noch dazu führt, Menschen zu einem Zuhause zu verhelfen, ist das umso schöner.

Was ist neu, anders und einzigartig an eurem Projekt?

Die Idee vom Wohnen auf kleinem Raum hat uns von Anfang an begeistert. Im Vergleich zu einem üblichen Tiny House bis 3,5 Tonnen können wir ein vollwertiges Haus bauen, das deutlich schwerer ist. Bautechnisch nach denselben Prinzipien wie ein herkömmliches Holzhaus errichtet, haben unsere Tiny Houses eine ebenso hohe Lebensdauer. Doch Rohstoffe allein machen den Bau nicht zwangsläufig nachhaltig. Erst die Möglichkeit der Nutzung über mehrere Generationen und die Anpassung an sich ändernde Lebensumstände, machen einen vagabundo wirklich nachhaltig. 

Flexibilität ist ein wichtiger Punkt, den wir mit technischen Innovationen maximieren. Eine Wechselbrücke ist die Basis unseres Tiny Houses: ein austauschbarer Ladungsträger, der per LKW, Frachtschiff und Zug bewegt wird und bei Bedarf einfach auf seinen vier Stützen abgestellt werden kann. Einzigartig ist auch das verbaute Hubsystem, das wir gemeinsam mit unserem Lieferanten entwickelt haben. Am Standort kann ein zweites vollwertiges Stockwerk ausgefahren werden und somit maximale Wohnfläche bei minimalem Fußabdruck bieten. Einmalig sind ebenso das Design und die Architektur, die Großzügigkeit und intelligente Raumgestaltung vereinen. Die Natur ist das erweiterte Wohnzimmer, egal ob Sommer oder Winter. 

Wie viel Zeit investiert ihr in euer Unternehmen?

Wir drei arbeiten Vollzeit für vagabundo, allerdings bei freier Zeiteinteilung. Aktuell sind wir viel mit dem Bau unseres ersten Musterhauses beschäftigt, das die Profis der Schreinerei Forum in enger Zusammenarbeit mit uns in Nordhessen fertigen. Wir sind langjährige Freunde und ergänzen uns perfekt – jeder ist Experte auf seinem Gebiet: Luca ist für Design und Architektur verantwortlich, Michi kümmert sich um Projektmanagement und Lieferantensteuerung, Marketing und Finanzen gehören zu Andis Aufgaben.

Wer unterstützt euch?

Unser Unternehmen ist zu 100% eigenfinanziert. Investoren gegenüber sind wir zunächst eher kritisch, denn Nachhaltigkeit und Gewinnmaximierung widersprechen sich oft. Lucas Familie und die Schreinerei Forum sind für uns ein wichtiger Partner mit langjähriger Expertise.

Was ist euch besonders wichtig?

Ein qualitativ hochwertiges Produkt zu fertigen, das einen Nutzen für Mensch und Umwelt hat, steht absolut im Fokus. Hierfür verwenden wir überwiegend natürliche und nachwachsende Ressourcen. Holz als zentraler Baustoff hat hier viele Vorteile. Es speichert CO2 aus der Atmosphäre, hat eine lange Lebensdauer und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Besonders wichtig ist uns, dass wir mit dem was wir tun ein selbstbestimmtes Leben führen können, Freude an der Arbeit haben und das Bewusstsein für Konsum in unserer Gesellschaft nachhaltig prägen können. 

Was macht ihr, wenn ihr nicht an einem Projekt arbeitet?

Die Freude, sich in der Natur und in der Nähe von Wasser aufzuhalten, vereint uns alle. Dafür ist München wirklich ein Paradies. Mit Surfen am Eisbach, einem Tag in den Bergen oder dem gemeinsamen Feierabend im Biergarten verbringen wir gerne unsere Freizeit. Luca ist außerdem frisch gebackener Papa!  

Was liebt ihr an München besonders? 

München bedeutet für uns Heimat. Durch Freunde und Familie sind wir hier stark verwurzelt. Der Zugang zum Wasser in der Stadt und die zahlreichen Seen mit Bergpanorama sind einzigartig. Wer will da schon weg? 

Wenn euer Projekt eine Person wäre, wie wäre sie?

Wir sehen einen gepflegt gekleideten Reisenden, der ein selbstbestimmtes Leben führt, gerne draußen in der Natur verweilt und sich an den kleinen Dingen im Leben erfreut.

Wo findet man euch im Netz?

Auf www.vagabundo-tinyhouse.com erfährst du mehr über unsere verschiedenen Häuser und unser Team. Hier erklären wir, warum vagabundo für uns eine Herzensangelegenheit ist. Mit @vagabundotinyhouse findest du uns auf allen Socialmedia-Plattformen – es gibt immer wieder aktuelle Einblicke zum Bau des Musterhauses und ihr könnt uns direkt eure Fragen per PM stellen. 

Einen Song, den ihr mit eurem Projekt verbindet?

Es gibt viele Songs, die wir gerne beim Arbeiten hören und die wir mit dem Leben im Tiny House verbinden. Weil aber die Idee von vagabundo und des Wohnens auf kleinem Raum während eines langen Surftrips am Atlantik entstand, passt „Seaside“ von The Kooks perfekt:

Vielen Dank für das Interview, Michi, Luca und Andi!


Bilder: zVg

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