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Projekt „Stadt“ – vom Kneten und Formen des öffentlichen Raums

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Auf dem täglichen Weg durch die Stadt fallen die Blicke auf Kräne und Baufahrzeuge, die sich daran machen, neue Straßen zu bauen und Luxuswohnungen in die Stadt zu setzen.

Hinter der Gestaltung der Stadt stehen in der Regel Politik, Stadtentwickler und Investoren. Die „Macher der Stadt“ bestehen aus einer kleinen Gruppe einflussreicher Menschen, die über die Köpfe der Bewohner hinweg darüber entscheiden, welche Richtung die Stadtentwicklung nimmt.

Öffentliche Gebäude müssen immer öfter Luxusquartieren oder anonymisierten Bürogebäuden weichen. Auf diese Weise wird nicht nur Kultur zerstört, sondern auch öffentlich nutzbare Plätze reduziert und Bewohner immer weiter an den Stadtrand verdrängt. So wird schließlich auch die Verteilung des Stadtraumes wie vieles zu einer Frage des Geldes.

Wer macht die Stadt?“ ist das Thema, unter dem die zweite Debatte der Reihe „Urban Places – Public Spaces“ der Münchner Kammerspiele steht.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut findet auch an diesem Sonntag, den 22. März wieder eine Liveschaltung zwischen Weltstädten statt. In München, Madrid und New York wollen Kulturschaffende und Aktivisten diese Frage diskutieren.

Räumliches Statement

Doch nicht nur München klagt darüber, dass bürgerliche Interessen zu wenig Einfluss auf die Gestaltung der Stadt haben. In der spanischen Hauptstadt Madrid versammelten sich Bürger auf dem Puerta des Sol, um für mehr Mitbestimmung und ein Ende von Korruption zu protestieren.

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Durch die Besetzung beanspruchen sie den öffentlichen Raum für sich, für die Bürger – ein Raum, der einst der Demokratie verschrieben, heute mehr und mehr von Privatisierung dominiert wird. So kann der Alltag in den Metropolen auch als Kampf darum verstanden werden, wie der öffentliche Raum in Zukunft genutzt und gestaltet wird.

Doch welche Möglichkeiten hat der Stadtbewohner, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren und welchen Einfluss kann unsereiner damit überhaupt nehmen? Wie kann es gelingen, ungenutzten Raum wieder für Bürger zugänglich und nutzbar zu machen?

Urbaner Aktivismus

In München diskutiert unter anderem Kuratorin Angelika Fitz, die sich durch ihre Mitarbeit an der Architekturbiennale in Sao Paulo und dem Projekt “Weltstadt – Who creates the city?” einen Namen gemacht hat.

An der Schnittstelle zwischen Urbanisierung und Kunst versucht sie auf die Frage nach der Zukunft der Stadt aufmerksam zu machen, die im Lichte “aktueller Herausforderungen wie Klimaerwärmung, Wirtschaftskrise, Migration oder demografischem Wandel“ immer mehr an Brisanz gewinne.

Gemeinsam mit ihr auf dem Podium der Münchner Kammerspiele wird die in Buenos Aires geborene Choreographin Constanza Macras sitzen. In ihrer Berliner Theaterkompanie „Dorky Park“ bringt sie für ihre Produktion verschiedene Künstlergenres und Länder zusammen.

Sie nutzt, wie sie selbst sagt, den Tanz als politisches Instrument, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen.
Beide Frauen verbindet, dass sie sich mit einer künstlerischen Herangehensweise politischen und gesellschaftlichen Phänomenen wie Segregation oder urbanen Aktivismus nähern.

Weiter Infos gibt es bei den Kammerspielen und hier.
Wer der Debatte auf Twitter folgen möchte, nutzt bitte den Hashtag #places15.


Was?
Urban Places – Public Spaces. Wer macht die Stadt?
Wann? 22. März 2015, 20 Uhr
Wo? Kammerspiele München

1Comment
  • Karl Schillinger
    Posted at 13:37h, 29 März

    Im Jahr 2014 hatten wir in München um die 25.000 Baustellen im Stadtgebiet. Da wird viel verändert und es staubt ganz schön.

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