Kinogucken

Punks vs. Nazis – „Green Room“ im Kino

Thomas Empl

Eine junge Punk-Band tritt versehentlich in einem abgelegenen Nazi-Club auf. Als die vier in ihren Bandraum zurückkommen, liegt dort eine Leiche, daneben der Skinhead-Mörder. Der Versuch, die Polizei zu rufen, scheitert, die Band wird eingesperrt. Der Nazi-Manager des Ladens will alle Spuren – und damit die Band – beseitigen. Die Belagerung beginnt.

Green Room verschwendet keine Zeit, um seine Fronten zu klären. Nach höchstens fünfzehn Minuten sind alle Figuren eingeführt, die Situation der nächsten siebzig eindeutig: Punks gegen Nazis, es wird blutig.

Punks

Es gibt kaum Hintergrundgeschichten, die Band besteht aus ganz normalen jungen Menschen; die meisten Nazis – unter der Leitung des komplett gegen seinen Typ besetzten ‚Captain Picard‘ Patrick Stewart – sind halt die Bösen. Der Regisseur und Autor Jeremy Saulnier will hier keine Ideologien ausleuchten oder etwas über Politik erzählen. Stattdessen nutzt er die Nazi-Thematik mehr als Hintergrund für einen – sehr – eleganten und – sehr – spannenden Horror-/Thriller-Hybrid; und bringt die Handlung von diesem Ausgangspunkt konsequent schlimmstmöglich brutal zu Ende.

Das ist zeitweise großartig atmosphärisch, die jungen Schauspieler (allen voran Anton Yelchin und Alia Shawkat) schaffen es, die klaustrophobische Ein-Raum-Situation fast schon Hateful 8 – esque mit Spannung aufzuladen. Nur die Bösewichte stellen sich – umgekehrt zum üblichen Horrorfilm-Muster – teilweise unlogisch an, schicken Angriffswelle um Angriffswelle, Hunde, Macheten, Schlagstöcke und man fragt sich: Why don’t you just shoot them?  Vielleicht weil der Film sonst sehr schnell vorbei wäre: Und das wäre im Fall von Green Room schon echt schade.

(Kinostart ist der 02.06.16)


Bilder von: green-room-film.de

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