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Bitte keine Panikmache per Lautsprecher, OB Reiter

MUCBOOK Redaktion

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MUCBOOK Redaktion

***Update*** Wie wir von verschiedener Seite hören und lesen, werden die Ansagen mittlerweile auch auf Englisch gemacht. Dafür sagen wir Danke! ***

Seit Mitternacht ist München eine andere Stadt. Denn seit Mitternacht gelten hier neue Regeln des Zusammenlebens, und das ist gut so. Es geht darum, dass wir alle etwas beitragen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Ausgangsbeschränkungen heißen diese Regeln auf Beamtendeutsch – was die genau beinhalten, kannst du hier nachlesen.

Das unterstützen wir alle nach Kräften.

Wir bleiben zuhause und gehen nur für die allernötigsten Besorgungen nach Draußen. Wir gehen aber auch nach draußen, um alleine oder mit Partner*in zu Spazieren, um Sport zu treiben und frische Luft zu schnappen. Das ist explizit erlaubt. Weil wir bis auf weiteres unter diesen neuen Umständen leben müssen und wir auch darauf schauen müssen, dass unsere körperliche und seelische Gesundheit erhalten bleibt. Ministerpräsident Söder hat dies in seiner Ankündigung gestern Freitag ausdrücklich erwähnt.

Umso befremdlicher war das Aufwachen heute Samstag, als plötzlich Fahrzeuge der Feuerwehr langsam durch die Straßen fahren und eine Stimme uns in diesem blechernen, autoritären Ton befiehlt:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, derzeit gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Bleiben Sie zuhause. Der Gang zur Arbeit, zum Arzt oder zum Lebensmitteleinkauf ist weiterhin möglich. Zuwiderhandlungen werden hart bestraft.“

Lieber OB Reiter, wir gehen davon aus, dass diese Fahrzeuge auf Ihre Anordnung hin durch die Straßen ziehen. Wir bitten Sie darum dringend, diese Ansprache anzupassen und unter den Münchner*innen nicht unnötig eine Angststimmung zu provozieren. Mit dieser Auslassung kriminalisieren Sie Menschen, die sich regelkonform verhalten. Anstatt sie dazu zu bewegen, diese Regeln so zu befolgen, wie sie aufgestellt wurden.

Für die Anpassung der Lautsprecherdurchsagen haben wir folgenden konkreten Vorschlag (und wenn’s irgendwie geht, bitte auch in allen gängigsten Fremdsprachen, also mindestens Englisch und Türkisch):

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

derzeit gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause. Der Gang zur Arbeit, zum Arzt und zum Lebensmitteleinkauf ist weiterhin möglich. Auch Spaziergänge alleine oder innerhalb der Familie sind erlaubt genauso wie Individualsportarten. Halten Sie aber bei allen Aktivitäten im öffentlichen Raum ausreichend Abstand zu ihren Mitmenschen. Danke für Ihre Mithilfe!


Video/Screenshot: zVg

7 Comments
  • S. C.
    Posted at 20:49h, 21 März

    Hallo, hier steht, dass der Text vom Innenministerium kommt: https://www.merkur.de/lokales/muenchen/coronavirus-sti164091/corona-coronavirus-muenchen-feuerwehr-durchsagen-ausgangsbeschraenkung-stadt-zr-13608888.html?fbclid=IwAR3tBUiROyZSqC8qeipj9rmt1xV9WLvGE9uYI84gOZIQlm77Ge_0uHcKnf4 vielleicht sollte man daher die Überschrift korrigieren und Innenminister „Herrmann“ schreiben. Beste Grüße, S.C.

  • Ein Mitbürger
    Posted at 21:04h, 21 März

    Der Text wurde vom Innenministerium so fest gelegt und ist in ganz Bayern gleich.

    https://www.br.de/nachrichten/bayern/corona-regeln-lautsprecherdurchsagen-sorgen-fuer-aufregung,Rtsxt1F

  • Mjay Muc
    Posted at 21:39h, 21 März

    WOW – was für eine vermessene Kritik an den tatkräftigen Verantwortlichen der Stadt! – Also: Da die freundlichen Ansagen der Politik bei einem Teil der Bevölkerung mit augenscheinlich hoher Ausprägung an IQ und EQ KEINE Wirkung gezeigt haben, ist es definitiv an der Zeit KLARE Ansagen zu tätigen. Danke Herr Reiter, für diese klaren Worte zum Schutz aller! Dies nennt man Wahrung des Allgemeinwohls – und da müsst Ihr (die Verfasser des Artikels) AUCH mal zurückstecken und eure Komfortzone verlassen. Fragt eure Großeltern, ob damals mit den Sirenen für den Luftschutzbunker Rücksicht auf die seelische Verfassung der Anwohner genommen wurde.

  • Florian Rosen
    Posted at 03:56h, 22 März

    Servus,
    Den Zusatz find ich auch etwas seehr deutlich. Allerdings ist der Vorschlag zu lang (anssagedauer bei den mobilen anlagen).
    Außerdem hat das freiwillig und das freundliche nicht funktioniert, daher ist ein deutlicherer Ton notwendig, allerdings leiden darunter dann leider alle.
    Konkret: „die Einhaltung wird kontrolliert“
    Anstatt
    „Zuwiderhandlungen werden hart bestraft“
    Ansagen in Deutsch + Englisch (hier auch wieder ansagedauer das Problem)

  • lbn
    Posted at 10:10h, 22 März

    Mir gefällt der kürzere und gestern verwendete Text besser.

  • Reiner Zufall
    Posted at 17:51h, 22 März

    Stimmt!
    Hab ich mir Heute auch gedacht…
    Schafft voll die Endzeit Stimmung, dieses Lautsprecher Gequatsche!
    Besser die wichtigsten Verhaltensregeln MEHRSPRACHIG veröffentlichen, viele Mitbürger mit Migrations Hintergrund checken das oft nicht…

  • Katharina
    Posted at 22:13h, 28 März

    Ansagen verstärken die negative Stimmung noch mehr. Das hat sich ganz komisch angefühlt, wenn man drinnen sitzt, weiß. dass man eingeschränkt ist und dann solche düsteren Ansagen zu hören bekommt. Der Ton und die Wortwahl machen halt die Musik. Wenn die Ansagen jetzt geändert wurden (noch keine gehört), finde ich das sehr gut.
    Andererseits tun diese Beamten nur ihren Job und ihre Pflicht. Muss man auch verstehen.

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