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Aufgepasst: Am Freitag kommen wieder die Lautsprecherwagen

Was waren wir geschockt, als letzten Samstag die Lautsprecherwagen von Feuerwehr und Polizei durch die Straßen zogen mit ihrer finsteren Message in furchterregendem Lautsprecher-Blech-Ton:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, derzeit gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Bleiben Sie zuhause. Der Gang zur Arbeit, zum Arzt oder zum Lebensmitteleinkauf ist weiterhin möglich. Zuwiderhandlungen werden hart bestraft.“

Der zweite Schock folgte kurz darauf, als wir die Online-Kommentare zu unserem Artikel gelesen haben: Zwar haben wir auch sehr viel Zuspruch bekommen von ähnlich verwunderten Menschen, die die Aktion deplatziert und übertrieben fanden. Aber auch das Unverständnis gegenüber unserer Kritik an der Massnahme war groß.

Drum wollen wir an der Stelle noch einmal in aller Deutlichkeit festhalten: Wir kritisieren nicht die Ausgangsbeschränkungen an sich, sondern die Art und Weise, wie diese via Lautsprecherwagen kommuniziert wurden. Nämlich in unangemessenem Ton und so verkürzt, dass einige wichtige Punkte nicht genannt wurden (namentlich, dass man nach wie vor raus darf zum Spazieren oder Sport treiben. Halt nur alleine oder mit der engen Familie).

Neue Durchsagen ab Freitagabend

Momentan geht das Bayerische Innenministerium über die Bücher und erarbeitet neue Durchsagen: „Derzeit aktualisieren wir die Inhalte der Radio- und Lautsprecherdurchsagen“, erklärt ein Pressesprecher des Bayerischen Staatsministeriums des Innern auf schriftliche Nachfrage von MUCBOOK. Ab Freitagabend sollen die neuen Durchsagen zu hören sein.

Mittlerweile ist auch etwas nachvollziehbarer geworden, wie die finsteren Durchsagen vom Wochenende entstanden sind: Das Innenministerium hat „Textvorschläge“ erstellt und die an alle bayrischen Polizeidienststellen geschickt.

Die hätten aber offenbar nicht so befehlsmäßig verstanden werden müssen, wie das in den Medien zum Teil dargestellt wurde. Dazu das Innenministerium:“Die Art und Weise und wann diese Texte bei Durchsagen veröffentlicht werden, obliegt den Polizeipräsidien bzw. den Feuerwehren. Selbstverständlich können auch regionale Besonderheiten wie beispielsweise andere Sprachen berücksichtigt werden.“

Das mit der Sprache hatte ja dann am Sonntag geklappt: Die Durchsagen waren neben Deutsch auch noch auf Englisch zu hören.

Auch was die Länge betrifft, haben die regionalen Behörden offenbar mehr Spielraum, um die Durchsagen zu gestalten. Kurze und prägnante Durchsagen hätten zwar erfahrungsgemäß „eine wesentlich bessere Wirkung“. Aber: Eine Festlegung auf maximal 30 Sekunden Länge gibt es nicht.

Dieter Reiter bitte kommen, over.

Wir wiederholen also an der Stelle gerne unsere Bitte an den OB und an das Polizeipräsidium München und schlagen noch einmal einen angepassten Text vor:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

derzeit gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause. Der Gang zur Arbeit, zum Arzt und zum Lebensmitteleinkauf ist weiterhin möglich. Auch Spaziergänge alleine oder innerhalb des eigenen Hausstands sind erlaubt, genauso wie Sport alleine. Halten Sie aber bei allen Aktivitäten im öffentlichen Raum ausreichend Abstand zu ihren Mitmenschen. Danke für Ihre Mithilfe!

Falls Not am Mann ist: Wir haben auch gute Übersetzer*innen im Team und ein paar Sprecherstimmen könnten wir auch auftreiben 😉

Wie man einen super sympathischen Umgang mit der Bevölkerung findet, beweist ihr ja jedes Jahr mit der Wiesnwache. Es muss ja nicht gleich eine krasse Gesangsnummer sein, so wie das die Kolleg*innen in Spanien ab und zu gerne machen:

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