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Warum tust du das mit Querfeld

Wenn du an eine Paprika oder Gurke denkst, bekommst du wahrscheinlich ein ganz bestimmtes Bild in den Kopf. Klar, Gemüse ist etwas, was wir tagtäglich zu Gesicht bekommen und kennen, da wissen wir genau, wie es aussieht. Spätestens, wenn du schon einmal selbst Gemüse oder Obst angebaut hast, wird dir allerdings klar, dass es nicht selbstverständlich ist, dass Gemüse und Obst so aussehen, wie wir es aus dem Supermarkt gewohnt sind. Wie vieles andere ist jedes Gemüse und jede Frucht, die wir in die Hand bekommen ein eigenes individuelles Stück Natur und gleicht keinem anderen. Doch wie kommt es dann, dass alle Rüben im Regal gleich aussehen, gleich groß und gleich gekrümmt sind? Das Stichwort hier lautet Ernteverlust: Alles was nicht in die Norm passt (zu klein, zu groß, zu krumm, komisch proportioniert) wird rigoros aussortiert und landet im besten Fall noch als Tierfutter irgendwo. Noch häufiger bleibt krummes Gemüse liegen oder landet im Müll.

Diesem Problem möchte Malte Zaumseil von Querfeld entgegenwirken. Wir haben mal nachgeschaut, wer und was hinter dem Projekt steckt: Vorhang auf für Malte und Querfeld!

Sag mal Malte, warum tust du das?

Mein Engagement bei Querfeld ist meine Antwort auf das Problem der Lebensmittelverschwendung. Man kann nicht alle Probleme des Systems gleichzeitig angehen, also haben wir uns in diesem Team von tollen Menschen zusammengefunden, um etwas gegen das Problem der Ernteverluste am Anfang der Lieferkette zu unternehmen. 

Beschreibe dein Projekt in 3 Sätzen:

Bis zu 30% einer Ernte bleiben bereits auf dem Feld zurück, weil die Exemplare zu klein, zu krumm oder mit Schalenfehler gewachsen sind. Wir nehmen Erzeuger*innen diesen Teil der Ernte zu fairen Preisen ab und beliefern damit Küchen in Schulen, Restaurant und Caterings. Ab sofort beliefern wir auch Liefergemeinschaften in deiner Nachbarschaft, schau mal vorbei! 

Was ist neu, anders und einzigartig an deinem Projekt?

Anders und einzigartig an unserem Projekt ist vor allem unser Bio-Obst und Gemüse. Und das ist auch gut so, denn als das Projekt 2016 begann, hat sich kaum jemand für die krummen Exemplare interessiert. Seitdem tragen wir das Thema so oft wie möglich in die Öffentlichkeit, um für mehr Wertschätzung unserer Lebensmittel zu werben. Es ist schon absurd, wenn man überlegt, dass es als neu, anders und einzigartig gilt, wenn man anfängt die gesamte Ernte zu nutzen, so wie sie auch in jedem Garten wachsen würde.

Wie viel Zeit hast du in dein Projekt investiert?

Ob mit dem gemieteten Transporter selbst zu den Höfen rauszufahren, auf Festivals krummes Gemüse an Küchen und Supermärkte auszugeben, oder in den ersten Tagen unserer Feldbotschaften fertig gepackte Obst- und Gemüsetüten mit dem Lastenrad durch die Stadt zu kuschieren – seit 2016 sind unzählige Stunden und Wochenenden investiert worden, um die richtigen Parter*innen zu finden, die nun gemeinsam mit uns den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung aufgenommen haben. Und es lohnt sich! Unser Netzwerk wächst und wächst und das Thema spielt bei immer mehr Menschen im Alltag eine Rolle.

Wo findet man dich?

Momentan hauptsächlich noch auf dem Balkon im Homeoffice. Ansonsten haben wir ein tolles Büro in Berlin am Treptower Park, mit schönem Innenhof und spannenden anderen Initiativen wie Sea-Watch, OSTMOST oder einer Reihe von Werkstattkollektiven. Inzwischen bin ich auch immer wieder in München, um das Querfeld-Team dort zu unterstützen.

Wer unterstützt dich?

Wir arbeiten Hand in Hand mit unserer Kreativagentur LAUTHALS, die entscheidend zu der Gründung von Querfeld beigetragen hat und das richtige Händchen für unsere Kommunikation mitbringen.

Was machst du, wenn du nicht an deinem Projekt arbeitest?

So wie eigentlich unser gesamtes Team, treibe ich mich am Liebsten an einer Wand zum Klettern, bzw. Bouldern rum. Außerdem lege ich als „Maltesar” auf Openairs, in Clubs und neuerdings auch per Stream auf. Melodien aus aller Welt, gemischt mit langsamen und zugleich treibenden Bässen – das ist meine Welt. 

Was liebst du an München besonders?

Die Qualität des Essens. Kommt zwar zu einem höheren Preis als mein Berliner Portemonnaie es kennt, aber das ist es wert. 

Wenn dein Projekt eine Person wäre, wie wäre diese Person?

Diese Person wäre ein Wirbelwind, die keinen Stein auf dem anderen lässt, sich nicht unterkriegen lässt und aus jeder Krise stärker als zuvor hervorgeht. 

Wo findet man dich im Netz?

Alles läuft auf unserer Homepage zusammen, hier gibt’s alle weiterführenden Links, die das Internet so zu bieten hat. Ansonsten ist Instagram ein super Kanal, wo man viel über unsere krummen Schätze und das Problem Lebensmittelverschwendung lernen kann.

Ein Song, der mit deinem Projekt zu tun hat?

Wir haben sogar einen eigenen „Sound of Querfeld“. Ein wenig schräg, so wie alles bei uns, und zu finden auf unserer Facebook-Seite. 


Beitragsbild: © Querfeld

Sophia Hösi
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