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Warum tut ihr das? Adam und Jonas von Comecerts im Interview

Chinesisches Schattentheater in der Roten Sonne? Koreanische Konzerte im Import Export? Fernost im Harry Klein? Dahinter stecken höchstwahrscheinlich Jonas Haesner und Adam Langer.

Die beiden haben vor mittlerweile vier Jahren ziemlich spontan ein Konzert auf die Beine gestellt – damals noch in der Südstadt und ohne jegliche Erfahrung. Wenn bei der Lieblingsband ein Konzert ausfällt, muss man sich schließlich um einen Ersatz kümmern!

Mittlerweile ist daraus eine Konzertreihe und eine Agentur geworden, die in ganz Deutschland für Konzerte von Bands aus dem asiatischen Raum verantwortlich sind. Grund genug, den beiden mal auf die Finger zu schauen und nachzufragen, was es mit Comecerts auf sich hat. Und psssst, vielleicht steht in der nächsten Zeit ja schon wieder ein neues Konzert an.

Woher kommt der Name Comecerts und was bedeutet er?

Comecerts ist unsere Münchner Konzertreihe, in der wir Projekte als Veranstalter selbst präsentieren. Come + Concerts = Unser Motto! Wir laden vor allem junge Bands aus dem asiatischen Raum ein und versuchen ihnen hier in München eine Plattform zu bieten. Gleichzeitig ist uns der Kulturaustausch sehr wichtig und wir laden zu jedem Konzert ebenfalls Münchner KünstlerInnen ein. Wir versuchen gute und nette Leute zusammenzubringen, denn nur so kann man Neues schaffen.

Agency &Aus unserem Projekt “Comecerts” heraus ist im letzten Jahr eine Agentur entstanden, mit der wir nun internationale Projekte realisieren können. Wir haben gemerkt, wie wichtig der Kulturaustausch in beide Richtungen ist und fördern ihn damit, dass wir das Verbindungsglied für großartige Projekte bilden.

Sei es “Koreanische Designlegenden & The Notwist”, “Dadamachines & Goethe Institut & Hongkonger Plattenladen” oder “Die Augsburger Puppenkiste & Chinesisches Schattenspiel & Regierung von Oberbayern & Regierung von Shandong & Flüchtlinge aus Syrien & Grundschul-Kinder”: Wir sind das “&”, das den Projekterfolg durch Kuration, Booking, Vermittlung, Dolmetschen und Organisation möglich macht.

Volles Haus beim Schattentheater in der Favorit Bar

Was ist neu, anders und einzigartig an eurem Projekt?

Die Vielfalt und Ganzheitlichkeit der Vermittlung über Landes- und Kulturgrenzen. Wir schaffen neue Wege und Verbindungen wo vorher keine waren.

Wie viel Zeit habt ihr in euer Projekt investiert?

Wir geben alles!

Wo findet man euch?

Wenn wir nicht an unserem Schreibtisch sitzen, an einem unserer Lieblingsorte: im Import Export, im Schwimmbad oder im Zug. Manchmal auch noch in der Uni Garching, aber hoffentlich nicht mehr lange.

Wer unterstützt euch?

Unser treues Publikum (!!!), unsere Freunde und Familie, aber natürlich auch verschiedene Kulturinstitutionen, sowie alle KünstlerInnen, die in unsere Arbeit vertrauen.

Förderungen, sind bei solchen Projekten essentiell, aber leider gar nicht immer einfach zu realisieren. Habt ihr Ideen? Meldet euch gerne bei uns! 😉

Was macht ihr, wenn ihr nicht an eurem Projekt arbeitet?

Adam: Ich habe im Herbst 2018 das Booking für das Andromeda Mega Express Orchestra übernommen. Das erfordert viel Zeit aber bringt mich gleichzeitig auch viel weiter und macht Spaß.

Jonas: Ich schreibe aktuell noch meinen Master an der Uni und lege ab und an als Käthe&Haes zusammen mit einer Freundin auf. Ein Herzensprojekt ist da auch TurnTableTennis, das wir zusammen ins Leben gerufen haben.

Was liebt ihr an München besonders?

Die Münchner Gelassenheit und Weltoffenheit. Wir machen nach den Konzerten immer mit den Bands Weißwurstfrühstück und das sind schon immer besondere und vor allem lustige Momente. Es ist schön, wie Menschen in einer fremden Umgebung so einfach Spaß haben können und sich so schnell wohl fühlen.

Wenn euer Projekt eine Person wäre, wie wäre diese Person?

Neugierig, aufgeweckt, und liebenswert – manchmal ganz schön chaotisch, aber immer mit der richtigen Lösung am Start.

Eure Infos im Netz?

www.agencyand.com
https://www.facebook.com/comecerts/

Ein Song, der mit eurem Projekt zu tun hat?

P.K. 14 – Mystery of Shadows: Aufgenommen im Berliner Hansa-Studio (David Bowie!) featured dieser Song der Pekinger Legenden durch unsere Vermittlung vier Musiker des Andromeda Mega Express Orchestra. Wie das?

Der Sänger Haisong ist ein guter Freund, lernte in China “The Notwist” kennen, die wiederum in Deutschland an einem Konzert mit der Band “Hiperson” teilnahmen, und sich so gut verstanden. Andi Haberl von The Notwist spielt im Andromeda Mega Express Orchestra. Adam lieferte den Vorschlag zu einer gemeinsamen Aufnahme. Der Rest ist Geschichte.

 

Dir kommt Jonas irgendwie bekannt vor? Richtig, für MUCBOOK wirft er regelmäßig in „Hidden Places“ einen Blick hinter die Kulissen.


Beitragsbild: © Mario Ratzel, Fotos: © Jonas Haesner

Sophia Hösi

Obligatorische Redaktionsschwäbin (wir sind überall)
Wahlmünchnerin seit 2013, zu finden irgendwo zwischen Ostbahnhof und Sendlinger Tor, wahrscheinlich an der Isar.
Sophia Hösi
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