Kultur, Live

„What´s up?“ – „Heavy Heavy.“ – Jamaram über ihr neues Album und ihre internationale Freundschaft

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„Warm im Klang, voller Seele und mit viel Liebe gemacht.“ So klingt die neue Platte „Heavy Heavy“ von Jamaram laut Max „Murxen“ Alberti. Mit viel Herzblut haben sie zusammen mit 6 Künstlern aus Zimbabwe – den Acoustic Night Allstars – eine Platte produziert, die zwei Traditionen und Kulturen zu einer verschmelzen lässt. Am Samstag treten sie alle gemeinsam im Backstage auf und lassen uns an ihrer internationalen Freundschaft teilhaben. Mucbook hat im Vorfeld mit Murxen und Lionel von Jamaram über die Zusammenarbeit und die langjährige Freundschaft mit den Acoustic Night Allstars gesprochen:

Mucbook: Ihr habt die Künstler der Acoustic Night Allstars 2012 auf einer Konzertreise in Zimbabwe auf dem HiFa Festival (Harare International Festival of the Arts) kennengelernt. Wie kam es zu diesem Treffen?

Murxen: Wir waren immer schon viel auf Reisen, beispielsweise in Kenia, Brasilien oder auch Uganda. Dort haben wir mit Roberta vom Goethe Institut zusammengearbeitet. Als Roberta von Uganda nach Zimbabwe umgezogen ist, hat sie uns dazu verholfen, auf dem HiFa Festival spielen zu dürfen. Da wir immer versuchen, so viel wie möglich von einem fremden Land mitzunehmen und neue Kontakte zu schließen, haben wir uns in Zimbabwe mit den Acoustic Night Allstars getroffen, einer Kollaboration aus mehreren Solokünstlern. Wir haben uns sofort super mit ihnen verstanden und sogar das Konzert zusammen gemeistert. Das war unsere erste Zusammenarbeit.

Wann wusstet ihr, dass ihr die Zusammenarbeit weiterführen möchtet?

Lionel: Wir hatten eigentlich im Vorfeld schon mehr geplant.

Murxen: Das Goethe Institut steht für Austausch. Von daher wollten wir den Künstlern in Zimbabwe auch die Möglichkeit geben nach Europa bzw. nach Deutschland zu kommen, damit die Erfahrungen und Inspirationen nicht nur einseitig gesammelt werden. Obwohl es mit viel Aufwand verbunden war, haben wir es glücklicherweise geschafft, drei Künstler der Acoustic Night Allstars im Jahr 2013 für 20 Shows mit auf Tour zu nehmen. Bei diesen Shows hat sich gezeigt, dass es live super miteinander funktioniert und das deutsche Publikum voll mit dabei ist. Nach jeder Show wurden wir dann nach der dazugehörigen Platte gefragt. In dieser Zeit war eine Platte dazu eigentlich noch gar nicht in Planung. Aber von Mal zu Mal haben wir uns selbst gefragt: „Stimmt, wo ist eigentlich die CD dazu?“

Seid ihr dann noch einmal nach Zimbabwe geflogen?

Murxen: Ich habe damals einen Tourfilm, der auf unserer „Almost Hits“ Platte zu finden ist, gedreht. Drei Afrikaner mit Jamaram auf Tour, quasi ein Roadmovie über die Tour mit sehr schönen Szenen, die den gegenseitigen Austausch auch sehr gut zeigen. Man sieht beispielsweise, wie unsere afrikanischen Gäste das erste Mal Schnee erleben und gleichzeitig von der Kälte abgetörnt sind.
Durch diesen Film wurde ich ein weiteres Mal nach Zimbabwe eingeladen und habe ihn dort u.A. vor der Botschaft präsentiert. Danach haben wir uns die Künstler der Acoustic Night Allstars noch einmal angesehen und ausgewählt, wer von ihnen, zusätzlich zu den drei Künstlern, die wir schon kannten, zu uns kommt und das Album aufnimmt.

Wie verlief eure Zusammenarbeit? Hattet ihr bereits eine Vorstellung, wie das Album in etwa klingen soll?

Lionel: Wir hatten schon viel zusammen musiziert und da von den Acoustic Night Allstars jeder ein eigenständiger Künstler ist, hatten sie bereits im Vorfeld auch ein paar Songs im Repertoir. Murxen hat in Zimbabwe zudem noch Vorarbeit geleistet und manche dieser Songs ausgewählt und uns gezeigt. So konnten wir uns auch darauf vorbereiten. Als sie dann alle nach Deutschland kamen, haben wir gemeinsam aus diesem großen Pool an Songs die besten für das Album herausgepickt.

Murxen: Wir hatten leider sehr wenig Zeit für die Produktion des Albums. Nachdem wir uns die passenden Songs ausgesucht hatten, mussten wir uns überlegen, wie wir sie spielen möchten. Ob rockig oder akustisch, ein Song lässt sich auf tausend verschiedene Arten spielen. Unsere einzige Vorgabe war, dass wir alle Songs gemeinsam einspielen wollten. Das haben wir alles nacheinander koordiniert und noch mehrere Gastmusiker miteingebunden, die beispielsweise Cello, Kontrabass, Djembé und Kora eingespielt haben. So langsam hat sich das Puzzle vervollständigt und wir sind alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Einen Teil der Künstler aus Zimbabwe kennt ihr mittlerweile bereits seit drei Jahren. Was habt ihr aus der gemeinsamen Zusammenarbeit und Freundschaft menschlich wie auch musikalisch mitgenommen?

Lionel: Zimbabwe ist westlich geprägt, von daher gab es keine sprachlichen Hindernisse und wir kamen super klar. Wir haben uns natürlich auch über die Musik super miteinander verstanden und gemerkt, dass jeder seine eigenen Skills hat. Es gab zwei der afrikanischen Künstler, die eher aus dem Soul/R´n´B/Neo Soul/HipHop – Bereich kamen. Dann gab es wiederum auch zwei Künstler, die richtig traditionell simbabwianische Musik gespielt, auf Shona dazu gesungen und mit der Mbira musiziert haben. Dadurch sind viele verschiedene Rhythmen entstanden, vor allem 6/8 Rhythmen, die hier in Deutschland eher selten zu finden sind. Diese vielen Rhythmen haben wir gemischt und so aus zwei verschiedenen Kulturen und Traditionen eine gemeinsame geschaffen. Menschlich habe ich sehr viel Ruhe, Sanftmütigkeit und Respekt erfahren.

Murxen: Ich habe eine sehr große Herzlichkeit erfahren. Ich bin in dieser gemeinsamen Zeit Vater geworden. Obwohl die Acoustic Night Allstars meine Tochter nie persönlich kennengelernt haben, haben sie trotzdem Songs für sie komponiert. Wir haben auch ein Video aufgenommen, auf dem sie diese Songs für meine Tochter performen. Das ging mir sehr ans Herz.

Lionel: Für unsere sechs Gäste war die gesamte Reise nach Deutschland etwas komplett Neues. Der erste große Trip, die Verabschiedung von der ganzen Familie, der erste Kontakt mit Schnee, das war schon etwas sehr Besonderes. Sie werden in Zimbabwe deswegen auch sehr gefeiert. Zudem waren sie erstaunt, wie pünktlich und genau geplant hier alles abläuft.

Inwiefern ist die Band Jamaram an diesem Projekt gewachsen?

Lionel: Es ist immer gut sich weiterzuentwickeln, indem man mit anderen Künstlern zusammenarbeitet. Andere Einflüsse aufnehmen. Oberflächlich gesehen nimmt man das in der ersten Zeit vielleicht gar nicht so wahr, aber unterbewusst passiert ganz viel. Das merkt man teilweise erst bei der nächsten Komposition. Sobald man seinen Horizont erweitert und andere Einflüsse zulässt, bringt einen das wahnsinnig weiter. Dieses wunderbare Projekt hat Jamaram auf jeden Fall weitergebracht. Wir haben eine neue Platte mit afrikanischen Einflüssen, die wieder frischen Wind in die alten Segel gebracht hat.

Einen kleinen Vorgeschmack auf das Album „Heavy Heavy“ und der Zusammenarbeit von Jamaram & Acoustic Night Allstars gibt es mit dem Video zur Single „I´m Ready“:

Gemeinsam mit den Acoustic Night Allstars treten Jamaram am Samstag, den 18.April im Backstage in München auf. Wer kommenden Samstag also noch nichts vorhat, der sollte sich diese internationale Kollaboration nicht entgehen lassen.

JAMARAM & ACOUSTIC NIGHT ALLSTARS

18.04.2015, 20.30 UHR

BACKSTAGE WERK
REITKNECHTSTRASSE 6, 80639 MÜNCHEN

TICKETS: 19,40 EURO

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