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München, deine Berge: Herbstausflug zur Höllental- oder zur Parntachklamm

Eine Klamm ist keine normale Schlucht und auch kein normales Tal – eine Klamm ist eine Klamm: Eine Art Riss im Berg mit überhängenden Felswänden, einem Bach, tiefblauen Wasserfällen, jahrhundertealten Gumpen und moosig-grünen Felsen. Kurz gesagt ein atemberaubendes Naturschauspiel. Wie gut, dass es bei Garmisch gleich zwei davon gibt, die man an einem schönen Wochenende im Herbst besuchen kann.

Die idyllische Partnachklamm

Direkt bei der Olympia-Skischanze in Garmisch, großer gebührenpflichtiger Parkplatz ist vorhanden, findet man die gut ausgeschilderte Partnachklamm. Und leider damit auch jede Menge Familien und andere Touristen, die wacker in dünnen Schlappen Richtung Klamm wandern.

Am eigentlichen Klamm-Eingang angekommen, bezahlen Erwachsene 5 Euro Eintritt und schon geht es in die mystische Klamm, die übrigens stolze 10.000 Jahre alt ist. Ab hier sollte man definitiv die Regenjacke griffbereit haben, denn während unter einem ab jetzt die türkisblaue Partnach rauscht, tropft und nieselt es von oben.

Dank der tief stehenden Herbstsonne funkeln nasse Moose und Farne an den steilen Felswänden über einem. Bunte Blätter trudeln vom Wald über einem in den Bach. Für die Klamm kann man sich ruhig Zeit nehmen, da sie mit ihren knapp 700 Metern eh relativ schnell durchquert ist.

An ihrem Ende angekommen, kann man sich entscheiden, ob es von hier den selben Weg zurück oder noch weiter zur ersten Einkehr gehen soll, dem Graseck Hotel. Weitere zwei Stunden den Berg hoch geht es außerdem zum Berggasthof Eckbauer, zu dem auch eine Seilbahn hoch führt. Heißt: auch hier ist es ziemlich überfüllt mit Touristen. „That’s so awesome about Munich…“, ist eh klar.

Wir bestellen unsere Getränke und essen unsere Brotzeit in Ruhe auf der Bank hinterm Haus.

Wer sich die teuere Bergbahn sparen will, läuft einfach auf der Eckbauer-Abfahrt, einem Landwirtschaftsweg unterhalb der Bahn, wieder runter in Richtung Skischanze. Und gönnt sich zum Abschluss des Tagesausflugs noch eine kleine Fahrt mit der Sommerodelbahn am Fuße des Bergs.

Tipp: Immer vorher checken, ob die Klamm aufgrund des Wetters offen hat. Mehr Infos gibt es hier:

Soviel Zeit solltest du mitbringen: mindestens einen halben Tag, je nach weiterer Route.

Regulär hat die Klamm so offen:

  • Mai, Oktober: 08:00 – 18:00 Uhr
  • Juni – September: 06:00 – 22:00 Uhr
  • November – April: 09:00 – 18:00 Uhr

Die anspruchsvolle Höllentalklamm

Etwas hinter Garmisch – auf dem Weg zum schönen Eibsee – liegt der Weg zur Höllentalklamm. Parkplätze sind in Grainau (Ortsteil Hammersbach), von wo aus es losgeht, gleich mehrere vorhanden. Und genau diesem Hammersbach folgen wir zu seinen Ursprüngen.

Doch bevor wir am Eingang der Höllentalklamm überhaupt ankommen, geht es ordentlich durch den Wald bergauf. Für Ungeübte bietet sich da die kleine Zwischenstation auf 1045 Metern Höhe als Rast an, die gleichzeitig der Eingang zur Klamm ist. Frisch gestärkt geht es dann für 5 Euro in die Klamm (DAV-Mitglieder zahlen nur 2 Euro).

Mehrere Rinnsale vereinigen sich hier am Ende des Höllentals, das zwischen Blassenkamm und Waxensteinkamm im Zugspitzmassiv liegt. Hier hat der Bach auf einer Länge von über 1.000 Metern tiefe Einschnitte im Muschelkalk hinterlassen.

Auf zahlreichen nassen Brücken, durch Tunnel und über verschlungene Pfade geht es stetig den Berg hoch. Feste, wasserabweisende Schuhe und die Regenjacke sind spätestens ab hier gefragt. Anders als bei der Partnachklamm ist die Höllentalklamm viel rauer und weniger bewachsen. Etwas mehr Grün bekommt man erst am Ende zu sehen, wenn es zur Einkehr auf die Höllental-Angerhütte auf 1387 Meter geht.

Anders als die Partnachklamm ist die Höllentalklamm nur in der schneefreien Zeit begehbar, da die Wege im Winter teils abgebaut werden. Alle weiteren Infos zur Klamm findest du hier: 

Tipp: Um den Wochenendstau nach Garmisch zu umgehen, lohnt es sich früh loszufahren.

So viel Zeit solltest du mitbringen: mindestens ein Tag.

Unbedingt mitnehmen: Genug zum Trinken und eine Brotzeit, festes Schuhwerk, Regenjacke. Da in den Klammsen, nein, Spaß, es heißt tatsächlich Klammen, oft ein kühles, feuchtes Klima herrscht, ist ein dicker Pulli außerdem nie verkehrt.

Viel Spaß beim Wandern wünschen wir dir!

Wenn du trotz Kater Lust auf Berge hast, lies am besten hier weiter. Oder aber du willst ohne Auto in die Berge, dann hat unsere Autorin Barbara hier eine tolle Route für dich.


Fotos: © Ronja Lotz

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