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Der Ursprung der Liebe – Liv Strömquist liest am 18. Juli im Lovelace

Ayla Amschlinger

Ayla Amschlinger

Liest am liebsten während des Frühstücks, nicht selten mit dem ärgerlichen Nebeneffekt, dass der Kaffee dabei kalt wird. Außer in Buchläden und Cafés trifft man sie in Kinos, auf Flohmärkten und in Zügen nach Irgendwo.
Ayla Amschlinger

Auf der Pressekonferenz anlässlich seiner Verlobung mit Diana wurde Prinz Charles folgende Frage gestellt: „Are you in love?“ Er war einen Augenblick still und antwortete dann: „Yes … Whatever ‚love‘ means.“

Prinz Charles, Ernest Hemingway, Mr. Big aus Sex and the City, Kevin Federline (nur zur Erinnerung, das ist der Exmann von Britney!) – unsere Kulturgeschichte ist voll von Arschlochtypen, die es geschafft haben, wunderhübsche starke Frauen in wimmernde hilfsbedürftige Elendshäufchen zu verwandeln. Frauen, die, anstatt fluchend Reißauszunehmen, am Hemdsärmel des jeweiligen Mannes kleben bleiben, nächtelang auf Anrufe warten und ganze Heerscharen von Freundinnen zu Krisensitzungen auf den Plan rufen („Er kann nicht über Gefühle sprechen!“). Oder sich für tatterige, stark alkoholisierte, paranoide alte Fettsäcke aufopfern (Mary Welsh Hemingway).

Und das soll Liebe sein?

„Er antwortet nie auf meine SMS! Er kann nicht über Gefühle sprechen! Wenn ich weine, hat er keine Ahnung, wie er mich trösten soll! Jede beliebige Frau könnte mich besser trösten, wenn ich weine, als er  – der mich seit 4 Jahren kennt! Aber trotzdem will ich UNBEDINGT mit ihm zusammen sein!“

Was ist in einer Beziehung erlaubt und was nicht? Warum ziehen und zerren wir am jeweils anderen, als ob es sich nicht um eine eigenständige Person handeln würde? Warum klagen wir an, erwarten zu viel, interpretieren oder katastrophieren jeden Satz oder jede eben nicht geschickte Nachricht? Warum begeben wir uns in immer gleiche Rollenverteilungen, die uns selbst nicht gefallen können?

Urkomisch und tieftragisch spürt die schwedische Politikwissenschaftlerin und Comicautorin Liv Strömquist dem Phänomen der (romantischen) Liebe nach – vom prüden 19. Jahrhundert, über die nordische Sagenwelt bis hin zur Popkultur unserer Gegenwart – von der Vernunftehe, über die Liebesheirat, bis hin zur polyamourösen offenen Beziehung. Dabei jongliert sie mit soziologischen Theorien und psychoanalytischen Diskursen, Sitcom-Analysen und Boulevard-Gossip – und hält uns mehr als einmal den Spiegel vor, welchen irrsinnigen Konzepten und Überzeugungen wir auf den Leim gehen, wenn es um Herzensangelegenheiten geht. 

Eine Graphic Novel, der man am liebsten die Seiten ausreißen möchte, um sie sich als Denkzettel in der Wohnung aufzuhängen. Oder der besten Freundin als Screenshot per Whatsapp zuschicken. Oder diesem doofen Typen, der auch wirklich so rein gar nichts checkt, damit eins über zu …

Am 18. Juli stellt Liv Strömquist ihre beiden Graphic Novels „Der Ursprung der Liebe“ und „Der Ursprung der Welt“ im The LOVELACE vor. Moderiert wird der Abend von Mariia Fedorova (Zündfunk).


In aller Kürze:

Was? „Der Ursprung der Liebe“ Graphic Novel, erschienen im avant-verlag
Wer? Liv Strömquist
Wann & Wo? Mittwoch, 18. Juli 2018 ab 20:30 Uhr im The LOVELACE

Tickets für 5,-  gibt es an der Abendkasse


Fotos: © avant-verlag / Beitragsbild: Ayla Amschlinger

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