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Die 10 (wirklich) besten Orte mit Griechenland-Feeling in München

Florian Kappelsberger

Sightseeing in Athen, Sonnenuntergänge auf Santorini, Schwimmen am Strand von Korfu: Viele Münchner*innen haben ihre Sommerferien im griechischen Urlaubsparadies verbracht. Wir verlängern das Griechenland-Feeling jetzt noch etwas, ohne dass ihr dafür in den Flieger steigen müsst. Denn Griechenland und Bayern verbindet eine Freundschaft von mehr als 200 Jahren, die an vielen Orten der Stadt sichtbar ist. Ob antike Statuen, orthodoxe Ikonen oder gegrillte Spezialitäten – wir nehmen Dich mit auf eine Tour durch das griechische München!

Klassizismus am Königsplatz

Dass unsere Stadt bis heute den Spitznamen ‘Isar-Athen’ trägt, ist vor allem einer Person zu verdanken: dem bayerischen König Ludwig I. “Ich werde nicht ruhen, bis München aussieht wie Athen!”, soll dieser bei seiner Krönung im Jahr 1825 verkündet haben. An keinem Ort spiegelt sich dieser Anspruch so deutlich wie am Königsplatz, gestaltet vom Architekten Leo von Klenze. Sein Herzstück ist die Glyptothek, Münchens ältestes und vielleicht schönstes Museum. Der klassizistische Bau erinnert an einen antiken Tempel, über den ionischen Säulen wacht die Göttin Athena. Im Inneren erwarten Dich eindrucksvolle Marmorskulpturen, darunter der Barberinische Faun und einige Figuren aus dem Heiligtum der Aphaia, die eine Szene aus dem Trojanischen Krieg zeigen.

Die Staatlichen Antikensammlungen direkt gegenüber beherbergen kunstvoll bemalte Vasen, Gläser und Goldschmuckstücke, geschaffen von griechischen, römischen und etruskischen Künstler*innen. Noch bis zum 19. September ist dort außerdem die Ausstellung “Hellas in München” zu sehen, die sich der 200-jährigen Freundschaft zwischen Bayern und Griechenland widmet. Den Abschluss des Forums bilden die Propyläen an der Westseite des Königsplatzes: Das tempelartige Stadttor wurde nach dem Vorbild der Athener Akropolis errichtet und sollte nicht nur die bayerisch-griechische Freundschaft symbolisieren, sondern auch den Freiheitsgeist der Griechischen Revolution.

Im Anschluss an diesen Unabhängigkeitskrieg wurde sogar ein bayerischer Prinz zum König von Griechenland ernannt, das Weiß-Blau der griechischen Nationalflagge wurde dem bayerischen Vorbild angeglichen. König Ottos Herrschaft währte allerdings nicht lange, im Jahr 1862 wurde er abgesetzt und verstarb wenig später im Bamberger Exil.

Restaurant Troja

Wir machen einen Abstecher nach Laim und nehmen Platz auf der Terrasse des Restaurants Troja. (Dankbarerweise muss man sich anders als in der Sage nicht erst in einem gigantischen Holzpferd verstecken, um eingelassen zu werden.) Die Speisekarte ist vielfältig, von hausgemachtem Tzatziki und herzhaftem Bifteki bis hin zu leckeren Florinis, das sind mit Schafskäse gefüllte Paprikas. Auch die himmlische Nachspeise Galaktoboureko sollte man auf keinen Fall verpassen!

Restaurant Troja, Stürzerstraße 38

Schwanthalerhöhe

Die Schwanthalerhöhe spielt eine besondere Rolle in der bayerisch-griechischen Geschichte: Ab 1960 war das Viertel eine Anlaufstelle für tausende griechische Gastarbeiter*innen, die in der örtlichen Gummifabrik angestellt waren, und entwickelte sich so zu einer ‘Hochburg’ der Griechen in München. Während der Diktatur der Militärjunta zwischen 1967 und 1974 verließen zudem viele Griech*innen aus politischen Gründen ihr Land, um im Münchner Exil zu leben. So zählt die Stadt heute die größte griechische Gemeinde in ganz Deutschland, ihre Präsenz im Westend schwindet allerdings nach und nach – nicht zuletzt auch wegen der explodierenden Mieten und der Auswirkungen der Finanzkrise.

Die evangelische Kirche leitet bis heute das Griechische Haus im Westend, ein internationaler Ort der Begegnung. Dort werden Sprachunterricht und Seelsorge angeboten, das Café Philoxenos dient als Treffpunkt der Nachbarschaft. Daneben veranstaltet das Evangelische Migrationszentrum jährlich ein griechisches Straßenfest und wirkt am Griechisch-Bayerischen Kulturtag mit, der seit 2005 jährlich am Odeonsplatz stattfindet. Wegen der Pandemie mussten diese Veranstaltungen in den letzten beiden Jahren allerdings ausfallen.

Ruhmeshalle

Weiter geht es an der Ruhmeshalle, die imposant auf dem Hügel oberhalb der Theresienwiese steht. Sie ist deutlich vom Vorbild der antiken Tempel inspiriert und wurde – wie unzählige andere Bauten des Klassizismus – in München unter König Ludwig I. errichtet. In der dreiflügeligen Säulenhalle sind die Büsten großer bayerischer Personen ausgestellt, darunter Albrecht Dürer, Ludwig Thoma und Lena Christ. Vor der Halle steht eine monumentale (und begehbare) Bronzestatue der bayerischen Schutzpatronin Bavaria, die normalerweise im Spätsommer über das bunte Treiben auf dem Oktoberfest wacht.

Salvatorkirche

Im Kreuzviertel der Altstadt erwartet uns die Backsteinkirche St. Salvator, Zentrum der griechisch-orthodoxen Gemeinde in München. Die drittälteste Kirche der Stadt diente ursprünglich als katholisches Gotteshaus, im Jahr 1828 wurde sie der griechisch-orthodoxen Metropolie übergeben. Heute kann man darin nicht nur die prächtigen und goldverzierten Ikonen entdecken, sondern auch die erhabene Liturgie nach griechischer Tradition.

Restaurant Elia

Wir legen einen Zwischenstopp in Schwabing ein und besuchen das griechische Restaurant Elia in der Herzogstraße. Bei abendlicher Atmosphäre und Kerzenschein lassen sich hier hausgemachte Dolmadakia-Weinblätter, gebratene Kalamari, Gyros vom Grill und vieles mehr genießen. Dazu vielleicht noch eine Flasche griechischen Weins, den Udo Jürgens so schwärmerisch besungen hat…

Restaurant Elia, Herzogstraße 90

Friedensengel

Eines weiteres Symbol des griechischen Einflusses in München ragt an der Luitpoldbrücke in den Himmel von Bogenhausen: der Friedensengel. Das Denkmal wurde zum 25. Jubiläum des Friedens nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1871 gestiftet. Die goldene Figur an der Spitze ähnelt der Siegesgöttin Nike und thront auf einer korinthischen Säule. Geheimtipp: Wer sich für griechische Mythen begeistert (oder die Szenen des Disneyfilms nacherleben will), kann an den steinernen Eckpfeilern die zwölf Heldentaten von Herakles entdecken.

Sammlung Schack

Wenn Du dich im wechselhaften Münchner Spätsommer nach den sonnenbeschienenen Hügeln, Buchten und Stränden Griechenlands sehnst, kannst Du stattdessen nur wenige Minuten entfernt die Sammlung Schack besuchen. Während die Neue Pinakothek umgebaut wird, sind dort vierzehn Ölgemälde von des Künstlers Carl Rottmann ausgestellt. Dieser ist ab 1835 im Auftrag von König Ludwig I. nach Griechenland gereist und hat eine Eindrücke in fesselnden Landschaftsbildern festgehalten. Sie zeigen etwa die Küste von Korfu, die Inselidylle von Delos und die raue Ebene von Sparta. Oft entdeckt man in diesen menschenleeren Landschaften auch die ehemals prächtigen Tempelbauten des antiken Griechenlands, die immer weiter verfallen.

Royal Healthy Slices

Die griechische Küche ist zwar reich und vielfältig, aber eines ist sie sicherlich nicht: fleischarm. (“What do you mean, he don’t eat no meat?“) Vegetarier*innen bleibt nach langer Suche auf der Speisekarte oft nur die Wahl zwischen Salat und paniertem Fetakäse. Doch das muss nicht sein! Beim georgisch-griechischen Imbiss Royal Healthy Slices am Hohenzollernplatz kommt jeder auf seine Kosten, ob mit herzhaften Teigtaschen, leckeren Gemüse-Pita oder griechischem Mokka – alles hausgemacht von Herakles und seiner Mutter Maria. Unser Geheimtipp: die Spinatblume mit Ei, Fetakäse und Zwiebeln.

Royal Healthy Slices, Hohenzollernplatz 4

Sonnenuntergang am Monopteros

Wir schließen unsere Tour durch das griechische München am Monopteros im Englischen Garten. Der klassizistische Rundtempel wurde ebenfalls unter König Ludwig I. erbaut, ab den 1960er Jahren hat sich der Hügel zu einem Treffpunkt für Alternative und Künstler*innen entwickelt. Heute ist der Monopteros der perfekte Ort, um abends der Sonne dabei zuzusehen, wie sie langsam am Horizont von München verschwindet und den Himmel über der Stadt in ein kräftiges Orange taucht.

Dieser Ausflug ließe sich noch vielfältig erweitern, etwa mit dem Otto-König-von-Griechenland-Museum in Ottobrunn, das dem bayerischen Prinzen und hellenischen König gewidmet ist. Wenn Du die Reise stattdessen anderswo fortsetzen willst, kannst Du mit uns auch Frankreich, Italien oder Skandinavien entdecken – ohne München dabei für eine Sekunde verlassen zu müssen!


Titelbild: Jonathan Gallegos / Unsplash

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