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Die andere Seite #2: So sieht der Alltag einer Wiesn-Bedienung aus

Jonas Haesner

Jonas Haesner

Ich halte die Augen offen und versuche mit Fotos meine Sicht der Welt einzufangen.
Jonas Haesner

Jetzt ist sie wieder rum, die Wiesn. 16 Tage lang war München wieder Ausflugsziel Nummer eins der Welt. Auf der Wiesn wurden dieses Jahr wieder Millionen Liter an Bier getrunken, Fahrgeschäfte schleuderten ihre Gäste auf beeindruckende Art und Weise durch die Luft und manche genossen einfach nur den wunderbaren Ausblick vom Riesenrad. Doch während sich die vielen Gäste auf dem Oktoberfest amüsierten, gibt es natürlich auch die andere Seite.

13.000 Angestellte arbeiten jährlich auf der Wiesn

Über die letzten Wochen habe ich eine dieser 13.000 Menschen, die auf der Wiesn arbeiten, mit meiner Kamera begleitet. Moni ist eine Wiesn-Bedienung, die seit 8 Jahren diesen für viele unvorstellbaren Job macht. Davor freue man sich immer wahnsinnig darauf, sagt sie, aber jetzt sei es auch schön, dass es wieder vorbei ist. Zum Beginn der Wiesn haben wir sie bereits besucht und interviewt. 

Was waren Monis Eindrücke?

Es war schon mehr los als in den letzten beiden Jahren, erzählt mir Moni. Und das bestätigen auch die offiziellen Zahlen: Mit 6,3 Millionen Menschen kamen dieses Jahr 100.000 mehr als 2017 auf die Wiesn, und das obwohl sie dieses Jahr zwei Tage kürzer war.

Wenn es an den Tischen zu Schlägereien oder Ähnlichem kommt, ist das natürlich nie schön für die Bedienungen. Dieses Jahr habe es leider eine bei ihr an einem Reservierungstisch gegeben. Die Gäste seien dann alle rausgeflogen, ohne dass sie gezahlt haben. Hier müssen sich die Bedienungen dann meist selbst darum kümmern, dass sie ihr Geld noch bekommen, da sie mit allen Speisen und Getränken, die sie verkaufen, in Vorauskasse gehen. Moni musste bei der Reservierung am nächsten Tag anrufen und ihn dazu auffordern noch zu zahlen. Solche Geschichten seien natürlich immer sehr ärgerlich und vor allem nervig, wenn man dann nicht einmal einen Cent Trinkgeld für den Stress bekommt, sagt sie. Allerdings passiere das nur sehr selten.

Und was war dieses Jahr bei der Wiesn-Mode angesagt? Moni sagt, Modell Christbaumkugel sei bei den Damen wieder sehr im Kommen. Hauptsache viel Glitzer. Sonst ginge es wieder mehr Richtung traditioneller Trachtenmode, was ihr auch am Besten gefalle.

Die Arbeit einer Kellnerin

Während Moni im Zelt arbeitete, habe ich sie immer wieder besucht und sie beim Kellnern fotografiert:

Wenn der Tag vorbei ist, müssen die Bedienungen ihre Station sauber machen. Das heißt: Tische vollständig abräumen, wischen und aufstuhlen. Der Boden wird allerdings von einem extra Putz-Service aufgeräumt.

Für jede Bedienung bedeutet die Wiesn 16 (oder manchmal auch 18) Tage Stress pur. Ich wollte wissen, was das mit Moni macht und bin fast jeden zweiten Tag zu ihr gefahren, um ein Porträt von ihr zu machen. Sie sagt, für sie ist die Wiesn schon zur Gewohnheit geworden. Schaut es euch selbst an:


Fotos ©Jonas Haesner

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