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Die Pop-Up-Radwege kommen weg!

Leila Herrmann

Nun ist es beschlossen: Die Pop-Up-Radwege müssen weg! Das wurde am Mittag des 28. Oktober im Mobilitätsausschuss entschieden. Trotz aller Argumente für die Beibehaltung der Radwege haben OB Dieter Reiter und die SPD-Stadtratsfraktion sowie CSU, FDP und die Bayernpartei gegen ein Fortbestehen der Radspuren im Winter gestimmt.

Auto und Öffis statt Radl?

Weder die hohen Nutzungszahlen der Radwege, die Sicherheit der Radfahrer*innen oder die Demo des ADFC am 27. Oktober konnten den OB und die SPD-Fraktion umstimmen. Das bedeutet: Ab dem 31. Oktober werden die temporären Radspuren wieder aufgelöst und alle Radfahrer*innen sich mit den verbleibenden Radspuren zufrieden geben oder auf Auto oder ÖPNV ausweichen müssen.

Die CSU argumentiert, dass im Winter weniger Radfahrer und mehr Autos unterwegs seien. Außerdem gehe laut SPD die Bewertung der Radwege, die auch Rückmeldungen der Polizei und der MVG beinhaltet, nicht tief genug. Allerdings seien die Fraktionen nicht generell gegen Radwege an den Straßen, sie fordern aber zuerst eine sorgfältige Auswertung des Verkehrsversuchs.

Felix Sproll aus der SPD-Stadtratsfunktion sei es wichtig, dass die Verkehrswende unabhängig von der Entscheidung weitergehen werde: „Auch meine gesamte Fraktion möchte einen weiteren Ausbau der Radwege Infrastruktur mit dauerhaften Markierungen ab 01.04.2021 und mittelfristig auch bauliche Lösungen entwickeln. Dafür werden wir uns auch künftig stark machen.“

Die 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden spricht sich beispielsweise deutlich gegen den Rückbau der Radwege aus: „Die Evaluation zeigt es ganz deutlich: Die Pop-up-Radwege sind ein Erfolg. Nicht nur die Radfahrenden selbst, auch MVG, Polizei und Bezirksausschüsse bewerten den Verkehrsversuch als positiv. Es wäre deshalb richtig gewesen, die Radwege dauerhaft zu erhalten – und zwar ab sofort. Die Zahl der Radfahrenden in München ist in den vergangenen Jahren gestiegen, Corona hat diese Entwicklung deutlich verstärkt. Jetzt den Radfahrenden das bisschen zusätzlichen Verkehrsraum wieder zu nehmen und den Autos zu geben, halte ich für ein völlig falsches Signal, es ist zudem sozial ungerecht. Denn besonders Menschen mit niedrigem Einkommen können sich gar kein Auto leisten und sind auf ÖPNV oder eben Rad angewiesen. Die Entscheidung widerspricht auch dem Willen der Bevölkerung.“

Beitragsbild: ADFC

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