Gute Sache, Leben

Ein Dosentelefon im Wert von 10.000 Euro

Was haben ein Designer-Rucksack, ein Baby-Gipsabdruck-Set (ja, sowas gibts!) und ein Smart gemeinsam? All die Gegenstände gingen durch die Hände von Philipp Christov in seiner Tauschaktion „dasDosentelefon“. Sie halfen ihm dabei, sein Ziel zu erreichen und 10.000 Euro für Geflüchtete zu spenden. Über ein Jahr lang war Philipp mit seiner Aktion beschäftigt, hat Leute auf der Straße angesprochen und Tauschpartner gesucht.

Gerade mal neun Stationen hat er dann gebraucht, um ein selbstgebasteltes Dosentelefon in 10.000 Euro zu verwandeln. Die Reaktionen der Leute auf der Straße, wenn einer sie anspricht und etwas tauschen möchte? „An sich alle ziemlich schön. Ich habe bei jedem Tausch so eine tiefe innere Freude verspürt. Und wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück.“ Die meisten Leute seien zwar überrascht, aber durchaus begeistert gewesen von der Idee. „Nur manche waren genervt, weil sie in Eile waren.“

„Ich habe bei jedem Tausch eine tiefe innere Freude verspürt“

Ein Meilenstein der Tauschaktion kam unerwartet im letzten Oktober: per Mail erhält Philipp das Angebot, für seinen ertauschten Designer-Rucksack einen Smart zu bekommen. In seinem Blog hält er fest: „Zustand des Autos: Überragend!“. Von da fehlt nicht mehr viel bis zum Ziel: Das Auto geht an eine Filmproduktionsfirma, die einen Image-Film im Wert von rund 7000 € anbietet. Den Image-Film tauscht eine Event-Location gegen einen Abend inklusive Getränke und Buffet im Wert von 10.000 Euro – und (fast) fertig!

Am 20. Juli lässt die Firma „Pixida“ ihre Firmenfeier im Wert von 10.000 € steigen – und natürlich ist Philipp auch eingeladen und feiert seinen Erfolg: „Das war nochmal was besonderes, wenn man auf der eigenen ertauschten Feier ist und sich mit den ganzen Leuten unterhält. Das hat mich sehr bewegt“.

Die 10.000 Euro spendet er an Bellevue di Monaco, „weil sie Kindern und Jugendlichen in den Bereichen helfen, bei denen ich auch ansetzen würde.“

Jetzt ist erstmal durchatmen angesagt und das Jahr Revue passieren lassen. Dass Philipp aber auch in Zukunft aktiv bleibt, steht bereits fest: «vielleicht treffe ich coole Leute, mit denen ich ein Team zusammenstellen und ein Unternehmen gründen kann». Oder, noch ein wenig weiter gedacht: «Vielleicht habe ich in fünf bis zehn Jahren eine Menge Geld und  kann selber eine Stiftung gründen. Aber das ist ein weiter Ausblick in die Zukunft, da bin ich eher zurückhaltend».

Jetzt bleibt erstmal das wegen seiner Einfachheit absolut geniale Fazit, das Philipp mit seiner Dosentelefon-Aktion bewiesen hat: «Ideen sind – auch wenn sie verrückt klingen mögen – doch umsetzbar».

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