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#FridaysforFuture: Jeden Freitag fordern junge Menschen mehr Klimaschutz auf dem Marienplatz

Als die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg im August letzten Jahres begann, jeden Freitag für das Klima zu streiken und dafür die Schule zu schwänzen, ahnte sie sicher nicht, was für eine Welle der Solidarität sie lostreten würde. Mittlerweile streiken jeden Freitag weltweit hunderttausende SchülerInnen für bessere Klimapolitik.

Seit drei Wochen sind die Proteste auch in München angekommen. Letzten Freitag waren es laut Angaben der Polizei wieder mindestens 1.000 MünchnerInnen, am 25. Januar sogar 3.500. Die SchülerInnen treffen sich jeweils um 11:00 Uhr vor dem Rathaus und beginnen mit ihrer Kundgebung.

MUCBOOK war letzten Freitag vor Ort, um für dich die Stimmung einzufangen und die Leute zu ihren Beweggründen zu interviewen.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ wiederholen die SchülerInnen ihre Parole. Man merkt, dass viele hier trotz ihres jungen Alters schon Erfahrung im Streiken haben. Viele demonstrieren bereits zum dritten Mal auf der Fridays for Future-Demo, manche sind sogar extra aus Kempten oder Augsburg in selbst organisierten Gruppen angereist.

Demo für ein besseres Klima, trotz Schulverweisen

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Nach dem Motto „Wozu lernen, wenn wir keine Zukunft haben“, nehmen die jungen Menschen die Strafmaßnahmen der Schulen in Kauf. Einige kassieren heute sogar ihren dritten Verweis, wie mir ein Teilnehmer verriet.

Übrigens: Das bayrische Kultusministerium lässt den Direktoren freie Hand, was das Ausmaß der Strafen angeht, wie uns dessen Sprecher Daniel Otto am Telefon bestätigte. Theoretisch ist also kein Direktor/keine Direktorin gezwungen, das Fehlen der SchülerInnen mit einem Verweis zu ahnden.

Trotz der ernsten Lage ist die Stimmung gut: als die RednerInnen fertig sind, wird einfach „Don’t Stop Me Now“ von Queen angemacht und die Menge beginnt, ausgelassen zu tanzen. Abseits der Meng haben wir ein paar Demonstranten kurz interviewt:

MUCBOOK: Lorenz, du siehst aus als wärst du kein Schüler mehr, warum hast du dich trotzdem den Schülerprotesten der Fridays for Future Bewegung angeschlossen?
Lorenz: Ich werde bald Vater und streike quasi schonmal für meine Tochter.

MUCBOOK: Warum nimmst du heute an diesem Streik teil?
Falk (21 Jahre): Ich bin hier um den Politikern zu zeigen, dass wir viele Leute sind, die sich um die Zukunft Sorgen machen und dass sie vielleicht mal an die Zukunft und nicht nur an die Gegenwart denken sollten.

Die Forderungen der Schüler sind präzise und umsetzbar

Wer glaubt, die SchülerInnen wissen nicht wofür sie streiken, der liegt daneben. Viele Plakate enthalten konkrete Ideen, wie kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, einen schnelleren Ausstieg aus den Kohlekraftwerken und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels. Diese Ideen sind nicht neu, trotzdem zeigen sie, dass sich die SchülerInnen ernsthaft Gedanken über ihre Zukunft machen und nicht einfach nur die Schule schwänzen wollen.

Die junge Generation fordert mehr Umweltschutz

Gerade in letzter Zeit finden viele Demonstrationen für einen stärkeren Umweltschutz statt. Allein letztes Wochenende waren es drei in München (Fridays for Future, Auftaktveranstaltung für das Volksbegehren Artenvielfalt und eine Demonstration für den Ausstieg aus der Kohlekraft.)

Bleibt nur zu hoffen, das die PolitikerInnen die Warnsignale erkennen und handeln. Muss ja vielleicht nicht gleich der oben verlangte kostenlose Nahverkehr sein, aber ein MVG-Jahresticket für 365 Euro wie in Wien wäre schonmal ein schöner Anfang, oder?

 

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In aller Kürze:

Was? Fridays for Future Streik

Wann? jeden Freitag um 11.00 Uhr

Wo? Beginn am Marienplatz, genaueres gibt es unter FridaysForFutureMuenchen auf Facebook

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