Münchenschau, Stadt

Fünf Moves, die ihr auf der Wiesn auf jeden Fall drauf haben solltet

Julius Zimmer

Mich fasziniert das Absurde im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in meiner Wahlheimat München so wohl fühle: Hier erwachen Widersprüche zum Leben. "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Herz auszufüllen. Wir müssen uns den Münchner als einen glücklichen Menschen vorstellen."
Julius Zimmer

Das Wiesn verlangt seinen Besucher vieles ab. Hier sind fünf Moves, die euch den Alltag auf dem größten Volksfest der Welt erleichtern.

1. Das sichere Anstoßen

Die elementarste Bewegung eines jeden Wiesngängers ist das Anstoßen. Dabei ist das richtige Maß an Intensität zu beachten. Den Krug mit der Hand umgreifen, Augenkontakt mit den Tischgenossen herstellen und dann den Arm mit etwas Schwung in Richtung der anderen Gläser ausstrecken. Diese Bewegung sollte nicht zu schwach sein, das könnte desinteressiert wirken. Wer Bier trinkt, hat sich gefälligst zu freuen!

Doch auch vor zu viel Power ist beim Prosit zu warnen! Die Mass könnte dabei kaputt gehen. Das hätte nicht nur den Verlust des kostbaren Gerstensafts zur Folge, sondern auch den Respekt des gesamten Tisches.

2. Die Schleife am Dirdnl richtig binden

Tracht ist für viele Besucher des Oktoberfests Pflicht. Die Art und Weise wie eine Schleife am Dirndl befestigt ist, sagt viel über den Beziehungsstatus der Trägerin aus. Befindet sich die Schleife links, ist sie Single und dem Flirten auch nicht abgeneigt. Auf der anderen Seite bedeutet sie genau das Gegenteil: Diese Dame ist verheiratet oder zumindest liiert.

Ziert die Schleife die Mitte der Hüfte, bedeutet das traditionell, dass das Mädchen noch zu jung für einen Verehrer ist. Findet ihr vorne überhaupt keine Schleife, ist sie wohl nach hinten gebunden. Das kann zweierlei bedeuten. Die Trägerin ist verwitwet oder schlicht eine Bedienung.

3. Rumknutschen

Der Austausch von Körperflüssigkeiten hat auf der Wiesn Tradition. Nicht umonst macht jedes Jahr der gefürchtete Wiesnvirus die Runde durch die Stadt. Unter dem Einfluss von Alkohol, ist das korrekte Knutschen allerdings gar nicht so einfach. Uns so geht’s:

Signalisert eurem Gegenüber, dass ihr nach zwei Mass Bier endlich bereit seid, näher zusammenzurücken. Lehnt den Kopf langsam in Richtung Partner, schaut ihr oder ihm tief in die Augen und spitzt die Lippen leicht an. Die Reaktion auf diese Bewegung ist jetzt sehr wichtig. Sollte er oder sie verwirrt oder sogar angewiedert in eure Richtung blicken, unterbrecht den Vorgang sofort. Oder es könnte noch peinlicher werden, als diese Situation eh schon ist. Sollte die Bewegung allerdings erwiedert werden, einfach Lippen aufeinanderdrücken und genießen. Beissen ist schon okay, aber bitte zügelt euch und lasst die Unterlippe unversehrt. Das gleiche gilt für den Einsatz eurer Zunge.

4. Tanzen auf bayrische Art

Schunkelnd auf der Bierbank zu stehen und zum zehnten Mal „Angles“ von Robbie Williams zu grölen, ist nicht unbedingt das, was man unter bayrischen Tradition versteht. Die Grundbewegungen des Schuhplattlers können allerdings zügig und erfolgreich einstudiert werden. Hebt beide Hände senkrecht in die Höhe und stampft mit dem rechten Bein im Rhythmus der Musik zweimal auf den Boden. Hebt jetzt das selbe Bein an, sodass der Oberschenkel im 90 Grad Winkel zum Oberkörper steht.

Schlagt jetzt mit der flachen Hand auf den rechten Oberschenkel und mit der linken Hand auf den linken Oberschenkel. Die rechte Hand geht dann an die Innenseite des rechten Fußes, worauf die linke Hand erneut auf das jetzt angewinkelte linke Bein schlägt. Der gleiche Ablauf erfolgt nun mit der linken Seite und so weiter und so fort. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, findet hier eine sehr solide bildliche Darstellung.

5. Torkeln

Die beste Möglichkeit sich durch die Menschenmassen auf der Theresienwiese zu kämpfen, ist nicht etwa verärgert dreinblickend, die Betrunkenen auf die Seite zu schieben. Groovt euch einfach auf die gemütliche Stimmung ein und lasst euch vom Strom lenken.

Entscheidend beim sogenannten Torkeln (aus dem Lateinischen von „torculare“) ist die authentische Hingabe. Lehnt euch ungewöhnlich stark mit eurem Körpergewicht in die Kurven und tut so als ob ihr mit den Armen nach einem imaginären Pfosten greifen wolltet. Auch hier ist Vorsicht geboten: Wer zu viel kinetische Energie aufwendet, läuft Gefahr sich auf den Bart zu legen. Ausfallschritte helfen euch wieder Herr über die ungleichmäßige Köperlage zu werden. Am gemütlichsten torkelt es sich übrigens zu zweit oder sogar zu dritt. Man kann sich aneinander anlehnen und sorgt so für eine bessere Standfestigkeit.

Torkeln ist also ein Spaß für die ganze Familie.

Ähnliche Artikel

No Comments

Post A Comment

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons