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Instagram, Ai Weiwei und die Bedeutung der Bilder

Durch das Smartphone kann jeder Fotograf sein. Die alltägliche Flut der Bilder lässt die Grenzen zwischen Hochkunst und Massenmedium verschwimmen. Die Bedeutung eines Bildes generiert sich dadurch immer weniger aus dem Dargestellten, als vielmehr aus den Umständen seiner Entstehung, Autorenschaft und Distribution.

Die Ausstellung „Analog Retweet of @aiww“ zeigt etwa 80 Ölgemälde in quadratischem Format, allesamt fotorealistische Reproduktionen digitaler Schnappschüsse des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. Die Bildauswahl stammt aus den vier Jahren nach seiner Inhaftierung. Die Ausstellung befasst sich jedoch weniger mit der Person Ai Weiweis, als mit der Funktion des Bildes als Kommunikationsmittel der heutigen Medienwelt und dem Phänomen medial erschaffener Persönlichkeitsbilder.

Die what remains gallery hat die Auswahl von anonymen KünstlerInnen in chinesischen Malerwerkstätten in Öl auf Leinwand anfertigen lassen. Die Bedeutung eines Katzenbildes changiert so zwischen der Sorgfalt eines chinesischen Bildkopisten, dem „Ach, wie süß“ einer oberflächlichen Internetgemeinde und der Regimekritik eines polarisierenden Künstlers.

Unter diesen Umständen soll das Verhältnis der Kopierkultur des Internets mittels einer Gegenüberstellung der westlichen und chinesischen Copyright-Idee neu ausgelotet werden.


Weitere Infos findet ihr hier.

Die Eröffnung ist heute Abend um 19 Uhr.
Bis zum 1. April könnt ihr die Bilder in der Artothek im Rosental 16 sehen.
Die Öffnungszeiten sind:
Mittwoch & Freitag 14 – 18 Uhr
Donnerstag 14 – 19:30 Uhr
Samstag 9 – 13 Uhr

Eintritt frei.


Beitragsbild: what remains gallery

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