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Back on track: Die Minna Thiel ist wieder offen

Nach dem Trauerspiel in zwei Akten im Bezirksausschuss Maxvorstadt um die Zustimmung zur Genehmigung für den Kulturort und Gastronomie Minna Thiel vor der Filmhochschule München (HFF) war es zuletzt ruhig geworden um Daniel Hahn und seinen ungewöhnlichen Bahnwaggon im Kunstareal. Nun können die Liebhaber des Projektes aber aufatmen: Die Minna Thiel öffnet diesen Samstag wieder ihre Pforten mit einem „großen Eröffnungsfest mit Live-Musik und DJ.

Die Zustimmmung für das Genehmigungsverfahren, das Daniel Hahn aus pragmatischen Gründen für einen Zeitraum von drei Jahren beantragt hatte, war vom Bezirksausschuss Maxvorstadt erst einmal abgelehnt worden und entpuppte sich bei näherer Betrachtung zunehmend als urbane Provinzposse. Die Bezikspolitiker der Maxvorstadt fühlten sich zu ästhetischen Hütern der schönen Künste berufen („Der Shabby-Look ist optisch nicht angemessen für das Weltkunstareal und wird seinem Anspruch nicht gerecht“) und mussten zugleich zugeben, dass die Angst vor einer expansiven Migrationsbewegung der Feierbanane vor allem mit den Beschwerden eines einzelnen Anwohners begründet werden konnte.

In der nächsten Sitzung konnte man sich zwar theoretisch mit Daniel Hahn einigen und musste zugeben, dass die vorangegange Entscheidung größtenteils auf Missverständnissen beruhte. Den Fehler eingestehen und den Entschluss revidieren, wollte man aber dennoch nicht und stimmte gegen eine erneute Abstimmung (es sei fragwürdig „so lange abzustimmen, bis das Ergebnis passt“).

„Aus dem Zivilisationsmüll eines ausrangierten Schienenbusses wurde ein kommunikativer Ort“

Unterdessen hatte sich sowohl Dr. Angelika Nollert, Direktorin der Neuen Sammlung München, für das Projekt ausgesprochen („Bereicherung des öffentlichen Raumes und damit auch des Kunstareals, weil dort eine sehr individuelle Stätte der Begegnung geschaffen wurde. So wurde aus dem Zivilisationsmüll eines ausrangierten Schienenbusses ein kommunikativer Ort für Studierende, Anwohner und Interessierte.“) wie auch Bettina Reitz, Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München („Die Minna Thiel kam auf Initiative unseres Lehrstuhls Creative Writing unter Leitung von Professorin Doris Dörrie auf die Wiese vor der HFF München und ich habe dieses Vorhaben von Anfang an befürwortet. In den mittlerweile zwei Jahren hat sich die Minna Thiel als besonderes Kultur- und Kooperationsprojekt etabliert.“)

Trotz des ablehnenden Votums des Bezirksausschusses hat die Stadtverwaltung nun aber den Antrag von Daniel Hahn geprüft und die Genehmigung erteilt. Daniel Hahn ist darüber natürlich sehr erleichtert, auch wenn er es nach wie vor schade findet, dass sich der Bezirksausschuss nicht dazu durchringen konnte, noch einmal abzustimmen. „Wir können jetzt fexibel innerhalb der nächsten drei Jahre die Minna bespielen und das konnten wir davor nicht. Das war entsprechend immer sehr aufwendig und zeitintensiv.“

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