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MUCBOOK präsentiert: Warum wir mit James Bay unsere Alltagsprobleme bewältigen

Sharon Brehm

Sharon Brehm

Freigeist, Frohnatur und Foodfetischistin // liebt den Alltag und ist auch sonst eher ein Glückskind // steht total darauf, Dinge zu zerdenken, wenn es sie nicht gerade wahnsinnig macht //
Sharon Brehm

Bevor James Bay Zelte auf dem Coachella Festival zum Platzen brachte und Brit Awards für den besten männlichen Solokünstler abräumte, arbeitete er als Barkeeper. Und irgendwie kann ich ihn mir sehr gut vorstellen, wie er da in dunklen Kneipenlicht Cocktails mixt, seinen schwarzen Hut zu weit hinten trägt, tiefe Augen, langes Haar, die Wangenknochen eines Mannes, der über das Musik machen alles vergisst. In meiner Imagination ist James Bay einer jeder Barmänner, die das unlösbare Chaos des Lebens verstehen und wissen, wie sie den Schmerz ihres Publikums betäuben können.

Denn irgendwie tut er das immer noch, nur anstatt uns Spirituosen zu servieren, besingt er unsere Traurigkeit, unsere Verwirrung und macht sie so erträglicher. Und weil bis zum Juni sicherlich noch so einiges an Lebensdramen zusammenkommt, empfehle ich dringend ein wenig Abstand und Erholung vom Alltag in Form von Musik. Perfekt, dass am Mittwoch, den 29.06.2016 James Bay auf dem Tollwood in München spielt und wir in den Genuss von Verständnis kommen:

And I just wanna lay you down your burdens, all your fears
And I don’t need your deepest secrets
Whisper in my ear
‚Cause I can hear your heart

Der britische Singer-Songwriter brachte 2015 sein erstes Album „Chaos and the Calm“ in die Plattenläden. Das Ensemble erinnert an die typische Gefühlsachterbahnfahrt eines Freitagabends. Von dem Paradox nicht zu warten und doch von einer Person zu träumen (if you ever want to be in love) über das gesellschaftliche Unding, dass man nett sein sollte, obwohl man innerlich brodelt (best fake smile) – das bringt nämlich überhaupt nichts. Oder auch die Angst in diesem schnelllebigen Zeitalter die Verbindung zu denjenigen zu verlieren, die einem wichtig sind, wie er es in seinem Hit „hold back the river“ besingt. Kennen wir alle, ist auch jedes Mal aufs Neue eine kleine Herausforderung. Gut, dass uns jemand versteht.

Nicht nur textlich überzeugt der Brite, der für eine Stimme ähnlich Tom Odells und einer Eingängigkeit eines Bruce Springsteen von den Kritikern gefeiert wird. Es ist eine ganz eigene Mischung aus emotionalen Interpretationen, melodischen Gitarrenklängen und gekonnten Falsetts. Die Songs des Albums sind so vielseitig und wirksam wie es sonst nur eine anständige Cocktailkarte vermag. Von hochpuschend bis einfühlsamen, doch niemals kitschig oder dramatisch, sondern einfach wahnsinnig ehrlich und nah an der Wirklichkeit.

Am Ende bin ich natürlich froh, dass James Bay nicht mehr Barkeeper ist – das war wohl eh nie sein ‚Cup of Tea‘ – sondern uns mit viel Herzblut und einer unverkennbaren Stimme unsere täglichen Probleme vergessen lässt! Cheers, Darling.

Infos in Kürze

Was? Konzert von James Bay
Wann? Am Mittwoch, den 29.06.2016 | Einlass 18.30 | Beginn 19.30
Wo? Auf dem Münchner Tollwood
Tickets? € 46,- / erm. € 43,13. Preise inkl. Vorverkaufs- und Systemgebühr | Hotline: 0700-38 38 50 24 | Online unter München Ticket

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