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New kids on the beach – Die Urban League erhält Kulturstrand-Zuschlag

Kristin Ofer

Kristin Ofer

Hat an der LMU studiert, weil sie das Hauptgebäude so irrsinnig schön fand und man ihr dort die Fächerkombination aus Politikwissenschaft, Interkultureller Kommunikation und Theaterwissenschaft erlaubt hat. Arbeitet als Journalistin und Autorin (mal mehr das eine, mal mehr das andere). Kann nur schwer ohne Musik, Kaffee und Pfefferminzkaugummis.
Kristin Ofer

Gute Nachrichten für alle, die gern ein bisschen Sand zwischen den Zehen haben: Statt euer Geld für teure Urlaubsreisen auszugeben, könnt ihr es auch einfach in heimisches Helles investieren und Strandfeeling gibt es am Vater-Rhein-Brunnen inklusive, denn München bekommt doch noch seinen Kulturstrand 2016. Nachdem es zwischenzeitlich so aussah als würde der Strandspaß an der Münchner Bürokratie scheitern, haben ebendiese Bürokraten vom KVR nochmal ordentlich in die Hände gespuckt und in Rekordzeit eine Neuprüfung des Vergabeverfahrens durchgezogen. Und tadaaa: Gewinner ist die Urban League unter Federführung von Zehra Spindler.

Wie schon in der ersten Runde konnten sich die Urban League, laut Rathaus Umschau, mit deutlichem Punkteabstand gegen die urbanauten durchsetzten. Das KVR hat dabei das Prüfverfahren nochmal komplett neu aufgelegt und nicht nur die beiden von den urbanauten bemängelten Vergabekriterien, sondern alle sieben Punkte (inklusive der 27 Unterkategorien) erneut geprüft. Zur Unterstützung hat sich das KVR insgesamt 15 eingebundene Fachdienststellen wie das Kulturreferat, die Bezirksausschüsse, das Baureferat oder auch das Polizeipräsidium mit ins Boot geholt.

„Hauptsache, es gibt Sand und schöne Sachen für alle“

Nachdem im ersten Vergabeverfahren die Urban League überraschend den Zuschlag für den diesjährigen Kulturstrand erhalten hatte, hatten die urbanauten beim Verwaltungsgericht gegen die Entscheidung geklagt. Und tatsächlich hatte das Gericht in seiner Eilentscheidung vom 31. Mai den Auswahlprozess in den Kategorien „Zuverlässigkeit und Bewährtheit des Bewerbers“ und „Akzeptanz bei den Anwohnern“ kritisiert. Also alles auf Anfang. Doch die neu aufgelegte Prüfung zog sich hin und zwischenzeitlich war es fraglich, ob es 2016 überhaupt einen Kulturstrand in München geben wird.

Doch jetzt kommen wir Münchner doch noch in den Genuss von vollen drei Monaten Kulturstrand. Da der Strand im Juni hätte eröffnet werden sollen, wird die fehlende Zeit jetzt einfach hintendran gehängt. Bisher war das Wetter ja sowieso immer nur sehr vorübergehend sommerlich. Den urbanauten und der Urban League wurde die Entscheidung bereits mitgeteilt. Der ‚Genehmigungsbescheid zur Durchführung der Veranstaltung‘ (wie das in poetischstem Bürokratendeutsch eben so heißt) wird gerade vorbereitet und Zehra Spindler und ihre Mitstreiter polieren vermutlich schon die Sandförmchen.

Nach zehn Kulturstrand-Sommern hat die Urban League den urbanauten also die Sandschaufel weggenommen und wir sind gespannt, was uns erwartet. Zehra Spindlers Statement in der „Abendzeitung“ stimmt uns tendenziell hoffnungsvoll: „Hauptsache, es gibt Sand und schöne Sachen für alle“ – mehr brauchen wir auch im Sommer eigentlich auch nicht. Na gut und Sonne bis in den September wäre auch noch gut.

Fotocredit: Die urbanauten/Kulturstrand

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