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Schluss mit der Selbstausbeutung am Metropoltheater!

Im hohen Münchner Norden, im Jahre 1998 kulturell noch wenig erschlossen, befand sich einst ein altes, halbverfallenes Kino. Von diesem Kino bleiben heute noch 160 Sitzplätze, ein großer Bühnenraum und ein unvergleichlicher 50er-Jahre-Charme, wie man ihn sonst in München nirgends findet. Von Verfall keine Spur. Dies verdanken wir aber nicht den städtischen Baugesellschaften, die hier ausnahmsweise einmal keinen Sanierungsdrang verspürten (dann wäre wahrscheinlich auch von dem 50er-Jahre-Charme nicht mehr viel übrig geblieben), sondern einzig und allein den Spenden des Publikums, das den Umbau des Kinos zu einem Theater eigenhändig finanzierte. Seitdem erhielt das Metropoltheater München unzählige Auszeichnungen, wie den Bayrischen Theaterpreis oder den Preis als „Beste Off-Bühne im deutschsprachigem Raum“. Außerdem ist der Förderverein Freundeskreis e.V. mit seinen 1.200 Mitgliedern der größte Kultur-Förderverein der Stadt.

Der_gute_Tod_©Jean-Marc_Turmes

20 Jahre sind genug!

findet Alt-Bürgermeister Christian Ude, Vorsitzender des Freundeskreis e.V.. Schluss mit dem Theater? Keinesfalls. Gefordert wird eine Ende der jahrelangen Selbstausbeutung der Theaterschaffenden. Denn trotz der großartigen Erfolge, die das Metropoltheater verzeichnet, kann es die Künstlerinnen und Künstler nicht fair bezahlen. Grund hierfür ist die von der Landeshauptstadt München festgelegte Höchstförderung von jährlich 150.000€. Während in anderen bayrischen Städten wie Augsburg oder Regensburg die doppelte Förderung durch Kommune und Freistaat gängige Praxis ist, schließt der Freistaat Bayern die Förderung einer freien Bühne in München mit Landesmitteln aus. Und so bleibt es bei den 150.000€, während vergleichbare Bühnen Förderungen von bis zu 860.000€ von Stadt und Land genießen dürfen. Damit soll nun Schluss sein.

„Wir fordern eine Erhöhung der Fördermittel für das Metropoltheater auf mindestens 600.000 €!“

Um diese Forderung durchzubringen, hat der Freundeskreis e.V. eine Online-Petition initiiert. Der Appell an den Münchner Stadtrat und den Bayrischen Landtag beinhaltet, dass die der Höchstgrenze der jährlichen Forderung von 150.000€ aufgehoben wird und dass zusätzliche Mittel freigegeben werden. Die finanzielle Ausstattung des Metropoltheaters sei der Qualität dieser Bühne bei weitem nicht angemessen, heißt es in dem Schreiben des Freundeskreises. Es soll nicht nur die Fördersituation des Metropoltheaters, sondern die der gesamten freien Szene Münchens verbessert werden. Der Zusammenschluss Netzwerk Freie Szene München e.V. hat hierzu ein Positionspapier formuliert, in dessen Sinne auch der Appell des Freundeskreises entstanden ist.

Ihr seid schon einmal in den Genuss des Metropoltheaters gekommen und könnt dem zustimmen? Oder ihr seid leidenschaftliche Theaterfans? Oder einfach nur für jede Art von kultureller Förderung? Dann helft mit! Alles was ihr tun müsst, ist mit eurer E-Mail Adresse oder eurem Facebook-Account den Appell „20 Jahre sind genug!“ zu unterschreiben.

Wir drücken die Daumen!

20 Jahre sind genug_plus_FK_Logo

 


Beitragsbild: „Schuld und Schein“, Hilda Lobinger, außerdem: „Der gute Tod“, Jean-Marc Turmes, alle abgebildeten Produktionen gefördert vom Freundeskreis Metropoltheater e.V.

 

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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