Stadt

SWM stellen Öko-Versprechen in Frage

Marco Eisenack

Liest, schreibt und bloggt den lieben langen Tag und des öfteren auch nachts in und über München.
Marco Eisenack

München sollte die erste Großstadt sein, die alle Privathaushalte mit selbst produzierten Ökostrom versorgen kann. Bis 2015 wollten die SWM den Ausbau der erneuerbarer Energien soweit vorangetrieben haben. Die Laufzeitverlängerung stellt alles in Frage. Dem SWM-Chef stinkts gewaltig, merkt man im Interview.Wenn sich die Rahmenbedingungen für den Ausbau regenerativer Energien ändern, müsse man “eine neue Bewertung vornehmen”, verkündet SWM-Geschftsführer Kurt Mühlhäuser im Interview mit klimaherbst.de.

Dr. Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München, ist derzeit nicht gut auf die Bundesregierung zu sprechen.

Dr. Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München, ist derzeit nicht gut auf die Bundesregierung zu sprechen.

In nur drei Jahren haben die SWM den Anteil regenerativer Energie von vier auf 30 Prozent ausgebaut. Wie wird sich die Verlängerung auf den Ausbau regenerativer Energien durch die Stadtwerke München auswirken?

Kurt Mühlhäuser: “Die SWM haben sich immer gegen eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ausgesprochen und halten sie für einen Fehler. Wir befürchten, dass dadurch der Ausbau der regenerativen Energien gebremst wird. Sollten sich die Bedingungen für den Ausbau der regenerativen Energien verschlechtern, muss man eine neue Bewertung vornehmen. Wir wollen aber an unserer Ausbauoffensive Erneuerbare Energien festhalten.”

Welche konkreten Projekte sind betroffen?

Mühlhäuser: “Zu konkreten Auswirkungen lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Tatsache ist aber, dass hier zugunsten von vier Großkonzernen Politik gemacht wird, auf Kosten der kommunalen Versorger. Die SWM sind Marktführer in Europa, was die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) angeht und wir bauen diese derzeit in München mit Millioneninvestitionen aus. Es steht zu befürchten, dass KWK ins Hintertreffen gerät, wenn die Atomkraftwerke weiter laufen. Genauso verhält es sich mit den regenerativen Energien: Es gibt schon jetzt zeitweise Überkapazitäten bei der Stromerzeugung. Wenn zuviel Strom produziert wird, werden im Zweifel eher Windkraftanlagen abgeschaltet als Atomkraftwerke.”

Sind die Ziele, bis 2015 alle Privathaushalte und bis 2025 die gesamte Stadt mit regenerativen Energien zu versorgen, noch zu halten?

“Unser ehrgeiziges Ziel bleibt: Wir wollen bis 2025 den Strombedarf von ganz München mit Ökostrom aus eigenen Anlagen decken können. Damit würde München weltweit die erste Millionenstadt sein, die dieses ehrgeizige Ziel erfüllt. Als kommunales Energieversorgungsunternehmen fühlen wir uns dem Bürgernutzen verpflichtet. Wir wollen keine ’strahlende Zukunft’ zugunsten schneller Gewinne, sondern engagieren uns für eine sichere und lebenswerte Zukunft der nachfolgenden Generationen.”

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