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Umparken im Kopf, beziehungsweise in der Parkstraße: Das sind die Parklets

München, Schwanthalerhöhe. Seit einigen Wochen macht die Meldung die Runde, dass in der Parkstraße an der Ecke zur Schwanthalerstraße Parkplätze gestrichen werden. Der Kalauer mal vorweg genommen: Ja, in der PARKstraße werden bald weniger Autos parken. Vorübergehend. Ganze vier Stellplätze weichen dort sogenannten „Parklets“, die dieser Tage vom Verein Green City e.V. aus Holz gebastelt werden und dort bis Ende September stehen werden. „Parkwas?“ höre ich dich fragen. „Ein Parklet ist ein Stadtmöbel auf ehemaligen Parkplatzflächen, das den Menschen mittels Aufbauten mehr öffentlichen Raum zur Verfügung stellt.“ Danke, Wikipedia.

Der Antrag dazu wurde vom Stadtrat kürzlich beschlossen. Der Verein Green City e.V. ist mit der Umsetzung vom Baureferat beauftragt. Ein paar hundert Meter weiter, an der Tulbeckstraße, entstehen ebenfalls solche Parkbuchten.

Es ist das große Stadtthema Verkehrswende im ganz Kleinen

Viele Menschen wünschen sich mehr Platz für Fußgänger, Flaneure und Fahrräder. Und weniger Platz für motorisierte Benzinschleudern. Große Beschlüsse gab es dazu in letzter Zeit nicht. Große Forderungen dagegen schon: Man denke zum Beispiel an den Radentscheid und die riesige Radl-Demo mit 6.000 Teilnehmern vorletzten Sonntag auf dem Mittleren Ring. Die Initiatoren der Demo fordern einen durchgängig „radelbaren“ Altstadtradring und einen Infrastrukturausbau für Radler. Aber zurück zu den Parklets.

So sah das am Montag aus an der Parkstraße – Ecke Schwanthalerstraße:

Heute Mittwoch geht schon etwas mehr:

Die Ecke Schwanthalerstraße/Parkstraße ist auch so ein gemütliches Plätzchen, wo sich Gäste des Schwarzen Dackels oder der umliegenden Spätis an lauen Sommerabenden bei Abendsonne und kühlem Bier gerne niederlassen.

Dieser für die Anwohner manchmal lästige „Kneipen-Tourismus“ soll aber durch die Parklets nicht zusätzlich befördert werden, versichert uns Katharina Frese von Green City e.V. Deshalb werden hier vor allem grüne Pflanzen sowie Fahrradbügel und Pfandregale installiert. Die Umgebung soll also ein bisschen schöner gemacht werden. Den Umbaumaßnahmen ging ein Workshop mit Anwohnern voraus, der diese Bedenken zu Tage förderte.

Sitzen und Tauschen

Wenige Meter weiter, in der Tulbeckstraße 19 dagegen, entstehen Sitzmöglichkeiten und es wird ein Tauschregal für Kinderspielzeug und Kinderbücher installiert. Hier kann man sich also – gerne mit der ganzen Familie – gemütlich niederlassen. Nochmal ein paar Meter weiter, in der Parkstraße 18, am dritten Standort des Projekts in der Schwanthalerhöhe – lautet das Thema „Arbeiten und Entspannen“ unter Palmen und auf Liegeflächen.

Insgesamt acht dieser Parkbuchten werden also in den nächsten Tagen umgestaltet. Am 12. Juli um 12 Uhr ist die offizielle Eröffnung – jeder darf vorbeikommen. Um 16 Uhr findet zusätzlich ein kleines „Anwohnerbankett“ statt, für – richtig geraten – Anwohner. Das haben sich die Anwohner so gewünscht, laut Frese.

Klingt also nach einer feinen Sache. Ein deutscher Kraftfahrzeughersteller prägte einst den Werbeslogan „Umparken im Kopf“. Gar keine so schlechte Idee…

Florian Kraus

Für MUCBOOK unterwegs in der Stadt, meist wenn's um Kultur oder Politik geht.
Florian Kraus
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