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Unis und Hochschulen fordern ein Nicht-Sommersemester

Josephina Richardt

"Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" - Mit einem Stift und Papier. Tieranhimmelnde Weltenbummlerin, einfach zufriedenzustellen mit Cola und Kinderschokolade.
Josephina Richardt

Schon jetzt sind sowohl Lehrende als auch Studierende durch Corona stark eingeschränkt. Bibliotheken sind geschlossen, Prüfungen fallen aus. Fristen müssen verschoben werden, denn so lässt sich weder eine Hausarbeit schreiben, noch anständig lernen.
Unis, deren Semesterbeginn im März hätte sein sollen, haben nun geschlossen. Und auch der gewöhnliche – oft persönliche – Service ist drastisch heruntergefahren.

Ein normales Sommersemester 2020 wird das nicht. Das ist bereits jetzt allen klar. Deswegen fordern Prof. Dr. Andrea Geier (LMU), Prof. Dr. Ruth Mayer (Leibniz Universität Hannover) und Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky (LMU) ein Nicht-Semester. Zusammen haben sie einen offenen Brief formuliert. Über 1300 Wissenschaftler*innen haben ihn inzwischen unterschrieben.

https://www.instagram.com/p/B-HlVG1prk9/

Keine „Bestrafung“ für Benachteiligte

Es geht nicht darum, den Studierenden ein Semester zu klauen. Im Gegenteil; ihnen soll eines geschenkt werden. Wer normal weiterstudieren kann, der soll das natürlich tun. Die Leistungen werden genauso angerechnet wie zuvor.
Wen aber die Corona-Krise stark einschränkt, oder wem ein normaler weiterer Studienverlauf erschwert ist, der soll beruhigt werden. Denn niemand, der krank wird, jemanden pflegen oder betreuen muss oder durch die Pandemie in finanzielle Notlage geraten ist, darf bestraft werden, wenn er oder sie Studienleistungen nicht erbringen kann.
Nicht zu vergessen ist, dass auch Praktika und Forschungsreisen wegfallen. Und die sind oft essentieller Bestandteil eines Studiums. Die technische Infrastruktur ist eingebrochen und die wenigsten Einrichtungen verfügen über die nötigen Ressourcen, um auf ein Fernstudium umzusteigen.

Die Regelstudienzeit soll um ein Semester angehoben werden. Ebenso befristete Verträge der Mitarbeiter*innen und das BaFöG sowie Stipendien.

Eine Lösung für alle

Die drei Initiatorinnen wollen mit ihrem Brief möglichst viele Betroffene erreichen und damit eine Lösung erzielen, die auch für möglichst viele ansprechend ist. Derzeit überwiegt die Unterstützung der Geisteswissenschaften. Doch sie hoffen, dass ihre eigene Website das ändert.

Noch ist nichts offiziell. Doch die starken Auswirkungen auf die Lehre und die vielen Unterschriften machen deutlich, wie wichtig eine neue Regelung ist.
Pläne wie von der HM für Unterricht am Samstag und zwischen 8 – 22 Uhr stoßen nicht gerade auf erfreute Ohren. Und noch weniger freuen sich derzeit Lehramtsstudierende. Das Staatsexamen, für das sie sich ein Jahr lang vorbereitet haben, fällt aus. Über einen neuen Termin werden sie gerade einmal 5 – 7 Tage vorher informiert.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt – und das tut sie derzeit stündlich. Eines ist jedoch klar: Es betrifft wirklich jede*n.


Bilder: © Unsplash/Nathan Dumlao

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