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👑 Von Krapfen und Prinzenpaaren: Fasching in München 🎉

Jedes Jahr ist es das selbe: Die Narren starten am 11.11. pünktlich um 11:11 Uhr in die Faschings/Karnevals/Sonstwaszeit. Und dann ist erst mal wieder Ruhe, also zumindest bei uns in München. Irgendwie hat Fasching hier keinen so hohen Stellenwert wie anderswo. Erst im Januar und Februar fällt uns hier dann wieder auf: Ah stimmt, ist ja Fasching.

Und dann geht die ganze pseudo-jecke Feierei los: die sexy Katzen-/Krankenschwestern-/Bienenkostüme werden wieder aus dem Keller gekramt und ein Haufen Polyester abends in die einschlägigen Clubs geschleppt – geil. Die Hits, von denen wir eigentlich bis zur nächsten Wiesn unsere Ruhe haben wollten, sind natürlich auch mit im Gepäck.

Fasching in München

Sicher, meine Aversion gegenüber Fasching kommt vor allem noch aus meiner Schwäbischen Heimat. Dort tragen Mitglieder der Narrenzünfte alte geschnitzte Holzmasken und Kostüme, die sie bis zur totalen Unkenntlichkeit verhüllen. Diese Anonymität in Kombination mit einer guten Ladung Wodka Bull und Jägermeister senkt die Hemmschwelle der Narren so weit, dass es für alle anderen das Beste ist, im Haus zu bleiben – yay Fasnet. (Für alle Mutigen: DAVON rede ich hier.)

Verkleiden per se finde ich nicht schlimm, daran habe ich teilweise sogar großen Spaß. Und dann gibt es ja immer noch die großen Faschingsmetropolen, die „Helau“ oder „Alaaf“ brüllen und mir dabei wesentlich sympathischer sind als alle Hexen und Teufel. Während Köln und Düsseldorf bis zum Aschermittwoch vollkommen ausrasten, ist in München trotzdem beschauliche Ruhe angesagt. Wie die MUCBOOK-Redaktion so feiert, liest du übrigens hier. 

Woran liegt das eigentlich?

Ursprünglich hat sich das Faschingsfest ergeben, weil die Vorräte vor der Fastenzeit aufgebraucht werden mussten, bevor sie schlecht werden konnten. Das ging am leichtesten und schönsten mit einer großen Feier, bei der getrunken und geschlemmt wurde, bis alle Vorräte weg waren. Das Verkleiden wurde erst im 15. Jahrhundert populär. 1893 wurde dann die Münchner „Carnevalsgesellschaft“ gegründet (heute Narhalla), die gemeinsam mit den Brauereien den ersten Faschingsumzug in München organisierte.

 

Abgesehen davon wurde feierlich das Faschingsprinzenpaar gekürt (früher nur ein Prinz), was heute immer noch gemacht wird. Trotzdem haben Faschingsumzüge hier nicht die Tradition wie in anderen Städten. Das liegt daran, dass sie bis vor einigen Jahren aussetzten und erst seit 2006 wieder stattfinden.

Parties gibt es hier auch einige, darunter die ganz offiziellen Veranstaltungen wie der Marktfrauentanz am Viktualienmarkt, aber auch die Feiern in den Münchner Wohnheimen, wie der Biedersteiner Fasching.

Solltest du Lust auf Fasching haben, kannst du auf folgenden Veranstaltungen vorbeischauen:

Aktuelle Termine findest du hier. 

Von ganz traditionell (soweit man das in München sagen kann) über Partyparty, bis hin zu ein bisschen alternativeren Optionen ist einiges dabei. Und wenn du trotzdem überhaupt keine Lust auf Fasching hast, bist du in München ja eigentlich ganz gut aufgehoben.

Mein Tipp: Innenstadt meiden und Krapfen essen, die sind nämlich das einzige, wofür sich der ganze Schmarrn lohnt.


Beitragsbild: © Münchner Faschingszug ca. 1910 © Stadtarchiv München DE-1992-FS-ERG-B-1988 Foto: unbekannt, 1910

Sophia Hösi
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