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Wüst und warm: Lola Marsh im Muffatcafé

Iseult Grandjean

stamperlt gern mit ihrer Muse, auch wenn die sie oft hängen lässt.
Was dabei rauskommt, wenn was dabei rauskommt, kann man auf ihrem Blog http://iseultatgoogle.blogspot.de/ lesen.

Hat Musik eine Temperatur? Kann man melodiöse Wärme messen? Ich bin kein Physiker, aber für mich steht fest: Es gibt Songs, die haben einfach über 30°C.

Die hörst du im Zug, die Wange an das von der Sonne gewärmte Fenster geklebt, während draußen ein träger Strand vorbeizieht und einzig die Klimaanlage im zugigen Abteil für Wind sorgt. Die hörst du, wenn du den heißen Asphalt deiner Stadt durchpflügst und das durch die Wolken brechende Sommergewitter schon auf der Zunge schmecken kannst. Die riechen nach Staub und Sand und Sonne. Die hörst du und dann wird es einfach warm. Genau solche Musik machen Lola Marsh aus Tel Aviv.

Yael Shoshana Cohen, Leadsängerin (und heimlicher Zwilling von Penélope Cruz), und Multiinstrumentalist Gil Landau haben sich nach dem Studium kennen gelernt, gemerkt, dass sie zusammen Musik machen wollen, und verdammtnochmal, das können sie auch. Mati Gilad am Bass, Rami Osservaser mit Gitarre und Klavier und Dekel Dvir am Schlagzeug komplettieren den satten kinematographischen Sound der Band, mit dem man auch einen Film von Quentin Tarantino bespielen könnte. Schon im letzten Jahr zog Lola Marsh im Internet viel Aufmerksamkeit auf sich, ihre Singles „Sirens“ und „You’re mine“ wurden bereits über 3 Millionen mal auf spotify angeklickt, die erste EP verspricht Großes.

Yael Shoshanas nostalgisch-schwüle Stimme, die irgendwo zwischen Lana del Rey und Edith Piaf oszilliert, verwebt sich zusammen mit den klassischen Riffs von Gil zu einem dichten Klangteppich, der wieder und wieder aufzeigt, wieso Folk bei aller Simplizität so verdammt wirksam ist. Und wieso die Israelis mein großer Geheimtipp für diesen Sommer sind: Weil sie Musik machen, die sich anhört wie der Soundtrack zum perfekten Roadtrip.

Das Video zu „You’re mine“ filmten sie auf einem Autodach in der Wüste am Toten Meer, andere Sessions zeigen sie auf dem sonnendurchfluteten Rothschild-Boulevard in Tel Aviv. Der folkige Gesang von Yael Shoshana wird dabei perfekt ergänzt durch Gils elegante Arrangements und führt einen vom warmen Dreck der Straßen durch Tel Aviv bis in die heiße Wüste Israels, vom Palmenstrand in die Sandöde. Immer dynamisch, immer anders, immer warm.

Dieses Frühjahr touren sie als Support von AnnenMayKantereit durch Deutschland – und geben uns vorab am 11. April ganz allein im Muffactafé die Ehre. Oft wird man Lola Marsh in so einem intimen Rahmen wohl nicht mehr erleben können. Und billiger als ein Flugticket nach Tel Aviv ist es auch – nichts wie hin!


 

In aller Kürze:

Was? Lola Marsh, Indie-Folkband aus Israel

Wann? Montag, 11. April 2016 | Einlass: 20.00 Uhr | Beginn: 20.30 Uhr

Wo? Muffatcafé München

Was kostet’s? VVK: 14€ zzgl. Gebühren | AK: 18€

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