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Münchner Gesichter: 8 Fragen an Milena Wojhan

Unter der Rubrik Münchner Gesichter stellen wir euch Menschen vor, die München mit ihren Ideen verändern und befragen sie zu den wirklich wichtigen Dingen im Münchner Leben. Dieses mal mit… 

… der jungen Münchner Fotografin Milena Wojhan

Wer sich in München für Fotografie interessiert, der kommt um sie nicht herum: Milena Wojhan hat sich trotz ihres jungen Alters bereits einen Namen gemacht. Seit sie 14 war, ist sie immer die mit der Kamera in der Hand. Sie absolvierte Praktika bei verschiedenen Fotostudios und schwänzte die Schule, um am Set sein zu können. Mit 19 folgte – trotz Horrorvorstellung vom „netten Family-Labrador-Dorf-Fotografen, der den ganzen Tag Passbilder zuschneiden darf“ – die Ausbildung zu Fotografin.

Milena schafft es, mit ihrer Kamera mehr einzufangen als nur das oberflächliche Aussehen. Ihre Bilder zeigen Charaktere, sind elegant, fragil, aber dennoch ausdrucksstark. Sie übermitteln dem Betrachter ein Gefühl: Ein Windhauch, der durch die Haare streicht, Neonlicht auf der nackten Haut, lautes Schweigen. Die vielen entstandenen Freundschaften mit verschiedenen Fotografen formen sie, ihre Inspiration zieht sie aus vielen Dingen. Milena bewirbt sich erfolgreich an der Akademie für freie Kunst, möchte sich mit allen Bereichen der Kunst beschäftigen und sich mit Menschen aus den verschiedensten Bereichen austauschen.

Neben Veröffentlichungen im Schön! Magazine, Material Magazine, Le Mile Magazine und dem Œ Magazin, stelle Milena auch im Rahmen des SZ Junge Leute-Projekts 10 im Quadrat im Farbenladen aus. Auch für die Münchner Kammerspiele steht Milena hinter der Kamera und begleitet dort aktuell SAAL 600, eine Inszenierung der Nürnberger Prozesse des vierten Regie-Jahrgangs der Otto Falckenberg Schule.

Liebe Milena, und nun zu den wichtigen Fragen..

Weißwurst oder Leberkas?
Vegetarierin.

Woran arbeitest du gerade?
Unter anderem an einer Fotoreportage in Il Coriviale. Das ist das größte Wohnhochhaus Europas. Es ist ein gemeinsames Projekt mit Benedict Esche von der Villa Massimo. Ich habe bis jetzt eine Gruppe wirklich toller Jungs von dort begleiten dürfen und mit ein paar Leuten von dort in ihren Wohnungen Saft getrunken und geredet. Die Fotos sollen alternative und positive Geschichten von Corviale erzählen. Voll von intimen Einblicken und ihren Hoffnungen, ein liebevolles Portrait. Es ist ein Projekt der Gemeinsamkeit und liegt mir sehr am Herzen. Es erzählt von einer Suche nach Identität und beheimaten. In Zukunft möchte ich unbedingt mehr in Richtung Reportage gehen.

 

Worüber fluchst du am häufigsten in München?
Über die Menschen die so viel über München fluchen…. (Über zu viel Uniformierung, also Anpassung, zu wenig Exzess und kaum tanzende Menschen *hust*)

Dein bayerisches Lieblingssprichwort?
„Scheiß da nix, dann feid da nix“ finde ich hat einen ganz guten Klang.

Das macht dich zur Münchnerin:
Mein Perso (und die Brezn-Ohrringe die meine Mutter mir zur letzen Wiesn geschenkt hat vlt.)

Geht immer:
Feminismus.

Dein Lieblings- Insta- oder Twitteraccount?
Rain Dove : @raindovemodel
Ich finde sie ist eine unglaublich inspirierende Persönlichkeit. Ein tolles Beispiel dafür, dass Geschlechterrollen nur ein soziales Konstrukt sind. Und sie schüttelt die Modeindustrie mal ein bisschen durch!

https://www.instagram.com/p/BFw6dsphsaP/?taken-by=raindovemodel

 

Wo war deine wildeste Partynacht?
An die kann ich mich leider am schlechtesten erinnern, aber zum Glück habe ich Fotos gemacht! Das war in einer Griechischen Taverne in München, nach einem Dreh von Klaus Lemke. Es war ein super schöner Sommertag, viel Uzo und komische Typen. Habe Barfuß auf den Tischen getanzt, war aus Versehen DJ und Barkeeperin und alle waren irgendwie außer Rand und Band. Sirtaki wurde auf, unter und neben den Tischen getanzt <3 Jeder hat mit jedem rumgeknutscht und alle lagen sich am Ende in den Armen. Schön.

 

Vielen Dank für deine Zeit, Milena!

 


Bilder: © Milena Wojhan

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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