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Die 10 (wirklich) besten Buchempfehlungen für den Herbst

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Jetzt, wo klar ist, dass wir den November vor allem drinnen verbringen werden, ist es manchmal kein Fehler, in eine andere Welt zu flüchten. Eingekuschelt auf dem Sofa, einen Kaffee oder Tee in der einen, ein Buch in der anderen Hand, lässt es sich unserer Meinung nach besonders gut aushalten. Wenn dann noch der Regen gegen die Scheiben prasselt und der Kamin (na gut, vielleicht eher das Kamin-Video auf dem Bildschirm) knistert und die Tage dunkler werden, mögen wir auch gerne dunklere Themen in unseren Büchern. Ein bisschen düster, spannend und zum Nachdenken anregend mögen wir es im Herbst ja ganz gerne. Vielleicht liest du ja auch mit Freunden gemeinsam ein Buch, dann könnt ihr im Nachhinein darüber reden.
Falls du auf der Suche nach der ein oder anderen Lektüre für den Herbst sein solltest, haben wir in der Redaktion mal unsere (Geheim-)Tipps gesammelt. Obacht, es wird düster:

(P.S. schau doch mal in deiner Buchhandlung ums Eck vorbei, die hat das Buch deiner Wahl bestimmt vorrätig oder kann es dir bestellen, dann musst du nicht beim Online-Riesen bestellen)

1. Auf Erden sind wir kurz grandios – Ocean Vuong

Ocean Vuongs Roman „Auf Erden sind wir kurz grandios“ ist ein halbautobiografischer Brief an seine ungebildete Mutter, in dem er über Erfahrungen als Immigrant, Schwuler und Sohn spricht. Vuong verwischt auf brillante Weise die Grenzen zwischen Poesie und Prosa. Themen wie Männlichkeit, Liebe, Schmerz, Erwachsenwerden, Selbstfindung und Familie werden in seiner Geschichte mit Sensibilität und Ehrlichkeit entdeckt – Geschichte, die unbestreitbar großartig ist. 

2. Je tiefer das Wasser – Katya Apekina

„Je tiefer das Wasser“ von Katya Apekina ist die perfekte Herbstlektüre! Es geht um das Schicksal zweier Schwestern, deren Mutter versucht hat, sich umzubringen und deren Vater früh abgehauen ist. Es geht um Familie, um Verlust und um Schuld, um äußere Einflüsse, Machtlosigkeit, menschliche Abgründe und um Liebe und Kunst. Der Roman ist die perfekte Mischung aus spannender Story und tollem Schreibstil. Die Geschichte ist so düster und zieht einen in einen Sog, den man erst wieder verlässt, wenn man die letzte Seite gelesen hat. 

3. Gefährliche Geliebte – Haruki Murakami

Der Roman handelt von Hajime, der ein scheinbar glückliches, geordnetes Leben in Tokio führt – bis eines Tages seine Jugendliebe Shimamoto wie ein Geist in sein Leben zurücktritt. Nach all den Jahren muss Hajime sich damit auseinandersetzen, ob er bereit ist, alles für Shimamoto aufzugeben. 
Für mich gab es lang kein Buch mehr, in dem ich so versunken bin und in dem ich gern stundenlang am Stück weitergelesen hätte. Vor allem Murakamis bildhafter und besonderer Schreibstil macht es einem sehr leicht, in Hajimes Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen. Außerdem glaube ich, dass die Frage, die Hajime sich stellen muss, für viele Menschen relevant ist: Entscheidet man sich im Leben für den einfachen Weg, der einen halbwegs zufrieden macht oder geht man Risiken ein, die einen entweder zerstören können oder einem das absolute Glück bringen?

4. Lolita – Vladimir Nabokov

Der Roman „Lolita“  bietet Einblick in das Innere von Humbert Humbert, der eine Liebesbeziehung mit seiner 12-jährigen Stieftochter Lolita eingeht. Ich habe nie ein Buch gelesen, das mich im selben Maße schockiert, wie fasziniert hat. Nabokov schafft es, eine schreckliche Handlung ausgeführt von einem abgrundtief verabscheuungswürdigen Protagonisten fast schon liebevoll und durchgehend mitreisend zu beschreiben – ein Paradox, das man vorher kaum für möglich gehalten hätte. Abgesehen von dem vordergründigen Thema, ist die Sprache in diesem Buch, mit der Nabokov so mühelos spielt, unvergleichbar. Ich habe noch nie etwas von jemandem gelesen, der so präzise und erfinderisch mit Worten umgehen kann. Ein absolutes Must-Read, allerdings keine leichte Kost!

5. Der Report der Magd – Margaret Atwood

Im fiktiven Staat Gilead beutet ein religiös-patriarchales System Frauen nach Strich und Faden aus, das Ganze ist ziemlich düster aus der Perspektive einer namenlosen Frau erzählt, die im System als „Magd“ fungiert. Wahnsinnig dystopisch und bedrückend schildert Atwood hier die systematische und allmähliche Unterdrückung von Frauen und den Wandel hin zum Staat Gilead. Vor allem vor aktuellen Geschehnissen bekommt der Roman (leider mal wieder) ganz aktuelle Relevanz und sollte von allen mal gelesen werden. Wer nicht genug bekommt oder keine Lust zu lesen hat, kann sich auch die passende Serie anschauen, die ziemlich nah am Original bleibt.

6. Die Optimisten – Rebecca Makkai

Chicago 1985 und Paris 2015: In „Die Optimisten“ erzählt Rebecca Makkai von dem Ausbruch von HIV in der schwulen Szene der Achtzigerjahre in Chicago und einer Geschichte die sich bis nach Paris 2015 weiter zieht. Dieses dicke Buch mit fast 600 Seiten lässt einen in die 80er der großen Optimisten eintauchen und rettet einen vor grauen Herbsttagen. Außerdem lehrt es einen über die Wichtigkeit des Themas Aids und die Menschen die vor 35 Jahren für Aufklärung, Unterstützung und Akzeptanz gekämpft haben.

7. Hyäne – Benjamin von Wyl

In “Hyäne” verwebt der Autor die Geschichten eines bulimischen Global Players, einer junge Frau, deren unstetes Leben zwischen sinnlosen Callcenter und Garderoben-Jobs schwebt und einer Aktivistin, die nachts Warenhäuser verwüstet. Der junge Schweizer Autor hat schon mit seinem ersten Roman “Land ganz nah: Ein Heimatroman”  gezeigt, wie Gegenwartsliteratur auch aussehen kann – nun lässt er die Hyäne los. Von Wyl hat außerdem während der ersten Corona-Welle mit ein paar Freund*innen Kräfte gebündelt und kurzerhand as Literaturmagazin “Stoff für den Shutdown” aus dem Boden gestampft, in dem deutschsprachige Autor*innen ihre Erfahrungen mit dem Coronavirus verarbeiten.

8. Zeit der Freundschaft – Judith Lennox

Die Geschichte spielt im England der Nachkriegszeit und handelt von fünf jungen Menschen, die miteinander aufwuchsen und nun verschiedene Wege gehen. Sie entwickeln sich in andere Richtungen, erleiden Schicksalsschläge und lernen die Lektionen des Lebens auch manchmal auf die sehr harte Tour. Es ist eine kleine Reise durch das Leben von Julia, Jack, Will, Topaz und Marius, die Erfahrungen sammeln und Entscheidungen treffen müssen. Das Buch lässt einen völlig in eine andere Welt eintauchen und man identifiziert sich stark mit den Charakteren; in jedem von ihnen erkennt man sich ein bisschen wieder. Es ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern lehrt auch unaufdringlich über die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Die Geschichte ist authentisch und unvorhersehbar und hat mich deshalb berührt und zum Nachdenken angeregt.

9. The Great Gatsby – F. Scott Fitzgerald

20er Jahre, Champagner, New York und unsterbliche Hoffnung. Es ist eine der großen Geschichten von einem der Großen: The Great Gatsby von F. Scott Fitzgerald. Die dramatische Geschichte des mysteriösen Mr. Gatsby, seiner schillernden Persönlichkeit und seiner ewigen Hoffnung, mit der Liebe seines Lebens vereint zu sein, wird in prächtigen Bildern von seinem Freund, Bewunderer und Nachbarn Nick Carraway erzählt. Eine fabelhaftes Drama, das einen in kalten Herbsttagen in das New York der 20er Jahre eintauchen und träumen lässt.

10. Kinderbuch Revival

Und weil wir die Klassiker so lieben: Harry Potter, Momo, der kleine Prinz – Bücher die wir ins unserer Kindheit und Jugend gelesen haben. Früher haben sie uns in eine andere Welt entführt, in der wir uns verlieren konnten und die uns geprägt hat. Die Klassiker kann man nochmal lesen, denn sie erweisen sich als tolle Herbstlektüre, um die tristen Tage irgendwo anders zu verbringen. Besonders Harry Potter hat es mir persönlich angetan. Als kleine Herausforderung kann man die Bücher ja auch auf Englisch lesen!

Beitragsbild: Priscilla du Preez on Unsplash

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