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Die 10 (wirklich) schönsten Lese-Spots in München

Barbara Manhart

Urlaubszeit ist Lesezeit. Und die fällt bei vielen Leuten in den Sommer. Kein Wunder also, dass aus zahlreichen Büchern Sand rieselt, wenn man sie nach Jahren mal wieder aus dem Regal zieht. Und ganz egal ob am Strand, im Park oder an der Isar: Sommerlektüre draußen ist immer gut. Tipps, welche Bücher die MUCBOOK-Redaktion als besonders lesenswert empfindet, findest du hier. Doch wo lesen, wenn der Strand in weiter Ferne und die Luft in der Wohnung so heiß ist, dass selbst die Protagonist*innen im Buch anfangen zu schwitzen? Wer während einer Hitzewelle weder Balkon noch Garten hat, muss sich eine Alternative suchen.

1. Hauptsache Schatten: Münchens Hinterhöfe

Außer zur Mittagszeit ist hier Schatten garantiert: Mit einer Wand zur jeder Seite eignen sich Hinterhöfe in der Innenstadt ideal um der stechenden Sommersonne zu entkommen. Wer denkt, dass Hinterhöfe meistens zwischen Wohnbauten liegen und deshalb privat oder unzugänglich sind, kennt die zahlreichen öffentlichen Hinterhöfe der Stadt noch nicht. Schatten findest du zum Beispiel hinter der Kirche St. Michael oder der Akademie der Bildenden Künste.

2. Grün, grün, grün… Münchner Parks

Der Klassiker und deswegen meistens auch etwas überfüllt: Parks. Hierher kommen alle – ob Jung oder Alt, allein oder zu mehreren. Zum Fußball, Yoga oder Picknicken mit Freunden. Lesen kann man hier auch und zwar überall – egal ob auf der Wiese liegend oder einer Parkbank sitzend. Genauso endlos wie die Nutzungsmöglichkeiten für Parks sind, verhält es sich mit ihrer Anzahl in München. Es gibt die großen Parks, wie den Englischen Garten oder den Olympiapark. Doch grade die etwas kleineren, versteckteren sind besonders schön um in Ruhe zu lesen. Zu ihnen zählt auch der Finanzgarten – der von allen nur Dichtergarten genannt wird. Dort kann man sich zu Füßen einiger der größten Dichter und Denker niederlassen. Gibt es eine bessere Lese-Atmosphäre?

3. Allseits unterschätzt: Friedhofsanlagen

Irgendwie sind sie auch Parks, aber irgendwie auch nicht: Friedhöfe. Aber da wohl kaum jemand auf die Idee kommen würde, sich zum Lesen dorthin zu begeben, haben sie schon wieder einen gesonderten Punkt verdient. Denn auch wenn der Gedanke an Friedhöfe manche Menschen gruselt oder abstößt, so gehören sie eben doch zu einer Stadt und zu uns. Und dann sind die meisten von ihnen auch noch wunderschön. Warum also nicht dorthin gehen und weitläufige grüne Flächen und kleine Wäldchen genießen, solange man unter den Lebenden weilt? Absoluter, wenn auch etwas sarkastischer Pluspunkt: Die Stille. Besonders schön sind der Waldfriedhof, mit seinen vielen Bäumen und der Südfriedhof mit seinem Lapidarium.

4. Zwar kein Meer, aber immerhin Wasser: Badeseen um München

Wem Schatten spendende Bäume in Parks zur Abkühlung nicht genügen, der findet an zahlreichen Badeseen um München vielleicht genau den richtigen Ort zum entspannten Lesen. Im Buch schmökern, sonnen, ab und zu ins Wasser springen, was will man mehr? Wer Lust auf Bewegung hat und darauf verzichten will, mit Maske in den Öffentlichen zu sitzen, erreicht die meisten Seen außerdem mit dem Fahrrad. Besonders schön: Der Radweg zum Poschinger Weiher entlang der Isar.

5. Tausendundeine Sitzgelegenheit: Die Isar

Gut möglich, dass auf dem Weg zum Weiher die endlosen schönen Plätze an der Isar so zum Verweilen einladen, dass man es erst gar nicht bis zum See schafft. Auch gut! Schließlich erklärte schon Konfuzius den Weg zum Ziel. Und auf diesem Weg werden wohl die allermeisten fündig. Wer es eher ruhig mag, findet ein Plätzchen auf der Museumsinsel zwischen Weiden, wer nichts gegen etwas Trubel hat, kann es sich auch direkt am Kies-Strand, zum Beispiel am Flaucher, bequem machen.

6. Praktisch für Tage mit Gewittertendenz: Der Gasteig

An Seen oder die Isar zu fahren, lohnt sich vor allem dann, wenn kein Wölkchen am Himmel zu sehen ist. Grade an schwülen Hochsommertagen entlädt sich die Spannung jedoch in Gewittern, die dann auch gerne mal überraschend daher kommen. Für solche Situationen eignet sich der Gasteig als Leselocation besonders gut. Solange das Wetter mitspielt kann man draußen vor dem Gebäude im Schatten oder in der Sonne lesen und wenn es dann ungemütlich wird nahtlos zum Lesen in bequemen Sesseln in den Gasteig wechseln.

7. Das Allround-Paket: Gaststätten mit Terrassen

Die bisherigen Tipps kamen ganz ohne großartige Ausgaben zurecht. Wer das Allround-Wohlfühlpaket mit Essen, kühlen Getränken, Lesen und Draußensein kombinieren will, der findet auf Terrassen von Gaststätten den richtigen Ort. Das kann ins Geld gehen, muss es aber nicht. Vormittags lockt zum Beispiel das Kaffee Espresso Kolonial, nachmittags der Gartensalon mit einem Stück Kuchen und abends die griechische Taverne “Lucullus” mit seinen großen Portionen in Untergiesing. Obwohl man hier mit all den Gesprächen und dem Essen wohl schnell von der Lektüre abgelenkt wird.

Kaffee Espresso Kolonial, Donnersbergerstraße 39 Gartensalon, Türkenstrasse 90/Amalienpassage Lucullus, Birkenau 31

8. Schlechtwetter-Alternativen: Kleine Cafés

Dass die Sonne auch im Sommer nicht jeden Tag scheint, ist klar. Kein Problem in München, bei der Fülle an Cafés, die die Stadt zu bieten hat. Wer gerne stundenlang an einem Ort verweilt, aber nicht zehn Matcha Lattes trinken müssen will, ist immer gut mit dem Lost Weekend beraten. Dort ist man gegenüber Arbeitenden und Lesenden Leuten sehr kulant. Wunderschön ist außerdem das Fika in Neuhausen oder aber das Shotgun Sister. Pluspunkt dort: Super leckerer Kaffee und frisch zubereitetes Essen. Wer sich wie im Wohnzimmer fühlen will, findet in den Münchner Büchercafés Sofas und Wohlfühlatmosphäre pur.

Lost Weekend, Schellingstraße 3 Fika, Nymphenburgerstraße 25 Shotgun Sister Coffeebar, Deisenhofener Str. 40

9. Drinnen für umsonst: Bibliotheken

Wer bei schlechtem Wetter kein Geld ausgeben will, der kann sich immer in die Stadtbibliotheken setzen. Im Westend, der Maxvorstadt oder Sendling. Stadtbibliotheken gibt es wirklich in jedem Viertel und damit auch immer in Reichweite. Der Gasteig zählt auch dazu. Ein ganz besonderer Tipp ist die Juristische Bibliothek am Marienplatz mit ihren alten Holzvertäfelungen und der Wendeltreppe.

10. Noch neuer Lesestoff gefällig? Plätze mit Bücherschränken

Und was, wenn sich die Buchseiten dem Ende zuneigen? Dann ist es definitiv Zeit Münchens öffentliche Buchschränke nach etwas Neuem zu durchforsten. Diese findest du an vielen Plätzen und Straßen, manchmal in einer ehemaligen Telefonzelle, manchmal in einem vorm Regen geschützten Regal. Praktisch: Auch vor Ort lässt es sich gut in eine neue Geschichte versinken. Beispielsweise am Rudi-Hierl-Platz in der Maxvorstadt. Eine Liste mit den Standorten der Regale findest du hier.

Auf einen lese- und lehrreichen Sommer in der Stadt!


Foto: Nguyen Thu Hoai on Unsplash

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