Lamborghini
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Kunst im Köşk: Lamborghini Crying von Alexander Scharf

Jan Krattiger

Jan Krattiger

Irgendwas mit Medien, Videokameras und Gitarren. Gitarren sind immer gut.
Jan Krattiger

Warum den frühen Start ins Wochenende (nämlich heute Donnerstagabend) nicht mit Kunst einläuten, haben wir uns gefragt. Und Alexander Scharf hat die passende Antwort parat. Denn heute Abend ab 19 Uhr ist die Vernissage seiner Ausstellung „Lamborghini Crying“ im Köşk, das praktischerweise nur einen halben Steinwurf von unserem MUCBOOK-Büro entfernt ist. Der Plan steht also.

Was es da zu sehen gibt:

Skulptur, Zeichnung, Text, Video und Poster von Alexander Scharf, Grafiker, Designer, Student der Bildhauerei und die eine Hälfte des Team Hula. Am Tag der Vernissage laufen ausschließlich Tracks, die mit einem Automobil zu tun haben.

Wie der Titel der Ausstellung schon vermuten lässt, geht es irgendwie um Autos – genauer gesagt um Supercars, wobei wohl keine Marke mehr für diesen überbordenden, hypermaskulinen und gleichzeitig kindischen Glamour steht wie Lamborghini.

Wenn man der Ankündigung der Ausstellung trauen kann (was im Kunstkontext ja immer eher ein Risiko ist, das wir hier aber mal bereitwillig eingehen wollen), werden wir zurückkatapultiert in die USA der 80er Jahre, als der Neoliberalismus sein Gesicht in immer neuen Spielformen zu zeigen begann – eben auch in Form von Soccer Moms, einer „neunen erzieherischen Elite mit unendlicher Liebe für ihren elitären Nachwuchs“ (Scharf).

Was das mit Lamborghinis zu tun hat?

„In einer Welt, in der Tränen von Plüsch ummantelt sind, in der die Form der Supercars keine Rolle mehr spielt, in der Herzen aus wirbelnden Fussballjungs bestehen, in der Pokale keine Ehre mehr bedeuten, in der Soccermoms zu dekadenten Supermoms aufsteigen, in der nichts bleibt außer das Kind als Projektionsfläche für ihre metallic glänzenden Erfolgsfantasien, heißen die Schutzengel Heidi Klum oder Sarah Palin. Sie sind die neuen Helden der Straße. Wenn der zarte Schuh mit dem hohen Absatz das Gaspedal durchdrückt, fällt vielleicht eine plüschige Träne auf die silberne Felge des Lamborghini Gallardo. 800 Ps schießen Salut für die Motoren hinter den Erfolgsgeschichten des Kapitalismus. Always drive, never park.“

Schreibt der Künstler. Schöner könnten wir es auf keinen Fall formulieren. Darum, und weil #supportyourlocalartist immer eine gute Idee ist, machen wir’s an der Stelle kurz: Geh die Tage mal hin und schau’s dir an, alle Termine und Öffnungszeiten findest du unten.


In aller Kürze:

Was? „Lamborghini Crying – Soccer Moms Driving Supercars“ von Alexander Scharf

Wann? Donnerstag, 9.8. bis Freitag, 17.8.
Wo? Köşk, Schrenkstr. 8. 80339 München

Wieviel? Eintritt frei

ÖFFNUNGSZEITEN :

9.8. Vernissage 19 – 21 Uhr
10.8. 16-20 Uhr
11.8. 16-20 Uhr
12.8. 16-20 Uhr
13.8. geschlossen
14.8. geschlossen
15.8. 16-20 Uhr
16.8. 16-20 Uhr
17.8. Finissage 16- 21 Uhr


Fotos/ Bilder: © Alexander Scharf

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