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Leben im Künstlerloft, Job im Empire State Building: Der New York-Traum (?)

Birgit Buchart

Birgit ist absichtlich Münchnerin und kam vor drei Jahren aus dem fernen Österreich zu uns. Neben ihrem Hochdeutsch verbessert sie in München auch ihr Englisch und studiert an der LMU Anglistik. Weil das mit dem Englisch mittlerweile ziemlich gut klappt, ist sie jetzt ein bisschen in New York und berichtet auf mucbook alle zwei Wochen von den Abenteuern einer österreichischen Münchnerin in der ganz großen Großstadt.
Birgit Buchart

Meine drei Monate wohne ich in einem Künstler-Kollektiv-Loft, das sich SkyFortress nennt, in Bushwick, Brooklyn. Täglich schnuppere ich die Luft meines Traumlebens und zugleich bekomme immer wieder eine Brise Realität ins Gesicht geklatscht, so wie auch meine Mitbewohnerin Stephanie das Leben in New York beschreibt. Über das Memorial-Day-Wochenende machten wir zusammen einen kleinen Roadtrip nach North Carolina, in ihre alte Heimat. Auf der 10-stündigen Rückfahrt nutzte ich die Chance für ein kleines Interview. Stephanie Hazelwood ist nämlich gerade mal 22 Jahre alt und scheint bereits den wahren New York-Traum zu leben: Sie studierte Modedesign an der renommierten Parsons Universität und arbeitet seit kurzem als festangestellte Designerin in der Boys-Suits-Abteilung bei Calvin Klein im Empire State Building. Aber wie fühlt sich denn so ein Traum an, wenn er tatsächlich real wird und ist New York denn auch nach Jahren immer noch so faszinierend?steph_zimmer-mucbookGeboren ist Stephanie in Texas, aufgewachsen ist sie allerdings in diversen US-Bundesstaaten und eine Weile sogar in Kanada. Ihre Familie zog häufig um, für sie stand aber schon als früh fest: Irgendwann muss es New York sein. Nachdem sie die High School in North Carolina abgeschlossen hatte, bewarb sie sich ausschließlich an Universitäten in NYC um in der Modemetropole Fashion Design zu studieren. Als die Parsons Universität, nationale Nummer 1 aller Modedesign-Schulen und Nummer 3 weltweit, Stephanie aufnahm, wurde ihr Traum wahr und sie zog im Sommer 2012 nach New York City.

Vorstellung vs. Realität: Vor fünf Jahren bist du hierher gezogen. Wie empfandest du die Verwirklichung deines Traumes damals?

Bevor ich zu studieren begonnen hatte, dachte ich natürlich, ich würde hier ständig irgendwelche coolen NY-Dinge machen, die ich aus Fernsehshows wie Sex & the City kenne. Die Parsons Universität ist allerdings eine unglaublich harte und strenge Schule… du kannst mit jedem einzelnen Studenten sprechen, sie werden es dir alle bestätigen: Keiner von uns hatte Freizeit, oder auch nur einen Funken soziales Leben während der Ausbildung. Es war wirklich schwierig die Balance zu finden, ich hatte nicht einmal Zeit die Stadt zu erforschen und kennen zu lernen, so wie ich es hätte machen wollen und sollen.

Heute sieht das natürlich schon ganz anders aus… Aber das hat eben fünf Jahre gedauert (lacht).

Mittlerweile hast du die Parsons abgeschlossen, lebst im Künstler-Loft in Brooklyn und hast einen tollen Job als Designerin bei Calvin Klein. War es mit dem Prestige-College-Abschluss für dich einfach, diesen Job zu finden?

Ich kann nicht sagen, dass es einfach war. Es dauerte ungefähr neun Monate. Ich habe noch während des Studiums als Praktikantin bei Tommy Hilfiger im Kindermode-Team angefangen und nachdem ich die Uni abgeschlossen hatte, übernahmen sie mich als Freelance-Designerin. Das habe ich dann neun Monate lang on-off gemacht, bis ich endlich diesen Vollzeitjob bei Calvin Klein bekommen habe.

Im Empire State Building!
Ja, im Empire State Building. (lacht) Das ist schon ziemlich cool.

Kannst du drei Dinge wählen, die du an New York am allermeisten liebst?
Erstens das Essen. Ich liebe das Essen hier! Man kann zu jeder Tageszeit jede Küche der Welt finden. In all den unterschiedlichen Nachbarschaften der Stadt.
Ich liebe außerdem, dass New York so ein Melting Pot ist. Es ist eine der größten Städte der Welt und es herrscht so eine Vielfalt, hier kommen alle zusammen, man findet Menschen mit allen nur vorstellbaren Herkünften.
Und drittens – es ist schwierig mich zu entscheiden – aber ich würde sagen, ich liebe die Energie, die hier herrscht. Es gab schon so viele Momente, in denen ich sie ganz stark zu spüren bekommen habe. Manchmal, wenn ich den ganzen Tag in meinem Apartment verbracht habe und nicht raus gekommen bin. Zum Beispiel im Winter, wenn man niedergeschlagen ist und sich einfach nicht danach fühlt raus zu gehen. An solchen Tagen zwinge ich mich dann irgendwann vor die Tür, vielleicht nur um schnell Pizza zu holen. Aber in dem Moment, in dem ich raus auf die Straße gehe, fühle ich diese unglaubliche Energie und es geht mir sofort viel besser. Man spürt sie einfach in der Luft der Stadt.

Gibt es auch Dinge, die du an New York hasst?
(Lacht) Ja, auf jeden Fall! Ich hasse die Hitze und die Kälte, die beiden Extreme des Wetters. In einer Stadt wie dieser ist das wirklich hart, weil beide solch krasse Ausmaße annehmen können. Zum Beispiel wenn ein Sturm oder Blizzard kommt und alle Züge ausfallen, oder wenn es drückend heiß ist und du in einem Apartment ohne Klimaanlage wohnst und auch die U-Bahn-Stationen unglaublich heiß sind, dann kann man der Hitze einfach nicht entkommen. Das ist auf jeden Fall eine Sache, die ich hasse. Andererseits passt es auch zu New York, die Stadt ist eben in jeglicher Hinsicht ein bisschen extrem.

Und dann führe ich noch eine Art Hass-Liebe mit der U-Bahn hier. Eigentlich liebe ich die U-Bahn, ich wähle sie immer über alle anderen Transportmittel wie Auto, Uber oder Bus. Aber sie ist auch der Grund für jede einzelne Verspätung in meinem New York-Leben. Man weiß praktisch nie, wann der nächste Zug kommt und Verspätungen gehören zur Tagesordnung. Ich habe sogar gelesen, dass im Moment das schlechteste Jahr in der Geschichte der MTA (Metropolitan Transportation Authority, Anm. d. Red.) herrscht. So viele Verspätungen wie zur Zeit gab es wohl noch nie.

Kannst du rückblickend sagen, dass New York dich in irgendeiner Weise verändert hat? Hat die Stadt dich irgendwas gelehrt?
Ja, definitv! Eine Sache, dir mir besonders auffällt, wenn ich auf Reisen bin – vor allem innerhalb der USA – ist der Realismus, den mir New York beigebracht hat. Wenn ich außerhalb der Stadt mit Menschen rede, bringen sie mir immer diesen übertriebenen Optimismus entgegen. Du weißt schon, Leute die so tun, als ob alles in der Welt gut werden wird. Wenn diese Leute nach New York kommen, bekommen sie eine Ohrfeige von der Stadt. Sie klatscht ihnen die Realität ins Gesicht. Das ist nicht unbedingt Pessimismus und keiner will Träume zerstören, aber man lernt hier ganz einfach realistisch zu sein, in jeglicher Hinsicht. Man lernt erst hier die reellen Chancen und Wege, seine eigenen Ziele zu erreichen. Das hat mir die Stadt definitiv beigebracht.

Außerdem hat sie mir geholfen, stärker zu werden. Eine Sache, die sie mich im Moment gerade lehrt – und ich bin immer noch dabei, daran zu arbeiten – ist, als Frau in dieser Gesellschaft mehr Platz einzunehmen. Meine Erziehung hat mir eingetrichtert, darauf zu achten, physisch nicht zu viel Raum in Anspruch zu nehmen. In der U-Bahn zum Beispiel, wo die Typen neben mir breitbeinig den engen Raum dominieren, versuche ich mich mittlerweile weniger darum zu kümmern für die anderen Platz zu machen. Wenn ich zum Beispiel mit Gepäck oder meinem Rad U-Bahn fahre. Ich habe genauso ein Recht dort zu sein, es ist auch mein Lebensraum, und da kann ich meinen benötigten Platz ruhig in Anspruch nehmen und darauf bestehen. Das ist etwas, das ich früher einfach nie bedacht hatte: Der Raum hier ist zwar knapp, aber es ist okay ihn sich zu nehmen, wenn man ihn braucht. Es ist immerhin auch mein Zuhause.

Würdest du generell sagen, dass New York einem helfen kann, selbstbewusster zu werden? Besonders als Frau?
Ja auf jeden Fall! Man wird selbstbewusster und gleichzeitig aufgeschlossener!

Ich habe allerdings auch oft gehört, dass die Stadt für viele Menschen das gegenteilige Gefühl auslöst. Dass sie eine einschüchternde Wirkung hat und man immer unter unglaublichen Druck steht, wenn man nicht gerade ein super hipper Künstler ist.
Das empfinde ich gar nicht so. Wenn man ein großer Fisch im kleinen Teich ist, setzt einen das doch unter einen viel größeren Druck. Aber in New York ist man einer unter 8 Millionen Menschen und am Ende des Tages interessiert sich hier niemand für dich. Dieser Gedanke nimmt doch jeglichen Druck, oder? Gleichzeitig gibt er dir das Selbstbewusstsein und die Freiheit zu tun, was auch immer du willst.

Unter 8 Millionen Menschen braucht man aber auch seinen Rückzug, oder? Hast du einen Lieblingsplatz in New York? Einen Ort, der dir immer noch Gänsehaut beschert, oder wohin du gehst wenn du entspannen willst?
Ich habe viele davon. Ich liebe Chinatown! Ich liebe das Essen dort. Ich liebe es, dort immer wieder verrückte kleine Kunstgalerien zu entdecken, ich liebe den Geruch von gefrorenem Fisch auf den Straßen (lacht). Ich liebe die Straßenmusiker dort und die Typen, die dich im Vorbeigehen belästigen und dir eine gefälschte Michael Kors-Tasche andrehen wollen. Das ist nicht wirklich ein Platz zum entspannen, aber es ist einer meiner Favoriten. Ich wohnte aber auch einige Zeit in Harlem und habe dort ein paar Plätze, die ich immer noch sehr liebe, wie den Riverside State Park. Ich liebe ein paar bestimmte Plätze im Central Park, nahe dem Angel-Tunnel. Gleichzeitig liebe ich es aber auch, immer wieder neue Blocks zu entdecken, Orte die ich noch nie zuvor gesehen habe. Man findet immer was Neues hier. Oh, und ich liebe natürlich unsere Dachterrasse der SkyFortress!stephanie-dach1

Würdest du sagen, dass dich die Stadt an sich oder die Menschen hier auch als Künstlerin inspirieren und für deine Arbeit wichtig sind?
Ganz sicher, ja. Besonders als Fashion Designerin. New York ist eine der Modehauptstädte der Welt. Man sieht alle nur vorstellbaren Stile die Straße hinunter laufen. Allein die unterschiedlichen Nachbarschaften inspirieren unglaublich. Als ich in Harlem gelebt habe, herrschte dort dieser ganz spezielle Street-Style oder der Kirchen-Sonntags-Stil. Im Gegensatz zu der Upper East Side, wo der Stil viel adretter ist. Und dann kann man nach Downtown fahren und man findet all diese Menschen auf engstem Raum zusammengewürfelt. Auch in der U-Bahn sehe ich mich immer um, wie die Leute angezogen sind und mache Fotos von den Leuten, wenn mir ein Detail gefällt.

Wirklich? Du fotografierst die Leute in der U-Bahn?
Ja! Während meiner Uni-Zeit habe ich ständig Fotos von den Hintern der Menschen gemacht (lacht) Ich verteidigte mich: „Ich schwöre, ich bin nicht verrückt, aber ich liebe deine Hosentaschen“.
Und dann sind da noch die ständigen Ausstellungen, Events, Galerien, es gibt immer und überall Inspiration, da die Kunstszene so unglaublich groß ist.

Apropos verrückt. Hast du auch ein paar dieser verrückten New-York Stories für uns? Es scheint, als hätte hier jeder tonnenweise lustiger U-Bahn-Erlebnisse.
Oh ja, so viele! Ich habe diese Erlebnisse sehr häufig, in der U-Bahn passieren tatsächlich die verrücktesten Dinge. Meine Mitbewohner machen sich schon über mich lustig, weil ich ständig von der Arbeit nach Hause komme und durch die Wohnung brülle: „Ihr könnt euch nicht vorstellen, was mir heute in der U-Bahn passiert ist!“
Ich weiß auch nicht, wieso mir das immer passiert. Ich habe allerdings auch ganz viele Freundschaften geschlossen, die in der U-Bahn begonnen haben.

Aber auch an allen anderen öffentlichen Plätzen passiert sowas. Als ich noch im College war, saß ich Nachts einmal mit Kommilitonen im Washington Square Park zusammen – lange nachdem er geschlossen wurde. Wir hatten getrunken und kamen auf die Idee, ein Spiel zu spielen. Jeder von uns sollte loslaufen und sich mit einem Fremden im Park befreunden und sie zurück zu unserer Gruppe bringen. Aber um 3 Uhr Nachts sind die einzigen Menschen im Park Stoner, Obdachlose und vielleicht ein paar andere betrunkene Kids unseren Alters. Wir rannten also los, verteilten uns und brachten die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Ich erinnere mich an ein paar Skater-Typen, zwei Genderqueer-Personen… alles Mögliche. Das schöne aber war, dass alle zusammen noch bis zum Morgengrauen im Park verbrachten, wir saßen alle im Springbrunnen in der Mitte des Parks und taten genau dasselbe wie wir gerade: Wir erzählten uns gegenseitig verrückte New York-Erlebnisse. Das war ein schöner New York-Moment.

Dazu fällt mir gerade noch eine Sache ein, die besonders toll an New York ist: Die Stadt hat diese schlechten Vorurteile, dass hier alle unfreundlich und unhöflich sind, das ist aber absolut nicht richtig. Klar, wir sind alle ständig beschäftigt und machen unser eigenes Ding, aber wenn wir miteinander sprechen, sind wir alle freundlich. Das wurde mir damals im Park bewusst.

Vielleicht wirkt ihr nur im Vergleich zu dem zuvor erwähnten übertriebenen Optimismus der restlichen US-Staaten unfreundlich. Dabei seid ihr nur ehrlich.
Ja genau. Es ist Ehrlichkeit. Ja, wir wirken pessimistisch und ignorant aber in wirklich schweren Zeiten, nach Katastrophen oder ähnlichem, herrscht hier unglaublich starker Zusammenhalt. Ich habe das persönlich nach dem Hurricane Sandy mitbekommen. Die Stadt ist unglaublich belastbar und erholt sich außerordentlich schnell von Katastrophen. Ich habe mit vielen gesprochen, die an 9/11 hier waren und alle erzählen von dem unglaublichen Gemeinschafts-Gefühl, das nach den Anschlägen geherrscht hat. Ich bin mir nicht sicher, ob andere Städte damit so gut hätten umgehen können.

Warum ist das so? Was macht New York so stark im Zusammenhalt?
Ich glaube es liegt am kollektiven Verständnis, dass New Yorker immer kämpfen. Das Leben hier ist ein ewiger Kampf, der niemanden verschont und dessen sind sich alle bewusst. Die ganzen kleinen Alltagskämpfe, mit denen wir hier jeden Tag zu tun haben, betreffen alle, die hier wohnen. Die Mieten, die vielen Jobs… Aber sogar ein Millionär an der Upper West Side kämpft mit der extremen Hitze im Sommer und den Blizzards im Winter. Auch wenn er den Verspätungen des U-Bahnsystems entkommt, muss er sich durch den schrecklichen Straßenverkehr quälen, wie jeder von uns. Die besagte Realität, die dir die Stadt ins Gesicht klatscht, härtet uns ab und schweißt zu dieser starken Einheit zusammen, wenn wirklich schlimme Katastrophen passieren.

Da wir grade von Katastrophen sprechen. Hast du das Gefühl, New York hat sich verändert, seit Trump gewählt wurde?
Vor den Wahlen lebten wir hier in New York in einer liberalen Blase. Auf unseren Straßen findest du keinen einzigen Trump-Befürworter. Und sollte er doch einer sein, wird er es in New York verstecken. Deshalb haben wir hier eigentlich nie wirklich an die realistische Möglichkeit gedacht, dass er gewinnen könnte. Für mich war es am Ende auf jeden Fall ein Schock.

Ich weiß noch genau, wie die Wahlnacht ablief. Meine Mutter war in der Stadt und wir gingen zu dieser verrückten Open-Mic-Veranstaltung nahe St. Mark’s Place. Es war eine komische Stimmung. Wir bekamen immer wieder Updates und uns wurde mehr und mehr bewusst, dass es verdammt schlecht für uns aussieht, gleichzeitig aber waren wir bei dieser tollen Veranstaltung wo Künstlern jeder Art eine Bühne geboten wurde, sich auszudrücken. Es passte nicht zusammen. Die Leute waren außer sich. Nicht unbedingt allein wegen Trump, sondern viel mehr weil keiner verstehen konnte, wie es für unser Land so weit kommen konnte. So schrecklich diese Nacht auch war, die Tatsache dass ich hier in New York von all diesen Menschen umgeben war, die meine Gedanken und Meinungen teilten, gab mir Kraft es auszuhalten und damit zurecht zu kommen. Am Heimweg in dieser Nacht sah man überall Menschen in den U-Bahnen weinen, alle waren außer sich. Sogar in den nächsten drei Tagen nach den Wahlen herrschte diese Stimmung in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Zu bestimmten Uhrzeiten ist es normalerweise laut in den Zügen, die Menschen unterhalten sich, es ist niemals leise. An den drei Tagen nach der Wahl war es gruselig still in der Bahn. Ich hatte die Stadt noch nie so erlebt.

Immer wenn ich mit Leuten über die Wahlen spreche, höre ich ihre Geschichten, wo sie die Nacht mit wem verbracht haben, was sie gerade machten als es klar wurde, dass Trump gewinnt. So eine Reaktion kennt man sonst nur von Naturkatastrophen oder Anschlägen.
Aber es fühlt sich genauso an wie eine Katastrophe dieser Art. Ich habe keine Ahnung, wo ich war als Obama gewählt oder wieder gewählt wurde… Den Abend und die Stimmung im St. Mark’s Theater werde ich aber bestimmt nicht vergessen. Es war… es ist wirklich eine Katastrophe.

Von der politischen Katastrophe mal abgesehen: Wenn du jemanden treffen würdest, der vor hat ein Leben in New York zu beginnen, was würdest du ihm/ihr raten? Welche Tipps hättest du? Oder würdest du sogar sagen: Lass es lieber sein?
Oh nein, ich würde jedem raten es zu machen! Es ist so eine lehrreiche Erfahrung in New York zu leben. Es ist natürlich nicht für jeden etwas, das verstehe ich auch… Mein Tipp wäre: Sei geduldig, gib der Stadt Zeit. Du wirst deine Nische finden und die Leute, die zu dir passen. Manchmal ziehen Leute hierher und fühlen sich sofort überfordert. Am Ende hat New York aber für jeden seinen Platz, man muss nur geduldig sein, dann wird man ihn finden.

Du schwärmst immer noch sehr von New York und liebst die Stadt immer noch sehr. Deshalb jetzt zur Frage aller Fragen: Kannst du von dir behaupten, dass du voll und ganz deinen Traum lebst?
Wenn du mein 16-jähriges Ich fragen würdest: Auf jeden Fall! Dann lebe ich genau so, wie sie es wollte. Ich wohne in einem tollen Loft mit coolen Künstlern, habe diesen Kick-Ass-Job – auf dem Papier zumindest (lacht). Aber in der Realität haben sich meine Träume und Ziele ein bisschen verändert. Ich reise sehr viel aber ich will unbedingt noch mehr von der Welt sehen. Es gibt so vieles zu entdecken und zu lernen außerhalb von New York. Ich lebe im Moment meinen Traum, aber es ist nicht der Traum für den Rest meines Lebens.

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Fotocredit: Mirella Cardoso

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