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Münchner Gesichter mit Jiréh Emanuel

Carina Eckl

Worte sind mächtig. Sie schaffen Realität. Sie können verbinden, aber genauso können sie als Ausdrucksform von Diskriminierung missbraucht werden. “Schluss mit N*gger dies, N*gger das”, so der Münchner Musiker Jiréh in seinem Song “The Story of JJ”. Wir haben mit ihm über seine Musik und darüber gesprochen, wie wichtig es ist, dass sich jede*r mit Rassismus in Deutschland auseinandersetzt.

Stell dich doch mal in drei Sätzen vor:

Ich bin Jiréh Emanuel. Aktivist und Musiker aus München.
Mit meiner politischen und künstlerischen Arbeit unterstütze ich verschiedene zivielgesellschaftliche Bündnisse der regionalen und überregionalen Black Community.

Woran arbeitest du gerade?

Aktuell arbeite ich an der Kampagne N-Wort Stoppen München 2021.

Wie kam es zum Projekt? Was hat dich beschäftigt?

Im Zuge der Blacklivesmatter Demos München, bei denen ich einer der Mitveranstalter und Redner gewesen bin, kam ich auch in Kontakt mit der Kölner Initiative N-Wort Stoppen. Die N-Wort Stoppen Initiative bemüht sich um die rechtliche Anerkennung, dass der Begriff “N*ger” und dessen Ableitungen eine Beleidigung darstellen. Als Betroffener, der von klein auf mit rassistischen Anfeindungen und Beleidigungen zu kämpfen hat, war für mich klar, dass ich sie dabei unterstützen möchte. Darum habe ich mit Hilfe des Arbeitskreis Panafrikanismus E.V einen Antrag zur Ächtung des N-Wortes an den Migrationsbeirat der Stadt München gestellt. Darüber hinaus habe ich auch über Change.Org eine Petition zur Ächtung des N-Wortes in München gestartet. Das N-Wort ist historisch gesehen eine rassistisch konnotierte Fremdbezeichnung, die mehrheitlich von der Afrocommunity als Beleidigung wahrgenommen wird.

Was bedeutet dein Song “The Story of JJ” für dich?

Der Song ist in erster Linie die Manifestation meiner Wut und Verzweiflung, über die immer noch existierenden Missstände in unserer Gesellschaft in Hinblick auf Rassismus und Diskriminierung.
In diesem Song reflektiere ich den Schmerz, die Wut und die Müdigkeit, aber auch den Stolz und die Hoffnung eines von klein auf von individuellem und strukturellem Rassismus betroffenen schwarzen Menschen in Deutschland und überall auf der Welt. Der Song soll allen Menschen, die mit antischwarzem Rassismus konfrontiert werden, Mut und Selbstbewusstsein geben sowie ein Ventil sein. Allen anderen soll dieser Song einen Einblick verschaffen, wie es sich anfühlt, permanent diskriminiert und nicht gehört zu werden.

Was sind deine Ziele für das Projekt?

Die rechtliche Anerkennung, dass der Begriff “N*ger” ein Schimpfwort ist.

Was können andere tun, um dein Projekt zu unterstützen?

Die Petition unterschreiben und teilen sowie den Titelsong der Kampagne „The Story Of JJ“ streamen.

Worüber fluchst du am häufigsten in München?

Über institutionellen und strukturellen Rassismus. Es herrscht meiner Meinung nach zu wenig Diversität in der Politik und Stadtverwaltung.

Und was läuft eigentlich doch ganz in Ordnung?

Die Zusammenarbeit mit den Allys und Vereinen.

Deine Lieblings-Insta- oder Twitteraccounts?

@shaunking, @naijaberlinboy, @blacklivesmattermunich, @afrojugend_muc

Wo findet man dich?
Instagram/Facebook: @beaunoir
Webseite: www.noirsociety.de


Beitragsbild: ©Jiréh Emanuel

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