Klima
Aktuell, Stadt

Oh du klimaneutrales München

Sandra Langmann

Auslandsösterreicherin mit einer Vorliebe für München, Schreiben, Kaffee und Me(eh)r.
Sandra Langmann

Wenn man sich die jüngsten Beschlüsse aus dem Münchner Stadtrat so anhört, könnte man fast annehmen, dass München bald ein wahres Paradies für alle Klimavertreter ist.

Den Maßnahmen der beiden Bürgerbegehren „Radentscheid“ und „Altstadt-Radlring“ hatte man bei der Vollversammlung am 18. Dezember bereits zugestimmt. Gleich danach stand Mittwochabend der Klimaschutz auf der Agenda. Nach langen Diskussionen folgte das Ergebnis: Der Klimanotstand wurde ausgerufen und statt 2050 möchte man bereits 2035 klimaneutral werden. Bis Mitte nächsten Jahres soll ein konkreter Maßnahmenplan erarbeitet werden.

2035 statt 2050

Zwar nur mit knapper Mehrheit, dennoch konnten sich Grüne, SPD, Linke und ÖDP gegen CSU, FDP und Bayernpartei durchsetzen. Auch Umweltreferentin Stephanie Jakobs, die zuvor Kritik einstecken musste, stimmte gegen den Beschluss. Den Vorwürfen, Jakobs habe bislang nichts, beziehungsweise zu wenig getan, wirkte sie entgegen und präsentierte Maßnahmen für mehr Klimaschutz. Z.B. Energie bei Gebäuden einzusparen oder die Geothermie zu stärken. Jakobs hielt aber am Ziel 2050 fest. Denn die Stadt hatte das Ziel erst 2017 festgesetzt und seitdem habe sich nichts verändert. Nur zu 40 Prozent habe es die Stadt selbst in der Hand, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu beeinflussen. Der Großteil liege bei EU und Bund.

Der Klimaschutz sei die zentrale Aufgabe für die Zukunft, sagt Katrin Habenschaden von den Grünen. Und wenn München erst 2050 klimaneutral werde, könnten die Ziele des Pariser Klima-Abkommens nicht eingehalten werden.
Das sah auch die Mehrheit der Stadträt*innen so und stimmte nach einer langen Debatte für ein klimaneutrales München ab 2035.

Ein kleiner Aufreger am Rande

Dass die Klimadebatte vor allem ein junges Publikum anziehen würde, war bereits im Vorhinein klar. Das Netzwerk „München muss handeln“ rief auf Facebook zum virtuellen Public Viewing auf und auch der 2. Sitzungssaal des Rathauses war gut besucht. Auf den Rängen verfolgten Anhänger von Klimaschutzgruppen die Diskussionen, was aber nicht bei jedem/jeder auf Wohlwollen stieß. Münchens zweiter Bürgermeister Manuel Pretzl machte gleich zu Beginn klar, dass Beifalls- oder Missfallensbekundungen nicht zulässig sind.
Auf sich sitzen ließ man das aber nicht:

Generell wurde Mittwochabend wohl fleißig die Vollversammlung im Münchner Rathaus verfolgt und dazu getwittert. Hier zum Schluss noch zwei Aufreger:


Beitragsbild: Unsplash/Mika Baumeister

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