Kultur, Nach(t)kritik

Oh, Versailles!

Ach, wie schön muss es gewesen sein, im Versailles des 18. Jahrhunderts. Reichtum, Speis, Trank und Kostüm im Überfluss.

Der Mythos lebt auch heute noch. Und welche Zeit eignet sich wohl besser, um der Sehnsucht nach Überfluss etwas Luft zu gewähren als die Narrenzeit. Die Szene in München ist dafür denk- und dankbar klein, trotzdem lebt sie im kleinen Rahmen hartnäckig fort. Der wohl schönste Kostümball Münchens, der Gauklerball im Lenbachhaus. Er hat tatsächlich eine Tradition, die über 100 Jahre zurückreicht. 1904 führten Studenten und Professoren der Kunstakademie den sogenannten jährlichen „Gauklertag“ ein, um den populären Festen der Malerfürsten etwas entgegen zu setzen. Der zweite Weltkrieg ließ die Tradition verblassen. Wiederbelebungsversuche des Gauklerballs scheiterten vorerst – erst 1983 kam es zur Rennaissance.

„Gnädige Frau, wie kommt denn der Hai nach Versailles?“ „Nun, dort waren auch viele Kardinäle und Bischöfe, und der Fisch ist doch ein christliches Symbol!“ Naja, Tebartz van Elst hätt’s prima gefunden.

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Zeremonienmeister Albrecht von Weech. Man weiß nicht so genau, ob er Louis XIV darstellt oder doch Madame Pompadour. Aber das hat natürlich seinen ganz speziellen Charme.

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Dr. Florian Dering, stellvertretender Direktor des Stadtmuseums,
hält seiner Gemahlin den Spiegel vor:

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Nicht alle katholischen Kleriker träumen von netten Buben:
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Die Danza Furiosa Company als Kronleuchter. Hätte man auch gerne daheim. Schade nur, daß heute die Räume so niedrig gebaut werden.

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Fotocredits und Bildkommentare: Volker Derlath

 

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