Kultur

Tschau Tschüssi kommt nach Untergiesing ins Schpunk

Kevin Brandt

Münchner Kindl ohne ausgeprägte Ortskenntnis. Politisches Wesen. Sprache ist Macht. Printanhänger. Schon immer schreibend. Schon immer suchend.
Kevin Brandt

„Servus Schpunk“ heißt es ab 28. November in Untergiesing. Was sich dahinter verbirgt, erzählt uns Mastermind Miriam im Interview.

Miriam, was bedeutet der Name „Schpunk“?

Pippi Langstrumpf hat das Wort erfunden. Wird aber im Original „Spunk“ geschrieben.

Erzähl mal ein bisschen von dir.

Ich habe seit neun Jahren eine Boutique für kleines und großes Design in Leipzig und eröffne ab Samstag, 28. November, für drei Wochen das Schpunk in Untergiesing.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Es war ein Sonntag im Sommer, es gab Weißwürschte und Spezi und diese Idee. Ich wollte mal wieder länger als ein Wochenende in München sein (ich habe vor zehn Jahren schon mal kurz hier gelebt) und dann saßen wir vor’m Schpunk, einem kleinen Ladengeschäft in der Birkenau, in dem immer mal wieder was los ist, Ausstellungen und so, die Ola und Flo vom Helmut Morrison organisieren. Und dann hat es sich so ergeben. Zwischendurch bin ich nochmal eine Runde um den Block gelaufen und dann haben wir es fix gemacht. Zack, und jetzt geht’s los!

ServusfbDu bist aus Leipzig. Wie fällt deine Meinung über das jetzt schon weitaus gentrifiziertere München aus?

In Leipzig ist man ja schon sehr verwöhnt, was neue Konzepte, ungenutzte Räume und temporäre Aktionen angeht. Da kann man sich eigentlich fast jeden Abend in einen anderen sogenannten Off Space stellen mit einem warmen Bier oder einer abgetrunkenen Mate mit Schuss in der Hand und irgendwas feiern oder anschauen, was an der Wand hängt oder auf dem Boden liegt. Es wird viel improvisiert, das ist gut. Man braucht auch nicht viel. Zwar hat sich das ganze in den letzten Jahren nicht vereinfacht, aber man kann, wenn man sich traut. Neulich hat zum Beispiel ein neuer Plattenladen aufgemacht. Wahnsinn. Ein Plattenladen! Irgendwo im Osten, wo die Meute gerade hinzieht.

Und wie ist da München im Vergleich?

In München ist das natürlich schwieriger. Man hat ja gar nicht die Mittel, um mal kurz was auszuprobieren und aufzuziehen. Da hängt ja schon wieder ein tausendbändiger Businessplan dran oder das Erbe wird mal flott verzockt. Das ist schade, weil die Leute ja Bock drauf haben und es dann aber einfach zum Teil Utopie bleiben wird. Das kann auf Dauer etwas fad werden. Aber wenn’s mal passiert, dann knallt’s auch: Hut ab vor solchen Gschichten wie zum Beispiel dem Alt Giesinger.

Was magst du an München lieber als an Leipzig und umgekehrt?

Kein Battle, bitte! München ist das neue Leipzig! Ich liebe den Schweinebraten genauso wie meinen Schrebergarten, ich fahre gern U-Bahn, da muss ich in Leipzig erst nach Berlin, biergartentechnisch kann Leipzig noch was lernen. Was die Räudigkeit angeht, kriegt München was ab.

Dein bestes Erlebnis bislang in München?

Unzählige. Vom rumänischen Abend im Alt Giesing bis zum sommerlichen Plattenhören an der Isar, vom Schnapstrinken mit Joseph und seinen Gedichten. Und irgendwie kennt immer der eine den anderen und sowieso und die wiederum die und das eine ergibt das andere. Es gibt viele Ecken, um die man schauen kann. Und alles hängt irgendwie zusammen. Des mog i.

 


Infos in alle Kürze:

Was? Schpunk Eröffnung mit Schampus & Schnittchen und Surprise
Wann? 
28. November ab 11 Uhr, geöffnet Mo – Sa 11 – 20 Uhr
Wo? 
Birkenau 2, Untergiesing, U-Bahn Kolumbusplatz

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