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Vietnamesische Tapas im TiVu

Wer kennt es nicht? Man sitzt im Restaurant und würde am liebsten die gesamte Karte bestellen, weil man sich einfach nicht entscheiden kann. Die Spanier haben dafür eine einfache Lösung gefunden: Tapas! Viele kleine Portionen, die in die Mitte des Tisches gestellt und geteilt werden.

Was viele nicht wissen: Das Konzept der Tapas ist nicht allein der spanischen Küche vorbehalten. Im Vietnam beispielsweise ist es ganz normal, dass drei bis vier verschiedene Gerichte auf den Tisch kommen und sich jeder das nimmt, worauf er Lust hat. Und damit man möglichst viel probieren kann, sind die Portionen eben etwas kleiner.

Vietnamesische Tapas in der Rumfordstraße – Das Restaurant TiVu

Die beiden Brüder Thi und Vu Nguyen kennen dieses Prinzip aus ihrer Kindheit. Bevor sie sich allerdings der Aufgabe widmeten, München mit köstlichen vietnameschen Tapas zu versorgen, gingen die beiden studierten V- bzw. BWLer ganz anderen Berufen nach. Im Büro fühlten sie sich jedoch gefangen – also kündigten sie und taten dass, was sie „als nächstbestes konnten.“ Als Kinder halfen sie oft im Bistro ihrer Eltern aus, heute führen sie ihr eigenes Restaurant in der Rumfordstraße. Und das durften wir besuchen.

Gibt es bei Tapas überhaupt so etwas wie Vorspeisen?

Egal. Gestartet sind wir mit einer Platte für zwei Personen, die alle Vorspeisen-Highlights der Sommerkarte beinhaltet: Summerrolls, Wan Tans, Gyoza, Mango-Duck-Salat und La Lot, Rindfleisch im Pfefferblatt. Dazu bestellen wir Seafood Popcorn (Tintenfisch und Shrimps, knusprig frittiert und in Chili-Mayo gedippt) und fluffige Bao Buns mit Ente und Kräutern.

Hauptgericht: Hähnchen oder Rind

Als Hauptspeise folgen Hähnchen in Orangensoße und Rindfleisch mit Grüner-Pfeffer-Soße, beides mit saisonalem Gemüse und Jasminreis serviert. Außerdem wird uns noch eine scharf gewürzte, vietnamesische Wurst gebracht – zum probieren.

Die beiden Brüder probieren immer wieder neue Rezepte aus und holen sich mit Probierportionen gerne das Feedback der Gäste ein, bevor entschlossen wird, was neu auf die Karte kommt.

Veggie-Options in Hülle und Fülle

Und auch Vegetarier kommen nicht zu kurz. Wir schlemmen uns weiter durch Tofu und saisonales Gemüse, außerdem stehen noch Edamame und Water Spinach auf der Karte. Absolute Empfehlungen: Die Süßkartoffel-Rösti mit pochiertem Ei!

Obwohl unsere Mägen langsam aber sicher das Ende ihrer Kapazität erreichen, darf eine Nachspeise natürlich nicht fehlen. Die frittierten Snow Coco Dumplings mit Honig und Kokosraspeln und ein Cheesecake, der als Creme mit Crumble-Topping im Förmchen daherkommt, bilden den süßen Abschluss unseres Abends.

Nicht ganz günstig, aber beste Qualität

Die meisten Gerichte bewegen sich in einem Rahmen von 6 bis 12 Euro und sind damit nicht so günstig wie die Preise, die einem automatisch vorschweben, wenn man an Tapas denkt. Das Bild von Tapas als kleine Probierhäppchen, wie es in der spanischen Küche oft der Fall ist, ist aber auch falsch: Bei TiVu gibt es ganze Gerichte in bester Qualität – nur eben etwas kleiner.

Wir werden definitiv wieder kommen (sind wir seit unserem Testbesuch sogar schon!) und sind gespannt auf die Winter-Version unserer heiß geliebten Vorspeisenplatte.


In aller Kürze:
Was?
TiVu Restaurant – Vietnamesische Tapas
Wo? Rumfordstraße 14
Öffnungszeiten: Sonntags geschlossen, Samstag 18-24 Uhr, Mo-Do 11:30-14:30 und 18:00-23:00/Freitag -24:00
www.tivu-restaurant.de


Fotos: © Giulia Gangl

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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