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„Where is the pet shop?“ Demo gegen Vergewaltigungskampagne

Sharon Brehm

Sharon Brehm

Freigeist, Frohnatur und Foodfetischistin // liebt den Alltag und ist auch sonst eher ein Glückskind // steht total darauf, Dinge zu zerdenken, wenn es sie nicht gerade wahnsinnig macht //
Sharon Brehm

„Make rape legal“. Klingt absurd, so als hätte man einen gigantischen Zeitsprung nach hinten gemacht. Für Roosh V, selbsternannten Pick-Up Artist, ist das aber eine gut durchdachte Forderung. Die Legalisierung von Vergewaltigungen im privaten Raum soll nach seiner Rechnung die Zahl an Vergewaltigungen reduzieren. Aha. Von Menschenrechten, wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit, haben der 36-jährige Amerikaner und seine Anhänger wenig verstanden – deswegen wurde am 6. Februar vor der BMW Welt in München gegen Misogynie und Sexismus demonstriert.

Ursprünglich rief Roosh V, der als Blogger und in Workshops seine gewaltverherrlichenden Aufreißstrategien verbreitet, zu einer Versammlung auf. Dank weltweiter Protestaktionen aber blies der 36-jährige Amerikaner diese „Vergewaltigungsstreifzüge“ wieder ab. Der Mann, der sich für die Gewalt an Frauen einsetzt, befürchtete nämlich, dass die Sicherheit seiner Follower gefährdet war.

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Trotzdem organisierte die Gruppe Würgen ist nicht Flirten in München eine Stehdemo zu der knapp 100 Personen kamen. Das Thema Gewalt an Frauen wird gleichermaßen in der eigenen Gesellschaft tabuisiert, wie für rassistische Sentiments instrumentalisiert. Deswegen war es wichtig, ein Zeichen gegen vergewaltigungsverherrlichendes Gedankengut zu setzen: „Vergewaltiger haben keinen Raum, nur Leere!“

Um das Code-Wort „Where is the pet shop?“ von Roosh V auf die Schippe zu nehmen, verkleideten sich die Demonstrant*innen als Hasen, Hunde oder andere flauschige Wesen – Humor ist immer noch eine der besten Taktiken, um skurrilen Aussagen ihre Relevanz und Bedeutung abzusprechen. Zu Recht kann man in München also von einer kreativen und aktiven Szene sprechen.

Mehr Infos zu Aktionen gegen Sexismus und speziell Vergewaltigungen findet ihr auf der Facebook-Seite von Würgen ist nicht Flirten – München gegen Rape Culture

 

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