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3 Monate später: Riesen-Einkaufstempel eröffnet im Westend

Die Website war zwischenzeitlich komplett offline, die Eröffnung erst auf unbestimmte Zeit, jetzt auf 3 Monate später verschoben: Das Forum Schwanthalerhöhe, ein riesiges Shopping- und Wohngebäude, sollte dort wo früher der XXXLutz drin war, am 21. März eröffnen.

Die Eröffnung wurde auf allen Kanälen groß angekündigt. Dann, kurz vor knapp, wurde der Termin wegen kürzlich entdeckter „sicherheitstechnischer Mängel“ abgesagt. Die verantwortliche Firma, der Generalunternehmer Züblin, hat nun personell aufgestockt, damit die Baustelle bis Ende Mai fertiggestellt wird. Der nächste Eröffnungstermin ist der 6. Juni.

Das ist im Forum Schwanthalerhöhe geplant:

Geplant sind auf den 40.000 Quadratmetern Mietfläche 140 Läden, darunter Lidl und Edeka, H&M und Decathlon und einer Auswahl an Fastfood- und anderen Restaurants, sowie 1.000 Parkplätze.

Aber braucht es ein neues Mega-Einkaufquartier im Westend?

Als „lässig“,“urban“ und „szenig“ bezeichnet der Imagefilm der Firma HBB das Viertel. Bisher ist das Westend vor allem dafür bekannt, das der Einzelhandel hier noch lebt und, dass es (vereinzelt) auch noch einigermaßen bezahlbare Wohnungen gibt.

Anwohner des Forums Schwanthalerhöhe beklagen schon länger, dass das neue Einkaufszentrum mit großen Ketten die kleine Läden in der Gegend verdrängen werden und wegen der Aufwertung des Viertels durch das Forum Schwanthalerhöhe die Mietpreise steigen.

Ganz zu Schweigen von dem Baulärm, den sie in den letzten Jahren und voraussichtlich bis 2021 ertragen müssen.

Das sagen die Anwohner:

„Wir haben schon nette Bars, und Kneipen, tolle Klamotten Läden und das beste Eis der Stadt. Wir haben Instrumentenbauer, Imker, Buchläden, Blumenläden – einfach alles, was man zu Leben braucht und ehrlich gesagt noch viel mehr.
Was wir nicht brauchen, sind skrupellose Investoren, die unser eigenes Viertel weggentrifizieren und sich noch damit brüsten, das das Viertel für hippe Subkultur steht…
Ja, wenn das so ist, warum brauchen wir dann einen H&M? Einen Burger King und einen deutschen System-Gastronom der sich als Italiener verkleidet?“ meint Jennifer Wallace, eine direkte Anwohnerin des Forums Schwanthalerhöhe.

Sie lebt seit 15 Jahren im Viertel und ärgert sich über die Politik, die die Stadt hier betreibt. In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister Dieter Reiter und die Bauherren, hatten sie und ihr Lebensgefährte Michael drei Monatsmieten Entschädigung vom Bauherren gefordert. Statt des großen Komplexes hätten sie sich mehr Raum für Kunst und Kultur oder Grünflächen gewünscht.

„Was wir wirklich brauchen ist günstiger Wohnraum und Raum für Kunst und Kulturschaffende, aber auch für Kinder und Jugendliche. Wer möchte seine Kinder im Shoppingcenter aufwachsen sehen?
All die vielen Menschen, die nach München strömen um hier ihr Glück zu finden, suchen hier etwas, dass es bald in München nicht mehr gibt. München war bekannt für seine tolle Kunst- und Kultur-Szene. Das alles stirbt aus! KünstlerInnen und MusikerInnen können und wollen sich die Stadt nicht mehr leisten.“

Um die Gemüter beider Parteien zu beruhigen, soll nun das geplante Kinder- und Jugendmuseum dort einziehen. Eine Bestätigung  von offizieller Stelle blieb jedoch noch aus.


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Bild: Ronja Lotz

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