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Urban und authentisch: Indisch essen im Electric Elephant

Den Weg Richtung MMA, vorbei am Justizpalast, dem Alten Botanischen Garten und dem Park Café, laufen unsere Füße schon ganz automatisch. Beim Abbiegen in die Katharina-von-Bora-Straße fühlt man sich gewohnt euphorisch, die Tanzfreude juckt in den Beinen. Heute geht es allerdings nicht meine Lieblings-Metalltreppe hinunter, sondern in das Electric Elephant, direkt nebenan.

Seit Mai gibt es hier mittags und abends Indisches Essen, ausgefallene Drinks auf der großen Sonnenterrasse bis spät in die Sommernächte hinein (immerhin dürfen sie die wahrscheinlich einzige Terrasse Münchens ihr eigen nennen, die nicht von Anwohnern umgeben ist!) und am Wochenende Brunch oder einen großen Kaffee für den Heimweg nach dem Feiern.

Hannah hat das Electric Elephant zusammen mit einer Freundin eröffnet und hat uns eingeladen. Seit August leitet die studierte Ernährungswissenschaftlerin das Restaurant alleine und steht, neben den indischen Köchen, am Wochenende auch mal selbst in der Küche. Von ihr stammt das Food Konzept: Authentische, indische Küche mit einem frischen, urbanen Twist.

Auf der Karte ist für jeden was dabei: Indische Klassiker aus dem Tandoori Ofen, verschiedene Currys mit oder ohne Fleisch. Und für den kleinen Hunger oder zum Teilen: Snacks wie den marinierten Blumenkohl oder indische Wraps. „Beim Essen sollte man sich nicht für rechtfertigen müssen“, findet Hannah. Ganz ohne pseudo-fancy Superfood-Getue werden hier, neben Fans der indischen Küche, auch Neulinge, Vegetarier, Veganer und Menschen mit Laktose- oder Glutenunverträglichkeit glücklich.

 

Ein Feuerwerk für den Gaumen

Wir beginnen mit Papadam, hauchdünne Fladen aus Kichererbsenmehl mit Mango-, Minze- und Grüner-Pfeffer-Dips. Dazu trinken wir Blutorangenlimonade, selbstgemachtes Ginger Beer und natürlich den Electric Elephant, einen Drink mit Fritz Müller Perlwein, Blaubeereiswürfeln und ebenfalls selbstgemachtem Estragonsirup als Zuckerersatz. Der Perlwein perlt, der Estragon und der Minz-Dip sind schön frisch, das Ginger Beer und der Pfeffer-Dip schön scharf, der Mango-Dip und die Blutorangenlimonade schön fruchtig. Unsere Geschmacksknospen fühlen sich bereits verwöhnt, aber es geht natürlich noch weiter

… nämlich mit dem zurecht sagenumwobenem frittiertem Blumenkohl in Sweet Chilli Marinade und Gemüse Pakora, in Kichererbsenmehl gebackenes Gemüse. Natürlich darf auch das Nan Brot nicht fehlen, mit würzig-frischem Joghurt-Kräuter-Dip und einer Linsen-Paste.

Außerdem entscheiden wir uns noch für zwei Currys: Malai Kofta, Gemüsebällchen mit Käse, Mandelsouce und Sprosse und Sabji Jaipuri, Gemüse mit Cashews, Sesam, Kokossouce, Mango und Sprossen. Die Gerichte gibt es einzeln oder zum Teilen, was sich vor allem bei Gruppen anbietet, die sich nicht entscheiden können. Oder wollen. Zu guter letzt zaubert uns unsere bezaubernd Barista eine noch namenlose Kreation aus Espresso, Frangelico, Amaretto und wahlweise Frisch- oder Pflanzenmilch. „Wie Liquid Cocaine, aber süßer und cremiger!“ Und als ob wir heute geschmacklich noch nicht in jede Richtung verwöhnt worden wären, gibt es auch noch eine frisch aufgeschlagene Kokosnuss mit Schuss hinterher.

Moderner Industrie-Charm trifft auf Gemütlichkeit

Bei der Einrichtung verzichtet das Electric Elephant auf übertriebenen Indien-Kitsch und bedient sich lieber an urbanen, industriellen Elementen für einen modernen Flair. Karge Wände und Metallrohre an der Decke treffen auf weiches Holz, Blumensträußchen und warmes Licht aus den tiefhängenden Lampen. Abends wird das Licht gedimmt, die Diskokugel eingeschaltet und die Musik aufgedreht.

Apropos Musik: Im Electric Elephant wird man auch mal Zeuge des ein oder anderen Soundchecks von nebenan. Beim Soundcheck für Ben Klock sollen die Wände gebebt haben, als wäre eine Tram über den Laden gefahren, verrät man uns.

Fazit:

Wer, wie ich, eher unerfahrener Indisch-Esser ist und Indisch lieferdienstbedingt nur als undefinierbaren Curry-Einheitsbrei kennt, darf sich im Electric Elephant eines Besseren belehren lassen. Eine Vielzahl an tollen Geschmäckern, bei der jeder einzeln hervorsticht. Man kann gar nicht genug kombinieren! Ein Bissen herrlich sämiges Malai Kofta, hinterher ein scharfer Schluck Ginger Beer, ein bisschen süß-scharfer marinierter Blumenkohl – wir sind begeistert!


In aller Kürze: 

Was? Indisch essen im Electric Elephant

Wo? Katharina-von-Bora-Straße 8a, 80333 München

Wann? 11:30 Uhr bis 14:30 Uhr, 18:00 bis 22:30 Uhr, am Wochenende Frühstück

 

Giulia Gangl

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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