Aktuell, Kultur

Das Kreativquartier bleibt! Und wie?

Carla Borengässer

Seekind, Im Begriff der Auswilderung im Großstadtjungle; inflationäre Verwendung von Semikoli könnte auftreten.
Carla Borengässer

„München braucht keine Subkultur und wenn München Subkultur braucht, kauft München Subkultur.“

-So sagt man wohl. All die Unwissenden, die ausdauernd behaupten, München hätte keine Subkultur, müsste man aber eigentlich einmal zwingen, mitzukommen. Mitzukommen an all die Orte in München, an denen Subkultur gelebt wird, denn Ja! – die gibt es auch in unserer Lieblingsstadt.

Zum Beispiel:

Im Kreativquartier! Auf zwanzig Hektar ehemaliger Kasernenfläche zwischen Leonrodplatz, Schwere-Reiter-Straße und Dachauer Straße findet sich Platz für die kreative Entfaltung Münchens.

„Habt ihr Bock, eure Meinung abzugeben?“

Das Kreativquartier soll bleiben – und besser und bunter werden. Um genau die Stimmen derjenigen zu erhören, die sonst eher unerhört bleiben, sammelt der „Satellit„, eine mobile Planungswerkstatt, die an verschiedenen Spots um das Quartier herum Station macht, unsere Meinungen. Eine breitere Beteiligung und die Teilhabe auch kleinerer, nichtkommerzieller Projekte soll so sichergestellt werden.

Ein Quartier für alle!

Durch partizipative Aktionen wollen Kristiane, Lukas und Johannes aus den Leuten herauskitzeln, wie sie sich ihr Quartier vorstellen – ob Nachbarn, Künstler, Besucher oder Feierwütige im Import Export; für jeden ist das Quartier etwas anderes, jeder ist eingeladen, sich zu äußern.

Genau so, wie das Quartier bisher gewachsen ist, nämlich organisch und Stück für Stück, immer so, wie es sich eben gerade ergab, soll es auch weiter ein Ort sein, der viel Potential zur Mitgestaltung freilässt und genau durch diese Partizipation der Quartierler lebt.

Jeder schätzt schließlich etwas anderes daran; die Studenten, die hier endlich bezahlbaren Wohnraum gefunden haben, die Kids, die beim Graffitisprayen nicht gleich von der Polizei verjagt werden oder die Spaziergänger, die zwischen den Gebäuden Brombeeren sammeln.

„Die Subkultur ist total wichtig, gerade für München“

Der „Satellit“ will aufklären darüber, was genau das Kreativquartier eigentlich ist und was es ausmacht. In der „Chronik der fehlenden Beteiligung“ zeigen sie den bisherigen Weg der Aktionen auf. Wohin es führt? Das sollen die Befragten entscheiden. Auf bunten Zetteln wird gesammelt, was bisher fehlt im Quartier oder was unbedingt bleiben soll – von Freiräumen bis Tischtennisplatten und mehr Amore ist alles dabei!

Bis Donnerstag dockt der Satellit noch vor dem Import Export an, ab 9. Oktober ist wieder eine Satellitenwoche mit verschiedenen Stationen im und um das Quartiersviertel geplant.

Auf eure Antworten im Fragebogen, die gemalten Utopien und Stichwörter ist das Team auf jeden Fall gespannt!

Was im Kreativquartier sonst noch so geplant ist und warum das keine Pommesbude ist, liest du hier.


Fotos: Satellit und Carla Borengässer / Beitragsbild: Carla Borengässer

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