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Das hat uns 2018 bewegt: Der Jahresrückblick der MUCBOOK-Crew

Leonie Meltzer

Leonie Meltzer

Her mit den Wörtern, den großen der Zeit, den prägenden, die jeden betreffen und über die wir diskutieren. Angst, Hass, Liebe, Mut? "Wieso, weshalb, warum?", frage ich mich und fange eure Münchner Stimmen ein über all jene Wörter, mit denen wir uns täglich auseinandersetzen.
Leonie Meltzer

Es war ein spannendes Jahr für München. Neue Türen wurden geöffnet (zum Beispiel zum ehemaligen Ausflugsschiff Alte Utting oder zum Dachgarten) und der Jahrhundertsommer brachte wochenlang Höchsttemperaturen. Außerdem sprühte München 2018 nur so vor neuen Ideen: der Bau der zweiten Stammstrecke schreitet beispielsweise voran oder das „Wheel of Munich“, ein 80 Meter hohes Riesenrad, soll schon bald im Werksviertel errichtet werden. Ebenso bewegten die Stadt einige große politische Themen wie die Landtagswahlen und eine Kette von Demonstrationen zu verschiedensten Themen, die die Bürger*innen auf die Straßen trieben.

Diese großen Themen bewegten die MUCBOOK-Redaktion

Ich habe einige aus dem MUCBOOK-Team gefragt, welches große Wort sie 2018 bewegt hat. „Nur ein Wort? Für 365 Tage?“, antworte zunächst MUCBOOK-Herausgeber Marco. Sich auf ein einzelnes zu konzentrieren: gar nicht so einfach, stellte sich heraus. Wir haben es trotzdem versucht:

Demonstrationen

Politisch startet Chefredakteur Jan, den das Wort „Demonstration“ 2018 sehr beschäftigt hat. Er erklärt:

„Weil ich den Eindruck hatte, dass 2018 einer dieser (viel zu oft zitierten) Rucke durch die Münchner Gesellschaft ging. Angefangen mit den Demos gegen das PAG, mit den vielen kreativen und zum Nachdenken anregenden Aktionen der Polizeiklasse – also ausgerechnet von jungen Menschen aus dem künstlerischen Umfeld, das sonst eher apolitisch-ästhetisch daherkommt. Und ebenfalls zu erwähnen ist an der Stelle natürlich die #ausspekuliert-Demo, bei der sich Tausende Münchner*innen dazu entschieden haben, endlich nicht mehr nur die Faust im Sack zu machen, sondern ihren Ärger über die verheerende Wohnsituation in der Stadt auf die Straße zu tragen.“

Gelassenheit und Leichtigkeit

Print-Chefin Melanie und unsere Praktikantin Johanna sind sich einig – sie setzen beide auf Gelassenheit und Leichtigkeit. „Durchatmen, also nicht durchdrehen, atmen und weitermachen“, meint Melanie. „Und nicht alles so wichtig nehmen“. Johanna findet genau das gerade in München aber nicht immer leicht. „Denn hier ist beinahe jeder super aktiv, super erfolgreich, super gestresst“, sagt sie. Ihr Tipp: Einfach mal schaukeln gehen, ein Bier trinken oder ein Buch lesen.

Minimalismus

Marketing-Chefin Ayla legte 2018 besonderen Wert auf Minimalismus und Nachhaltigkeit: „Weniger kaufen und neue Bedürfnisse schaffen, sondern sich auf nachhaltige Dinge konzentrieren: Secondhand, Qualität statt Quantität“.

Weitermachen

„Manchmal gibt es Jahre, die easy laufen und manchmal eben nicht so“, findet Autorin Sophia.

„Und genau wenn es so ist, ist ein Motto für mich das Weitermachen und mich nicht aus der Ruhe bringen lassen, egal wie gerne ich einfach hinschmeißen möchte. Menschen, die weitermachen, habe ich dieses Jahr viele getroffen, sei es in meinem Freundeskreis, wo einiges passiert ist oder in der Stadt, wo sich Tausende aktiv zeigten. Mein Motto auch für das kommende Jahr? Weitermachen natürlich – bleibt ja nichts anderes übrig.“

Konzeptlosigkeit

Ihr großes Wort „klingt eigentlich schlimm“, sagt unsere Anzeigenspezialistin Su.

„Aber gerade in einer Welt wie unserer flowed es manchmal einfach nicht und dann aber wieder doch. Zu viele Konzepte können einem den Tag ruinieren, machen müde und strengen an. Mein 2018 hat mich gelernt, ein bisschen mehr loszulassen und weniger an Idealen festzuhalten. Wenn die Welt auf dem Kopf steht, dann mach doch einfach mit.“

„Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen“

schrieb Michael Ende in seinem Werk Momo. Das „große Wort“ von Online-Chefredakteurin Ronja ist Zeit:

„Eigentlich habe ich das Gefühl, dass das Jahr doch erst begonnen hat und schwups ist schon wieder Weihnachten und ein neues Jahr steht vor der Mucbook-Redaktionstür. Man könnte da jetzt anfangen von Relativität, Veränderung und Achtsamkeit zu sprechen. Von Zeit ist Geld, sich Zeit nehmen und keine Zeit haben – oder man liest Momo von Michael Ende und weiß auf einmal ganz genau, wo die ganzen Stunden geblieben sind.“

Aufbruch

Carolin zog 2018 nach vier Jahren in Wien zurück nach München. Sie berichtet:

„Neben ein bisschen Wehmut von dort weg zu sein, bin ich glücklich dass sich so viele neue Möglichkeiten und Freundschaften hier aufgetan und entwickelt haben. 2018-Schmankerl war auch der lange und trockene Sommer. Der darf sich in diesem Jahr gerne wiederholen!“

Begegnungen

Praktikantin Antonia denkt an die Menschen in ihrer Umgebung. Ihr großes Wort ist Begegnungen. „2018 war für mich ein Jahr, in dem ich vielen und unglaublich tollen Menschen begegnet bin. Das hat mir gezeigt, was mein Leben wirklich bereichert: Menschen um mich zu haben, die ich einfach gern habe.“

„Crew, danke!“

Für Marco zählten 2018 auch vor allem die Menschen in seiner Nähe, und seine Crew:

„Crew ist mein Wort des Jahres – denn es beschreibt den Beziehungsstatus unter Menschen, ohne die MUCBOOK nicht denkbar wäre. Denn ohne den unbedingten Willen des Kollektivs wäre alles nichts. Was Menschen erreichen können, die eine Leidenschaft vereint, haben die wunderbaren Menschen hinter MUCBOOK 2018 beeindruckend unter Beweis gestellt. Neben täglich neuen spannenden Geschichten auf der Website und zwei tollen Print-Magazinen hat die Mannschaft das ganze Jahr hindurch, mit unglaublicher Ausdauer, Events und Specials gerockt: Bloggermarket, Hallo Schönes Popup-Shops, Blog-Award, Ruffinihaus, Messen und Partys, Podcasts… Ich spreche bewusst von Crew und nicht von Team: Der Begriff wäre viel zu funktional für das, was bei uns läuft. Eine Crew ist keine Zweckgemeinschaft, sondern eine Schicksalsgemeinschaft – mit Passion und Überzeugung in guten wie in schlechten Tagen. Im Grunde verbirgt sich hinter MUCBOOK eine Lebensgemeinschaft – geeint vom Streben nach einem zukunftsfähigen Lokaljournalismus, der die Leser*innen im Alltag wirklich weiterbringt. So ist die Crew auch eine Wertegemeinschaft mit einem klaren Bekenntnis: „Weniger Bussi Bussi, mehr Amore“. Klingt pathetisch, aber eigentlich müssten es darum auch zwei Wörter des Jahres sein: Crew, Danke!“.

Entdeckungen

Und zum Schluss: Mein – Leonies – großes Wort für 2018 meint: die Augen aufhalten – für das Schöne und auch für die kleinen Dinge im Leben, die einem Freude bereiten. Im Moment leben und die Erlebnisse genießen. Mut haben, auch mal Risiken eingehen, offen und neugierig sein. Verschiedene Kulturen und Menschen kennen lernen. Marmeladenglasmomente sammeln.


Wir sind gespannt auf die großen Themen im neuen Jahr und wissen eines dabei sicher: Zusammen schaukeln wir es!

Eine monatliche Kolumne der großen Wörter. Dich beschäftigt auch ein „großes Wort“, mit dem man sich mal intensiver auseinander setzten sollte? Schreib mir eine Mail.


Beitragsbild: © Josh Boot on Unsplash

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