Aktuell, Gute Sache

Das best of #ausgehetzt gibt es jetzt auch zum Anziehen – für einen guten Zweck!

„A Mass statt Hass“, „Mi Heimat es su Heimat“ und „Grantln – ja, Hetztn – nein“ sind nur drei der vielen einfallsreichen Sprüche, die zur #ausgehetzt-Demo am 22. Juli auf Schildern durch Münchens Straßen und später durch die sozialen Netzwerke gewandert sind. Die beiden Trachtler aus dem oberbayrischen Riederig im Landkreis Rosenheim, die hinter den Schildern stecken, haben nun beschlossen, die öffentliche Aufmerksamkeit, die sie bekommen, für einen guten Zweck zu nutzen.

A Mass statt Hass

Während es von Seiten der Stadt zwar noch heißt, die Wiesn sei eine werbe- und politikfreie Zone und dabei solle es auch bleiben (Quelle: Ein Sprecher des Wirtschaftsreferats, zitiert in der Abendzeitung am 28.07.2018), feierten die eigens gedruckten Buttons mit der Aufschrift „A Mass statt Hass“ beispielsweise auf dem Straubinger Gäubodenfest großen Erfolg.

 

„Ich bin so grantig, ich hab sogar ein T-Shirt angezogen“

Da ein Schild auf die Dauer schwer wird und im Alltag auch nicht ganz so praktisch ist, gibt es jetzt eine einfachere Möglichkeit, seine Meinung kundzutun: Nämlich als T-Shirt. Und damit die Aufschrift nicht nur eine Aufschrift bleibt, geht der komplette Reinerlös des T-Shirt-Verkaufs an den Münchner Flüchtlingsrat. Für jedes Shirt, das 25 Euro (zzgl. 4,50 Euro Versandkosten) kostet, werden 15 Euro gespendet. Der Münchner Flüchtlingsrat setzt sich für die Rechte der Geflüchteten und Migrant*innen in München und darüber hinaus ein und gilt als Plattform für Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie für Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

„Für uns ist Heimat kein Ort, um den man einen Stacheldraht zieht, Heimat ist ein Garten mit weit offenem Gartentor.“

Alexander und Georg aus Riedering, beide Mitglieder im Trachtenverein, möchten zeigen, dass auch für Trachtler und bodenständige Christen die CSU nicht die einzige Option ist. Dass auch an bayrischen Stammtischen klare Grenzen zwischen Grant und Hass gezogen werden und dass nicht jeder Bayer für geschlossene Grenzen steht. „Es entspricht nicht unserem Verständnis von Heimat, ihren Namen für die Ausgrenzung anderer zu missbrauchen,“ erklären sie auf ihrer Website, über die du auch die T-Shirts bestellen kannst.

So wurde das spanische Sprichwort „Mi casa es su casa“ („Mein Zuhause ist dein Zuhause“) kurzerhand zu „Mi Heimat es su Heimat“ umgewandelt. Eine Heimat, die im weitesten Sinne auf den christlichen Werten der Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit basiert, statt auf der Ab- und Ausgrenzung anderer.

Und wann wurde der Stammtisch eigentlich deutschlandweit zum Symbolbild bayrisch-hinterwäldlerischer Fremdenfeindlichkeit? „Grantl’n – ja! Hetz’n – nein!“ ermahnt zu einer klaren Trennung zwischen Grant, der zugegebenermaßen auch manchmal etwas direkter ausfällt und unzeitgemäßen, fremdenfeindlichen Parolen, die lange genug mit „Ja mei, Stammtisch halt…“ gerechtfertigt wurden. Dabei könnten am Stammtisch bei einer kühlen Mass so viele Probleme gelöst werden. „A Mass statt Hass!“ steht für den Wunsch nach einem direkten Dialog, statt anonymer Hatespeech im Internet.

Proud of Munich! #ausgehetzt

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Fotos: © A Mass statt Hass

Giulia Gangl

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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Das Heft über „Wohnen trotz München“

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