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Hilf mit: Aus Volker Derlaths Wiesn-Fotos entsteht ein Buch

Caroline Priwitzer

+++Update 30.8.21+++ Die schlechte Nachricht: Das Crowdfunding zum Buch wurde von den Machern abgebrochen. Die gute Nachricht ist aber, dass das Buch regulär und damit noch schneller produziert wird – du kannst es hier vorbestellen.

Volker Derlath lebt seit 1982 als freier Fotograf in München. Und seit 1984 stiefelt er alljährlich auf das Oktoberfest. Im Gegensatz zu vielen anderen gibt er sich dort aber nicht nur Hopfen und Malz hin, oder Geld für Fahrgeschäfte aus– sondern er fotografiert. Und dass sich da in 35 Jahren so einiges ansammelt, versteht sich wohl von selbst.

Nun soll im September, wenn die Wiesn schon wieder nicht stattfindet, ein Fotobuch mit dem schlichten, aber eigentlich alles sagenden Titel “Oktoberfest” mit einer Auswahl aus seiner Sammlung erscheinen. Die Bilder sind alle schwarz-weiß, sodass das die Szenarien auf den ersten Blick fast schon edel wirken.

Der Kamera treu geblieben

Um so nah wie möglich an die Qualität der Originalabzüge heranzukommen, ist das Buch im Duo-Tone produziert. Denn Derlath ist bei diesem Projekt seinen Anfängen treu geblieben: Seit 35 Jahren besucht er das Volksfest mit seiner Pentax LX, Aufsteckblitz und Ilford-Film. In nächtlicher Arbeit werden die Negative dann auf hochwertigem Baryt-Papier handabgezogen.

Aber der anfängliche Duo-Tone Charme täuscht, denn Derlath hält in seinen Fotos alles fest: Liebeserklärungen an den Alkohol, heftiges Geflirte und die sonstigen Abgründe, die sich auf der Theresienwiese in den zwei Wochen im Herbst so bieten. Das „Volksfest aller Volksfeste“ erinnere ihn mit seiner unvergleichlichen Derbheit an Volksbelustigungen des Mittelalters, sagt er. Die Wiesn sei eine Art Reservat, in dem die Besucher*innen das ausleben können, was in ihrem Alltag längst domestiziert und unter den Zivilisationsteppich gekehrt wurde.

Fast keine Fehltage

Fast jeden Wiesntag hat der freischaffende Fotograf, der unter anderem Fotokolumnen für die Süddeutsche Zeitung knipst (und auch wir von MUCBOOK freuen uns immer, wenn Volker uns Fotos zur Verfügung stellt), mitgenommen und eingefangen. Und so begleitet das Buch das Oktoberfest über die Achtziger Jahre, als noch fast niemand Tracht trug, bis hin zum Jahr 2019, als noch niemand wusste, dass jetzt erstmal ein bisschen Pause sein wird.

Für alle fleißigen Wiesngänger*innen, die genau deshalb aber starke Sehnsucht nach dem größten Volksfest der Welt haben, wird dieser Fotoband im September vielleicht ein bisschen Wiesnweh stillen können.

Denn: Ja, die Bilder sind teilweise obszön und hemmungslos, aber ist es nicht das, was alljährlich Menschenmassen auf die Theresienwiese lockt(e)? Und trotzdem sind unter den Fotografien Derlaths auch goldige Szenen dabei, die er mit viel Liebe zum Detail und zum Wiesnpublikum festgehalten hat. Das Buch lädt ein zur nostalgischen Wimmelbildsuche, zur Vorfreudensteigerung und zum Hoffen, dass es im kommenden Jahr wieder heißt: O’zapft is!

Fotobuch statt Wiesnbesuch

Zwei berauschende Wochen mit Bier, Hendln, Fahrgeschäften und feiernden Menschen aus der ganzen Welt. Das Buch „Oktoberfest“ möchte an eine Zeit erinnern, als noch bedingungslos gemeinsam getrunken, geflirtet und gefeiert werden konnte.

Der Kreativdirektor Lars Harmsen hat den Fotoband “Oktoberfest” zusammen mit seinem Partner Florian Brugger gestaltet. Der Konzeption des Buches sind intensive Gespräche mit dem Fotografen vorausgegangen. Herausgekommen ist eine Dramaturgie, die sich spannungsreich am Verlauf eines typischen Wiesn-Besuchs orientiert. Der Weg ins Festzelt, das erste Bier, die steigende Stimmung bis hin zur Ekstase, die Komik und Hemmungslosigkeit – und schließlich die Erschöpfung, der Ausklang des Abends.

Hilf mit, das Buch möglich zu machen

Um die Produktion des Buches zu finanzieren, brauchen Volker und sein Kreativteam allerdings noch deine Hilfe: Sie sammeln auf der Crowdfundigpage Kickstarter dafür noch Geld Um das Buchprojekt “Oktoberfest” zu unterstützen, könnt ihr hier noch 33 Tage lang spenden:


Alle Bilder © Volker Derlath

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