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Jahresrückblick: Diese Menschen haben München 2017 geprägt

Anna-Elena Knerich

Anna-Elena Knerich

ist francophil und Europtimistin. Denkt (zu) viel und schreibt deshalb. Am liebsten über Kultur, die Helden des Alltags und das Thema mit dem "Zuhause".
Anna-Elena Knerich

2017: Die Gentrifizierung schritt weiter voran, die Wiesn-Mass wurde noch teurer und vom Münchner Wohnungs-Wahnsinn wollen wir hier gar nicht erst anfangen.

Dennoch gab es auch in diesem Jahr viele Menschen, die in München Großartiges auf die Beine gestellt und die Stadt geprägt und bereichert haben. Es waren sogar so viele, dass wir hier gar nicht alle aufführen können – die folgenden mussten aber auf jeden Fall dabei sein, da war sich die MUCBOOK-Redaktion einig:

Anne Gericke: Verantwortliche für das Ruffinihaus „inmitten kreativ“

Anne Gericke: Goldschmiedin und Mitglied des Kompetenzteams (©Anne Gericke)

Wer sich immer noch aufregt, dass München nichts für die Kreativen tut, der lässt außer Acht, was die Stadt und insbesondere das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft mittlerweile unternehmen: Überall bieten Zwischennutzungen zumindest temporär Raum für Kreativschaffende. Ein ganz besonderes Projekt ist das Ruffinihaus „inmitten kreativ“ im Herzen der Stadt:

Dank des Engagements von Anne Gericke und Jürgen Enninger aus dem Kompetenzteam können seit Oktober 2017 die verschiedensten Akteure der Kreativ- und Startup-Szene die Räume des traditionsreichen Hauses nutzen – für’s kreative Arbeiten, Netzwerken, öffentliche Workshops und Vorträge. Und das Beste: Die Miete bezahlt die Stadt. Auch wenn München vielleicht nicht zur nächsten Pop-City wird, so ist es zumindest eine Pop Up-City geworden.

Annes Vorsatz für 2018:
„Ich nehme mir vor, die inspirierende, kreative und positive Kraft des Ruffinihauses ins Jahr 2018 mitzunehmen um Räume in der Stadt weiterzudenken, zu entwickeln und zu realisieren!“


Helena Hufnagel: Regisseurin von „Einmal bitte alles!“

Helena Hufnagel: Regisseurin und Produzentin (©Cocofilms)

Schon Helena Hufnagels Debüt-Dokumentarfilm „Erntefaktor Null“ sowie ihre Verfilmung von Stephen Kings „Willa“ liefen auf knapp 100 (inter)nationalen Festivals. Mit „Einmal bitte alles!“ hat die 32-Jährige nun einen Kinofilm produziert, in dem sich viele Mitt- bis Endzwanziger wiederfinden – und der gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an München ist. Studiert hat Helena unter anderem Medienwirtschaft und Produktion an der HFF sowie Creative Writing bei Doris Dörrie.

Zum Plot von „Einmal bitte alles!“ hat die Regisseurin und Produzentin aber ihre eigene Situation mit Ende 20 inspiriert: „Man fragt sich, ob die eigenen Träume irgendwann ein Ablaufdatum besitzen und versucht sie zu realisieren, bevor es peinlich wird“, erklärte sie in einem Interview. Dieses Gefühl packten sie und ihre beiden Drehbuchautorinnen in den Film, der gerade dadurch so authentisch wirkt – und sahnten dafür prompt den 60 000 Euro dotierten VFG-Nachwuchsproduzentenpreis ab. Auch in ihrem nächsten Film wird es wieder um starke Frauen gehen, soviel hat sie schon verraten.

Helenas guter Vorsatz für 2018:
„Einmal bitte Freunde! 2018 will ich unbedingt mehr Zeit für meine wundervollen Freunde haben!“


Laurin Hahn: Gründer von Sono Motors und dem Solarauto SION

Laurin Hahn: Mitbegründer und CEO von Sono Motors (© Sono Motors GmbH)

In einer Garage tüftelten Laurin Hahn (23) und sein bester Freund Jona Christians an einem Konzept für ein Solarauto. Jahrelang. Bis ihre Freundin Navina Pernsteiner begann, ihre Idee zu vermarkten: Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und Sponsoren konnten Sono Motors 2017 den Prototypen Sion entwickeln. Diesen präsentierte Laurin Hahn im Herbst in Smoking und professioneller Manier der Weltöffentlichkeit.

Spätestens seitdem ist er so bekannt wie seine beiden Brüder Daniel und Julian mit ihren ausgefallenen Eventlocations (s. unten) – wenn nicht sogar mehr: Über seinen Auftritt berichteten Medien wie BR, Spiegel oder das Manager Magazin. Trotzdem ist Laurin auf dem Boden geblieben. „Man darf seine Zeit nicht in irgendwelchen Talkshows verlieren“, sagte er im neuesten Interview mit ntv. Denn ihr Ziel ist es, den Sion 2019 auf den Markt bringen. Um das zu erreichen, waren sie zuletzt für über 7000 Probefahrten in elf Ländern unterwegs – jetzt befinden sie sich mitten in der Serienentwicklung des Solarautos.

Laurins Statement zum Jahr 2018:
„Dein Kassenbon ist ein Stimmzettel. Jedes verdammte Mal!“


Rosa Kammermeier: Designerin des „Walk of Happiness“

Rosa Kammermeier: Kommunikationsdesignerin, Musikerin und DJ (©Sima Deghani)

Letztes Jahr hörte man Rosa Kammermeier (26) vor allem auf Konzerten ihrer Band Blue Haze, die 2016 eine EP herausbrachte. Doch seit diesem Jahr ist Rosa auch visuell bekannt – für ihren „Walk of Happiness„: Mit humorvollem und (kalli)graphischem Schaufensterdesign will sie die immergleichen Innenstädte schöner machen und gestresste Städter zum Schmunzeln bringen.

Für Schaufenstersprüche wie „Du schaust heit aber guad aus“ erntete sie aber nicht nur ein Lächeln, sondern auch ein Stipendium von Adobe: Das große Softwareunternehmen unterstützt sie finanziell und professionell bei ihrem Projekt, und schickt sie für Präsentationen und Konferenzen bis in die USA. Start ihrer Design-Tour war im September in München, dann ging’s nach Las Vegas und bald ist Berlin dran.

Rosas guter Vorsatz für 2018:
„Ich möchte weniger Zeit darauf verschwenden, mich zu fragen, was bei einem Projekt schief gehen könnte – und mehr darauf, Dinge einfach auszuprobieren, mutig und frei zu sein.“


David Muallem: Booker und Resident-DJ im BLITZ Club

David Muallem: Booker und DJ (©David Muallem)

Er gilt als einer der ganz Großen der Münchner DJ-Szene und als „Maskottchen und Seele“ des Bob Beaman – bis er diesem 2016 den Rücken kehrte, und mit ihm die anderen Resident-DJs des Clubs. Danach wurde gemunkelt und gehofft, dass David Muallem die musikalische Leitung des neuen BLITZ Club übernehmen, und München dadurch seine großartigen Bookings erhalten bleiben würden.

So kam es dann auch: Mit der Eröffnung des neuen Clubs auf der Museumsinsel (bei der sich bereits nach einer halben Stunde 1500 Gäste in die Räume zwängten und die Polizei weitere Besucher verhindern musste) schlug im April 2017 buchstäblich der Blitz in die Münchner Szene ein. Nach der Schließung des Kong war dieser neue Club – der zudem auch Restaurant und Kulturlocation ist – allzu sehnsüchtig erwartet und gehypet worden. Dass dieser Hype jedoch tatsächlich anhält liegt auch an David, der dank seines Netzwerks wieder (inter)nationale DJ-Größen an die Isar holt.

Davids Statement zum Jahr 2018:
„Love is the message, music is the answer!“


Jovana Reisinger: Autorin von „Still halten“

Jovana Reisinger: Autorin, Filmemacherin und Konzeptkünstlerin (©Julia Richter)

Nach zahlreichen (preisgekrönten) Kurzfilmen, Musikvideos und anderen Kunstprojekten hat Jovana Reisinger dieses Jahr ihren ersten Roman veröffentlicht. In „Still halten“ treibt sie, wie sie in einem Interview mit Mucbook erklärte, die ewig wartende Protagonistin schier in den Wahnsinn– und mit ihr auch die Leser: Der Roman ist nichts für schwache Nerven, das Motiv des Schmerzes und des qualvollen Stillhaltens findet sich in den vielen makabren Szenen immer wieder.

Typisch österreichisch, und das kommt nicht von ungefähr: Die gebürtige Münchnerin ist nämlich in Österreich aufgewachsen. Um das Schwarzhumorig-Makabre auszudrücken, benutzt Jovana eine „unheimliche Wut“ als Werkzeug ihrer Sprache, und das kommt an. Neben aktuellen Lesungen plant die 28-Jährige schon eine Fortsetzung ihres Debüt-Romans – verfilmen will sie ihn aber nicht selbst: „Das müssen andere machen“, und sowieso sei das Buch eher was für’s Theater, findet sie.


Robinson Kuhlmann: Verantwortlicher für das Container Collective

Robinson Kuhlmann: Skateboard-Urgestein und Gastronom (©Kuhlmann)

Dieses Jahr hat Robinson Kuhlmann (in der Münchner Skate- und Gastroszene gleichermaßen bekannt, u.a. für „die 14“, das „Attentat Griechischer Salat“ oder den „SHRN Skateshop“) gemeinsam mit seinem Bruder Neville und Markus Frankl etwas ganz Großes auf die Beine gestellt: das 500 Quadratmeter umfassende Container Collective am Ostbahnhof – ein Zwischennutzungsprojekt, bis dort in zwei Jahren ein Hotel gebaut wird.

Robinson und die beiden anderen verwalten die bunten, von Münchner Streetart-Künstlern gestalteten Schiffscontainer, die nun als Ateliers, Bars und Werkstätten dienen. Das Motto lautet „Kreativität fördern durch Leben“ – soll heißen: Gemeinsam mit anderen Kreativen arbeiten, aber auch abhängen in Nevilles Bar of Bel Air, Konzerte oder Lesungen besuchen und feiern in der Spanplatte. Besonders im Sommer war das Containerdorf mit seinen Sonnendecks und den bunten Lichterketten eine Anlaufstelle für viele Münchner. Man muss nur wissen, wo – und München kann auch Subkultur!

Robinson über 2018:
„2018 wird das beste Jahr seit 2017! Mein Vorsatz: Mal wieder einen neuen Cocktail erfinden! Cheers!“


Kitti & Joy: Gewinnerinnen des „zwei:eins“-Kunstpreises

Kitti & Joy: Künstlerduo und Absolventinnen der AdBK (©Dominik Bindl)

Die eine in Lederhose und roten Pumps, die andere im Dirndl, aber beide mit Maßkrug in der Hand. Auf türkis-violett verlaufendem Hintergrund der Schriftzug: „Wir gegen den Terror!“ Das sind Kitti & Joy. Seit 2014 machen die gebürtigen Regensburgerinnen zusammen Kunst: Egal ob jene trashigen Aufkleber, Mode, Performances oder raumgreifende Installationen – Kitti & Joy arbeiten genreübergreifend zu Themen wie Kommerz, (Künstler-)Identität, Konsum, Image, Trends und soziale Medien.

Die beiden sind damit ziemlich erfolgreich: Nach ihrem Diplom als Meiserschülerinnen an der Akademie der Bildenden Künste haben sie dieses Jahr ihre Arbeiten bei zahlreichen Ausstellungen gezeigt – etwa im Upstream!East oder im Münchner Kunstverein. Außerdem haben sie die Debütantinnenförderung des Freistaats Bayern für 2018 erhalten und den „zwei:eins“-Preis gewonnen. Mit dem Preisgeld davon wollen sie sich in den nächsten anderthalb Jahren ein Konzept für ihr nächstes Projekt überlegen: ein Magazin, das junge Künstlerinnen anspricht, unterhält und informiert.

Ihr guter Vorsatz für 2018:
„Laissez les bons temps rouler!“


Korbinian Vogt: „Akt in Natur“-Fotograf

Korbinian Vogt: Fotograf beim Shooting in Grönland (©Sheri Chiu)

Korbinian fotografiert Models. Allerdings nicht in den Klamotten irgendeines Designers, nein: Seine Models sind nackt, ungeschminkt, natürlich – und nie im Studio, sondern immer in rauen Berg- und Gletscherlandschaften. Korbinian ist Autodidakt, er hat die Schule abgebrochen und betreibt kein selbstdarstellerisches Marketing auf Instagram – dennoch ist der 22-Jährige richtig erfolgreich:

Allein in diesem Jahr stellte er seine ausdrucksstarken Akt-in-Natur-Fotografien im Farbenladen, drei Mal in der Galerie Ingo Seufert, auf der ART.MUC und sogar beim Photo VOGUE-Festival in Mailand aus. Sein Highlight 2017: ein Fotoshooting in Grönland. Am Ilulissat Eisfjord fotografierte er das amerikanische Model Sheri Chiu, nach tagelangem Wandern durch die wilde Natur. Dort entstand das Projekt Disko Bay, das es bald auch im neuen P Magazine zu bewundern gibt.

Korbinians Vorsatz für 2018:
„Für 2018 plane ich mein jetziges Langzeitprojekt von Akt in Natur auszubauen und den kompletten Norden zu fotografieren.“


Clara Mokry: Organisatorin von Pulse Of Europe München

Clara Mokry: Research Analystin und Koordinatorin von PoE München (©Dieter von Bröckel)

Wenn etwas Negatives passiert, entsteht als Antwort oft etwas Positives: Nachdem die Briten gegen ein Verbleiben in der EU stimmten, begannen zwei Menschen in Frankfurt, für Europa zu demonstrieren. Das war 2016. Dieser bejahende „Pulse of Europe“ breitete sich wie ein Lauffeuer aus – erst in Deutschland, bald in ganz Europa: Derzeit sind schon 131 Städte dabei!

Clara Mokry (28) war eine der ersten Münchner, die ihre Begeisterung für die Bürgerinitiative auch in die Tat umsetzten: Sie, Anna Schwarzmann und John Friedmann verteilten Flyer, holten Genehmigungen ein und starteten am Sonntag, den 19. Februar die erste PoE-Demo in München. Seitdem standen sie Sonntag für Sonntag um 14 Uhr auf dem Max-Joseph-Platz, hielten Reden und organisierten vor den Wahlen in den Niederlanden eine Sonderaktion mit über 2000 Teilnehmern. Clara arbeitet eigentlich als Research Analystin. Bei Pulse Of Europe engagiert sie sich, wie alle anderen auch, ehrenamtlich – aus Überzeugung.

Claras gute Vorsätze für 2018:
„Mich für die Förderung der Bürgerpartizipation beim europäischen Willensbildungs- und Reformprozess einsetzen. Und im Sommer: Aus meiner neuen Heimat Berlin der Isar und allen Freunden in München einen Besuch abstatten.“


Fabian Eckert und Florian Pachaly: Gründer des RECUP-Pfandsystems

Fabian und Florian: Gründer und Geschäftsführer der RECUP GmbH (©RECUP)

Er ist das Statussymbol des coolen, mondänen Großstädters, der „nicht ohne meinen Kaffee“ in seinen „busy day“ starten kann: der Coffee-to-go-Becher. Allerdings ist er auch mitverantwortlich für unser enormes Müllproblem: Laut AWM werden allein in München täglich 190.000 Papp- oder Plastikbecher weggeworfen – das sind fast 70 Millionen im Jahr!

Daran wollen Florian Pachaly und Fabian Eckert von RECUP etwas ändern: Gegen einen Euro Pfand bekommt man in teilnehmenden Cafés ihre wiederverwertbaren Polypropylen-Becher. Zurückgeben kann man diese in allen Partner-Cafés, die man in einer App findet und bei denen es auch Rabatt auf den Kaffee gibt, wenn man sich für den Mehrweg-Becher entscheidet. Gestartet haben die Jungs ihr Startup letztes Jahr in Rosenheim, mittlerweile ist RECUP eine erfolgreiche GmbH mit Firmensitz in München – und zahlreichen Partner-Cafés in ganz Deutschland!

Ihr Motto:
„Return – reuse – recycle.“


Angela Bauer: Verantwortliche für „Bellevue di Monaco“

Angelika Bauer: Vorstandsvorsitzende des hpkj e.V. und von „Bellevue di Monaco“ (©hpkj)

Willkommenskultur. Damit hat sich München 2015 einen schönen Namen gemacht. Doch seit den euphorischen Hilfaktionen in jenen Sommermonaten hat sich die Herausforderung mit den Flüchtlingen nicht aufgelöst. Vielmehr besteht sie nun darin, die Geflüchteten auch Monate nach der anfänglichen Euphorie nachhaltig in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Einen Beitrag dazu leistet Angela Bauer: Sie ist eine von drei Vorstandsvorsitzenden der Sozialgenossenschaft „Bellevue di Monaco“. Nach langem Kämpfen hat diese in der Müllerstraße 6 Wohnungen und ein Begegnungszentrum für Geflüchtete ermöglicht – mitten in der Stadt. Seit diesem Herbst gibt es im Erdgeschoss auch noch ein Café, das gemeinsam mit Flüchtlingen betrieben wird: Hier gibt es täglich wechselnde vegetarische Gerichte aus Äthiopien, Syrien, dem Senegal oder anderen fernen Ländern. Echte „Culture Kitchen“. So gelingt die Integration im Glockenbach gleich noch besser.

Angelas Statement zum Jahr 2018:
„Ohne einen geht viel, aber ohne viele geht gar nix.“


Matthew Matilda: Bluesmusiker auf dem Vormarsch

Matthew und Matilda: Blues mit Gitarre und Cello (©David Ole)

Eine bluesig-raue Akustik-Gitarre wie aus einer anderen Zeit, dazu tiefe, warme Cellotöne und zwei harmonierende Stimmen: Matthew Matilda heben sich auf erfrischende Weise von der Münchner Singer-Songwriterszene ab. Hört man das Duo live, bekommt man Gänsehaut von ihren melancholischen Melodien und dem zweistimmigen Gesang.

Doch im April haben Matthew Matilda ihre erste EP („Season of Love“) veröffentlicht und bewiesen, dass sie auch mit einer Aufnahme dieses Gänsehaut-Gefühl erzeugen können. Seitdem grooven sie auf etlichen Bühnen, von den Kammerspielen bis nach Luxembourg und die Schweiz   – und dennoch bleiben sie herrlich bescheiden und sympathisch. So spielten sie im Sommer bei einer Pulse Of Europe-Demonstration: Ein klares Statement, zumal Matthew bekanntlich aus England stammt.

Matthew’s und Matildas Vorsatz für 2018:
„Make more music mainly, more Munich, more Manchester, more musicians, more more more. Matthew Matilda“


Lissie Kieser: Initiatorin von „The Lovelace Hotel“

Lissie Kieser: Inhaberin des Lost Weekends und Mitinitiatorin vom Lovelace Hotel (©Sebastian Gabriel)

Lissie Kieser verfolgt eine Philosophie. Das bezeugt sowohl ihre nachhaltig eingerichtete Wohnung, als auch ihr erstes Gastroprojekt: Das Lost Weekend ist nicht nur ein veganes Café, sondern auch Buchhandlung für engagierte Literatur und Ort für Veranstaltungen jenseits des Mainstreams.

Dieses Jahr initiierte die Kunsthistorikerin gemeinsam mit ihrem Mann Michi Kern, Gregor Wöltje, Cambis Sharegh und Alexander Lutz ein Experiment – ein Kreativprojekt in einer alten Bank, mitten in der Innenstadt: „The Lovelace“ ist mit 30 Zimmern nicht nur ein Hotel, sondern bietet auch Raum für spannende Projekte aus den Bereichen Musik, Politik, Kunst und Mode, sowie für Workshops, Ausstellungen oder Parties. Ein regelrechtes Gesamkunstwerk.

„This is really happening!“ steht auf einem Schild. Ja, dass es ein solches Happening in München gibt, kann man tatsächlich kaum glauben. Und dass das Lovelace nur bis 2019 bestehen wird, macht für die Betreiber gerade den Reiz aus.

Ihr Motto:
„All places are temporary places!“


Daniel Hahn: Betreiber der neuen Kulturlocation „MS Utting“

Daniel Hahn: Tausendsassa in der Kultur-, Veranstaltungs- und Gastro-Szene (©Mucbook)

Bahnwärter und Minna Thiel, Wannda Circus, Märchenbazar – das war ihm nicht genug. Darum hat der Verantwortliche für all diese Locations, Daniel Hahn, dieses Jahr noch eins oben drauf gesetzt: Er ließ einen alten Dampfer vom Ammersee auf die Sendlinger Eisenbahnbrücke transportieren, um daraus eine Kleinkunstbühne für Lesungen, Theater und Konzerte zu machen. In einem angrenzenden Küchencontainer soll ayurvedisches Essen für das zugehörige Restaurant zubereitet werden.

Doch die Inbetriebnahme des neuesten Hahn’schen Projekts erwies sich als schwierig: Zunächst gab es Befürchtungen, dass der Lärm dieses „Partyboots“ die Anwohner belästigen könnte. Dann sollte es für eine Rattenplage verantwortlich sein – und schließlich wurde der Start wegen lang andauernder Bauarbeiten immer wieder verschoben.

Daniel Hahn wäre nicht Daniel Hahn, wenn er sich davon einschüchtern ließe. Zu wenig Handwerker? Dann muss das eben mit freiwilligen Helfern gehen, die gerade fleißig die MS Utting neu auskleiden. In einem Interview beteuerte Daniel kürzlich, dass die MS Utting sein „Lebenswerk“ sei – und so etwas braucht eben seine Zeit.


Mathilde Bundschuh: Schauspielerin am Resi

Mathilde Bundschuh: Film- und Theaterschauspielerin (©Fabian Raabe)

Sie ist eine der jüngsten im Ensemble des Residenztheaters. Dennoch hat die 23-Jährige schon eine betrachtliche Karriere hinter sich: Jahrelang spielte sie in einer KIKA-Reihe mit, 2010 war sie in „Tage die bleiben“ erstmals im Kino zu sehen, und fünf Jahre später bekam sie den Deutschen Schauspielerpreis für ihren starken Auftritt in „Das Ende der Geduld“.

Seit der letzten Spielzeit überzeugt Mathilde auch auf der Resi-Bühne, unter anderem als Tochter der Mathilde in „Rückkehr in die Wüste“ von Bernard Koltès, oder als rote Zora in „In einem Jahr mit 13 Monden“ nach Werner Fassbinder. Trotz des straffen Spielprogramms am Theater hat sie ihre Filmkarriere nicht an den Nagel gehängt: 2017 spielte sie in der ZDF-Serie „Dr. Klein“ mit, und für ihre Rolle im letzten Weihnachts-Tatort „Klingelingeling“ wurde sie im Juni für den Studio Hamburg Nachwuchspreis nominiert.

Mathildes Vorsatz für 2018:
„Ich möchte meine KollegInnen an den anderen Theatern öfter sehen, sowohl beim Bier, als auch auf der Bühne. Vor allem unter uns jungen KollegInnen entwickelt sich mehr und mehr ein Zusammenhalt und die Crew wird immer krasser! Diese Energie und das künstlerische Potential nicht zu nutzen wäre großer Mist. Also: Let’s Go!“



 

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Das Heft über „Wohnen trotz München“

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