Obdachlosenhilfe Corona
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Obdachlos in Zeiten von Corona – Das unternimmt München

Josephina Richardt

"Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" - Mit einem Stift und Papier. Tieranhimmelnde Weltenbummlerin, einfach zufriedenzustellen mit Cola und Kinderschokolade.
Josephina Richardt

Zu Hause bleiben ohne zu Hause? Der Coronavirus stellt uns alle auf eine harte Probe und nicht wenige bangen bereits um ihre Existenz. Aber was ist mit denen, die gar kein Dach über dem Kopf haben? Wenn niemand mehr nach draußen geht, Kontaktverbot herrscht und Einrichtungen schließen; was geschieht mit obdachlosen Menschen?

Die Einrichtung Sankt Bonifaz musste ihre Dienste schon fast gänzlich einstellen. Zu hoch ist die Ansteckungsgefahr unter den älteren Freiwilligen. Ursprünglich gehörte zum Service warmes Essen, Duschen, eine Kleiderkammer und ein Aufenthaltsraum für tagsüber. Jetzt gibt es nur noch eine Notversorgung.
Die Einschränkungen machen sich in anderen Einrichtungen, die noch offen sind, schnell bemerkbar. Hier kommt es zu einem regelrechten Ansturm.

Servicetelefon für soziale Unterstützung

Ab heute, Dienstag, dem 24. März, bietet das Sozialreferat ein Servicetelefon mit der Nummer 089-233-96833 an. Es soll den eingeschränkten Betrieb in den Sozialbürgerhäusern ausgleichen.
Vermittelt wird am Telefon in eines dieser zwölf Häuser, zum Jobcenter, zum Amt für Wohnen und Migration, oder zur Anlaufstelle der Bezirkssozialarbeit.

„Dass jetzt viel Unsicherheit herrscht und Fragen auftauchen […] ist völlig nachvollziehbar und verständlich. Deshalb habe ich das Sozialreferat beauftragt, kurzfristig ein Servicetelefon für die Münchner Bevölkerung einzurichten. Jeder, der soziale Unterstützung benötigt, kann unter dieser Nummer anrufen. Ob Sie dringend Beratung benötigen, Fragen zu Leistungen haben oder eine Einkaufshilfe brauchen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um Ihre Anliegen.“

Oberbürgermeister Dieter Reiter

Telefonzeiten: Mo – Mi: 8.00 – 16.00 Uhr; Do: 8.00 – 17.00 Uhr; Fr: 8.00 – 13.00 Uhr; Sa: 9.00 – 15.00 Uhr

Aufrechterhaltung der sozialen Infrastruktur

Soziale Einrichtungen werden möglichst aufrecht erhalten, wenn sie auch angepasst werden müssen, um den besten Infektionsschutz zu gewährleisten.
Die Münchner Tafel hat ihren Standort verlagert. Sie ist nun auf dem Gelände der Großmarkthalle (Westtor) von Montag bis Samstag von 13:30 bis 16.30 Uhr zu finden. Bereits einige Gastronomen haben vermehrt Lebensmittel gespendet – jetzt, da sie selber leider von der vorübergehenden Zwangsschließung betroffen sind. Zu den Helfern gehören nun viele junge Neulinge, während andere, die einer Risikogruppe angehören, lieber zu Hause bleiben.
Damit der Ansturm nicht zu groß wird, dürfen an den einzelnen Ausgabestellen nur zu dem vorgesehen Zeitrahmen Lebensmittel abgeholt werden. Die weiteren Informationen dazu findest du hier.

Übernachtungsunterkünfte wie der Kälteschutz und Anlaufstellen für Obdachlose sind weiterhin geöffnet und ausgebaut: In den Wohnungslosen- und Flüchtlingsunterkünften sind jetzt Isolations- und Quarantänebereiche eingerichtet.

Die Münchner Straßenzeitschrift BISS hat ihren Verkauf bis erst einmal Ende März eingestellt. Die Verkäufer aber behalten ihren Arbeitsplatz sowie den vollen Schutz ihrer Krankenversicherung und können, falls erforderlich, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. 

Allen Menschen muss weiterhin geholfen werden, das steht auch für OB Dieter Reiter fest:

„Ich appelliere auch an alle Bürgerinnen und Bürger, ein Auge vor allem auf die älteren Mitmenschen in ihrer Nachbarschaft zu haben. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir alle füreinander da sind.“


Bilder: Beitragsbild © Pixabay

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