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Mucbook 2019: Ein Jahresrückblick der Redaktion

Sandra Langmann

Hand aufs Herz: Wer setzt sich am Ende des Jahres wirklich hin und sagt: „Wow, was dieses Jahr so alles passiert ist.“ An die meisten Dinge erinnern uns schon gar nicht mehr. Deswegen helfen wir Dir etwas auf die Sprünge und haben einen bunten Mix unserer Artikel (zu finden in den Verlinkungen) zusammengestellt.

Was in München spannend war, was sich verändert hat und wer dazu beigetragen :

Statement setzen

Klima und Umweltschutz standen 2019 auf der politischen Agenda ganz weit oben. Stichworte Umweltschutz, Plastikfrei, Klimaneutralität. Der Münchner Stadtrat springt endlich auf diesen Zug auf – auch dank der Friday for Future Demos und zahlreichen Aktivisten. So wurde vor kurzem nicht nur der Klimanotstand in der Bayerischen Landeshauptstadt ausgerufen, sondern man hat sich auch vorgenommen, bis 2035 klimaneutral zu sein.

Klima

Außerdem soll sich beim Radverkehr einiges tun. Den beiden Bürgerbegehren Radentscheid und Altstadt-Radlring wurde im Stadtrat zugestimmt. Mehr Sicherheit für Radfahrer*innen, breiteren Fahrradwegen und einem Altstadt-Radling stehen eigentlich nichts mehr im Wege

Auch für die Freiheit der Kunst wurde demonstriert. Wir erinnern uns an die „Glänzende Demo der vielen„, bei der sich am 19. Mai die Münchner*innen am Odeonsplatz versammelten und goldene Fahnen schwenkten.

Am 14. Juni wiederum gingen vor allem Frauen auf die Straße. 500 000 Menschen versammelten sich weltweit und protestierten beim Frauenstreik für Gleichberichtigung in allen Lebensbereichen. Vor allem die Bezahlung bleibt ungerecht verteilt – ein wichtiges Thema unter vielen.

Kreativ und aktiv werden

Was man auf den Straßen hingegen nicht so gerne sieht, sind plattgetretene Zigarettenstummel. Die schauen nicht nur unschön aus, sondern sind auch noch (wirklich) schlecht für die Umwelt. Umweltaktivist Mario Merella hat sich vorgenommen, etwas dagegen zu unternehmen und sammelte die Zigarettenstummel einfach selbst von der Straße auf. Denn allein in Deutschland landen nach einer Berechnung der Hamburger Stadtreinigung täglich 140 Millionen Kippen auf Wegen, Plätzen und Straßen.

Wenn es um Münchner*innen geht, die man weiterhin auf dem Schirm haben sollte, spricht viel für Daniel Hahn. Auch wenn seine Zwischennutzungsidee im Sendlinger Heizkraftwerk Süd scheiterte, hat der Bahnwerter-Thiel-Gründer ein multifunktionales Kulturzentrum aus ausrangierten Flughafenteile des Münchner Terminal 1 im Sinn.

Zwischennutzung und Coworking

Apropos Zwischennutzung. Das Alte Gesundheitshaus an der Dachauer Straße wurde von der Stadt zur Zwischennutzung ausgeschrieben. MUCA (auch bekannt durch das Urban Art-Museum und das Kunstlabor) hat das Rennen gemacht und darf ab nächstem Jahr das 9.000 Quadratmeter große Areal bespielen. Die Vorbereitungen laufen nun längst auf Hochtouren.

Das Zwischennutzungsprojekt „Z Common Ground“ in der Zschokkestraße 36 mit Kunst, Theater und kulturellem Rambazamba wurde von unserer Redaktion – inklusive Fotoschau – begleitet. Nach fünf Wochen Laufzeit hieß es aber Adieu und der Space im Laim wird nun der Abrissbirne weichen müssen. Trotz kurzer Laufzeit war das ambitionierte Projekt ein abwechselungsreiches Highlight für uns. Die Skybar von TAMTAM im obersten Geschoss des ehemaligen Bürokomplexes vermissen wir definitiv.

Z Common Grounds

Alle Kreativen, Menschen mit tollen Ideen, Freelancer*innen, Start-ups und Unternehmen dürfen wir seit diesem Jahr in unserem Mucbook Clubhaus in der Schillerstraße und im Westend willkommen heißen. Die beiden Workspaces dienen zugleich als Plattform, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und auf verschiedenen Events eigene Projekte bei guten Drinks der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und bezahlbare Co-Working-Plätze in zentralster Lage haben wir auch noch in Petto.

Kultur

Ob die „Alien Disko“ in den Kammerspielen das letzte Mal stattfand, haben uns The Notwist im Gespräch nicht wirklich verraten. Aber auch dieses Jahr war wieder jede Menge neue und bezaubernde Musik am Start. Mainstream-Acts: Fehlanzeige!

Die Kammerspiele wurden übrigens zum deutschen Theater des Jahres gewählt. Trotzdem hört Intendant Matthias Lilienthal mit Ende der Spielzeit auf und verlässt München. Warum und was die CSU damit zu tun hat, erklärt Lilienthal im Interview.

Ein buntes Jahr geht zu Ende…

… mit vielen Demonstrationen, Zwischennutzungen, kreativen Veranstaltungen und Münchner*innen, die dahinter stehen.

Was uns 2020 erwarten wird? Vielleicht wird München mit einer 24-Stunden-U-Bahn doch noch zur wahren Metropole. Außerdem stehen die Kommunalwahlen bevor: zwei ambitionierte Frauen fordern den amtierenden OB Dieter Reiter (SPD) heraus. Dieser bringt des Bonus des Amtsinhabers mit. Überdies stellt sich aber die Frage, ob der Stadtrat nach den Wahlen im März vielleicht endlich mal ein bisschen bunter wird und die heterogene Stadtbevölkerung auch in der Kommunalpolitik entsprechend abgebildet wird. Wir diskutieren dazu am 09. Januar bei uns im Mucbook Clubhaus.

Wir dürfen also gespannt sein und freuen uns auf ein bald klimaneutrales, eventreiches, großstädtisches München ohne Zigarettenstummel, dafür voller Radfahrer. Rutscht gut rüber!


Beitragsbilder: © DieVielen e.V., privat, Alexander Hauk, Michael Berninger // Aesthetika, Unsplash/Mika Baumeister, Suvan Chowdhury /Pexels

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